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Im Pfarrhaus brennt jetzt wieder öfter Licht
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Im Pfarrhaus brennt jetzt wieder öfter Licht

Ein Artikel aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung von Andrea Kathert

Neuholland. Ab jetzt werden die Neuholländer wieder öfter Licht in ihrem Pfarrhaus brennen sehen. Denn die Sanierung des Hauses an der Nassenheider Chaussee ist endlich abgeschlossen. „In der letzten Woche haben wir das ein wenig gefeiert“, erzählt Christel Gottemeier. Sie ist eines der vier Mitglieder im Gemeindekirchenrat und jederzeit zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird. Pfarrerin Barbar Fülle kann sich auf sie verlassen.
Christel Gottemeier steht in der „Winterkirche“ und freut sich, dass der Raum so schön geworden ist. Und lange genug hat es gedauert. „Ich hab extra noch mal nachgeschaut“, meint sie. „2008 haben wir den ersten Antrag auf Fördermittel gestellt.“ Damals hieß das Förderprogramm noch „LEADER“. Die Namen der Programme wechselten, nur das Fördergeld bekam die Kirchengemeinde nicht. Bis 2013 hat es gedauert, bis etwas bewilligt wurde.
Es wurde höchste Zeit für die Sanierung. Im Dach waren die Balken gebrochen. Ein tragender Balken musste unbedingt ausgewechselt werden. Das Dach bekam eine komplette neue Eindeckung. „Die beiden Giebelwände sahen auch ganz brüchig aus.“ Das Fachwerk war arg in Mitleidenschaft gezogen. Nun sind die beiden Giebel vertäfelt. Die Elektrik im Haus musste unbedingt neu verlegt werden. Und zeitgemäße Sanitäranlagen gab es auch nicht im Pfarrhaus. Lediglich einen kleinen Verschlag im Korridor.
Eine Mietwohnung im Pfarrhaus, die leer stand, wurde im Zuge der Sanierung mit umgebaut. Nur so konnte der schöne große Andachtsraum entstehen, der im Winter nun für die Gottesdienste genutzt wird. Neben diesem Gemeinderaum ist Platz für eine Teeküche entstanden. Dahinter liegt ein Zimmer, in dem der Chor wieder proben wird. Die alte Heizung wurde von Öl auf Gas umgestellt.
Das ganze Jahr wurde gebaut. 150 000 Euro haben die Arbeiten insgesamt gekostet. Anfangs gab es noch eine 60-prozentigeFörderung, später waren es nur noch 40 Prozent. „Plötzlich wurde die Wohnung rausgerechnet“, weiß die Kirchenrätin noch genau. Und bei der Sanierung eines mehr als 300 Jahre alten Hauses ist man nie vor Überraschungen gefeit. „Plötzlich hieß es, das und jenes wird nicht gefördert“, stöhnt Christel Gottemeier bei dem Gedanken an diese Zeit. Dann mussten unbedingt Brandschutztüren eingebaut werden. Eines kam zum anderen. „Unsere gesamten Gelder sind draufgegangen“, sagt sie.
Und der Innenausbau wäre nie so vorangeschritten, wenn nicht viele Menschen mitgeholfen hätten, unentgeltlich. Die Kirchenrätin denkt besonders an die engagierten Chormitglieder und an den Neuholländer Künstler Lothar Köhn, der das Material sponserte und die Wände im Gemeinderaum stellte. „Ohne ihn wären wir aufgeschmissen gewesen.“
„Das ist das Besondere an den Neuholländern“, sagt Pfarrerin Barbara Fülle, die erst seit zwei Jahren für Neuholland zuständig ist. 60 bis 70 Mitglieder zählt die Kirchengemeinde. Bis zu 20 Leute besuchen ihren Gottesdienst. Doch auch Leute, die der Kirche gar nicht angehören, packten bei der Sanierung einfach mit an. Einen großen Dank schicken die beiden Frauen an all diejenigen, die mit geholfen haben.
In dem alten Fachwerkhaus wird bald wieder Leben einziehen. „Hier gibt es eine richtige Veranstaltungstradition“, meint die Pfarrerin. Das laufe richtig gut. Da müsse man keine Sorge haben, dass sich der Aufwand im Vorfeld nicht lohnt. Nun kann das Pfarrhaus auch wieder für Seniorennachmittage genutzt werden. Der Chor wird wieder im Warmen proben. Und: „Jetzt können wir das Pfarrhaus auch fremd anbieten“, sagt Christel Gottemeier ganz zufrieden.

erstellt von Mathias Wolf am 18.01.2016, zuletzt bearbeitet am 06.10.2017
veröffentlicht unter: Aktuelles aus der Kirchengemeinde