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Der Schwamm und die Holzwürmer
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Der Schwamm und die Holzwürmer

Ein Artikel aus dem Neuen Granseer Tageblatt von Stefan Blumberg

An der Großwoltersdorfer Kirche wird zurzeit das Dach saniert – und einiges andere ausgebessert
Von Stefan Blumberg

Großwoltersdorf – Baustaub und Baulärm sind zu einem ständigen Begleiter des Lebens rund um die Großwoltersdorfer Kirche geworden. Im dritten Jahr in Folge wird die Kirche restauriert und saniert. 2013 befassten sich die Experten mit dem Dach der Sakristei und Schäden in der Altarwand. Im vergangenen Jahr war der Kirchturm an der Reihe. Und seit Mai 2015 geht es darum, das Dach wieder in Schuss zu bringen. Das Dilemma: Das 1901 im neugotischen Stil erbaute Gotteshaus ist von Schwamm und Holzwürmern befallen, weitere Feuchtigkeitsschäden gibt es darüber hinaus. Die sollen beseitigt werden.
Bei der Bauberatung unterhalb und außerhalb des Daches mit Architektin Bettina Krassuski, bauausführenden Firmen, Denkmalschutzbehörde und Pfarrer Mathias Wolf wurde deutlich, wie ungleich höher der Aufwand wegen des Denkmalschutzes ist. Die Farbe der Fugen wird beachtet, der Zustand der kleinen Gauben, das Mauerwerk, die Qualität des verarbeiteten Holzes. Ein richtiger Abschluss auf dem First fehlt. Der Schornstein, wie er einmal war, soll wiederaufgebaut werden (obwohl der Schwamm durch ihn mit ausgelöst wurde).
„Ein Dach ist immer kostenintensiv“, sagt Christian Bruns von der Unteren Denkmalschutzbehörde. „Und hier ist der Schwamm das Problem.“ Die Großwoltersdorfer wissen das. Der Menzer Mathias Wolf, zuständig für Großwoltersdorf: „Die Denkmalpflege ist ein großes Thema. Wir wollen dem gerecht werden.
Ich muss jetzt schon den Firmen einen großen Dank aussprechen. Was die Dachdecker oder Zimmerer hier machen, verdient meine Hochachtung.“
Derzeit ist das Dach abgedeckt. Jedes Brett, jede Dachlatte, jeder Nagel wurde kontrolliert. Was auszubessern ist, wird ausgebessert. Was ausgetauscht werden muss, wird ausgetauscht. „Es gab in der Bauphase immer wieder Überraschungen“, sagt Mathias Wolf. „Die Schäden sind größer als erwartet, insbesondere der Schwammbefall macht uns zu schaffen.“ Trotzdem ist er optimistisch, dass auch diese Bauphase erfolgreich abgeschlossen wird. Die Großwoltersdorfer Kirche wird am Ende wieder mit einem (neuen) Schieferdach gedeckt sein. „110 Jahre hinterlassen ihre Spuren“, sagt Mathias Wolf. Und dies nicht nur wegen der Witterung. Es gab Kriegsschäden. Granaten seien, so der Pfarrer, in das Dach und in den Turm geschlagen.
Auch den Holzwürmern geht es in dem Abschnitt an den Kragen; mit der sogenannten Begasung. Bänke, Balken oder Orgel sind zersetzt mit den kleinen Übeltätern. Im September soll das passieren. Dafür muss die Kirche verschlossen und auch die kleinsten Öffnungen des Gebäudes müssen mit Folie abgedichtet werden. „Wir werden den Einwohnern die Möglichkeit geben, ihre von Holzwürmern befallenen Möbel mit in die Kirche zu stellen, damit diese ebenfalls von den Insekten befreit werden“, kündigt Mathias Wolf an. Weil die bisherigen Bauabschnitte sehr aufwendig waren, wird die Außenhülle der Kirche – eigentlich für dieses Jahr geplant – erst 2016 über die Bühne gehen. Der dritte Bauabschnitt (Dach) wird etwa 185 000 Euro kosten und soll möglichst im Oktober fertig sein. Für die gesamte Sanierung sind jetzt schon mehr als 400 000 Euro verplant.

Zum Bau
Aus drei Bauabschnitten wurde ein vierter, der im kommenden Jahr in Angriff genommen wird: die Außenhülle.
Die Kosten für die Sanierung haben die 400 000-Euro-Marke überschritten. 60 000 Euro kosten die Sanierung der Sakristei und die Beschädigung der Altarwand; 120 000 Euro der Kirchturm, 185 000 Euro das Dach. Im nächsten Jahr sind ca. 60- bis 70 000 Euro für die Außenhülle eingeplant.
Geld gab es von vielen Institutionen:
Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland
Land Brandenburg
Landeskirche
Kirchenkreis,
Gemeinde Großwoltersdorf
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Kirchengemeinde
MAZ 26.8.2015
hochgeladen am: 26.08.2015
hochgeladen von: Mathias Wolf
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erstellt von Mathias Wolf am 26.08.2015, zuletzt bearbeitet am 24.03.2017
veröffentlicht unter: Neues aus dem Pfarrsprengel