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Vom Leben unter Schleiern und in Oasen der Wüste

Vom Leben unter Schleiern und in Oasen der Wüste

Ein Bericht von Mandy Oys in der Gransee-Zeitung über den erstenTeil des Irans-Vortrags

Menz (GZ) Fakten zur Geschichte Irans, zum politischen System und manche Anekdoten, manches Statement zu dieser fremden Kultur, die viele von Wolfs erwartet hatten und deshalb wohl auch gekommen waren. Rund 120 Menschen hörten ihren Vortrag am Donnerstagabend im Saal der Regionalwerkstatt. Dass so viele ihrer Einladung folgten, überraschte die Menzer Pfarrer. "Es freut mich natürlich, macht mich aber auch etwas nervös", sagte Mathias Wolf. Ein Bruchteil der hunderte Fotos aus ihrem Urlaub im Oktober im Iran zeigten sie auf großer Leinwand, vermittelten Eindrücke dieses Landes mit den "freundlichen Menschen", dass sie aber auch "verwirrt, erschreckt und verwundert" hatte. Man träumte sich anhand der Aufnahmen in das Land. Was die Iranerinnen in den hinteren Reihen in Landessprache dazu sagten, blieb den Deutschen verborgen. Doch sie dürften vieles wiedererkannt, wenn auch nicht die Erklärungen der Iran-Urlauber verstanden haben. Reliefs an Grabstätten längst vergangener Zeiten, Mosaike in prächtigen Moscheen, Menschen in Landestracht und verschleierte Frauen, die Wüste und Oasen mittendrin zeigten Wolfs. "Es sind nur Bruchstücke, die wir erlebt haben", wandte Mathias Wolf ein - während ihrer Reise von Shiraz im Süden bis Teheran im Norden des Landes. Dabei picknickten sie mit Iranern auf dem Grünstreifen einer sechsspurigen Straße, schliefen in kargen Zimmer einstiger Karawansereien. Immer begleitet von der Kopftuchpflicht im Iran. "Sie lachen völlig zu Recht", sagte Beate Wolf angesichts eines Bildes. "Ich sehe lächerlich aus, ich habe mich noch nie so lächerlich gefühlt wie mit dieser grünen Gardine überm Kopf. Ich wollte einfach nur nach Hause." Ohne "Gardine" wäre Beate Wolf wohl ausgewiesen worden. Eine Iranerin, die sich nicht an die Verschleierungspflicht hält, erwarte 24 Peitschenhiebe, erklärte die Pfarrerin. Trotz 40 Grad im Schatten und mehr müssten die Frauen des Landes sich verhüllen. "Ich habe die Iranerinnen gefragt, sie hassen es." Doch vergleiche man die Vorgaben im Iran mit den Restriktionen durch die Taliban in Afghanistan, sei der Iran ein nahezu feministisches Land, "ein Frauenparadies". Beate Wolfs absichtlich überspitzte Bemerkung wird nicht die letzte zur iranischen Kultur gewesen sein.

Kommenden Freitag, 26. Februar, findet der zweite Teil des Vortrages in der Regionalwerkstatt statt. Ab 19 Uhr geht es dann um alte Kirchen und Gärten, laute Prozessionen und stille Friedhöfe, farbenprächtige Mausoleen und die Rechte von Minderheiten.
erstellt von Mathias Wolf am 29.02.2016, zuletzt bearbeitet am 01.08.2017
veröffentlicht unter: Neues aus dem Pfarrsprengel