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Kirche Grieben verkauft die Sonne
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Kirche Grieben verkauft die Sonne

Ein Artikel aus der Gransee-Zeitung von Volkmar Ernst

Grieben (GZ) Die Sanierung der Griebener Kirche schreitet voran - auch wenn derzeit die Bauarbeiten kaum wahrgenommen werden. Denn es wird auf der von der Dorfstraße abgewandten Dachstuhlseite kräftig gehämmert, gesägt und gemauert. Auch hier waren Teile der Balkenkonstruktion mit Hausschwamm befallen und mussten ausgetauscht werden. Das Gesims bröckelte und muss neu gemauert und anschließend verputzt werden. Pfarrer Ulrich Baller ist jedoch optimistisch, dass die für dieses Jahr geplanten Arbeiten rechtzeitig vor Einbruch des Winters abgeschlossen werden können. "Bislang liegen alle Arbeiten im Zeitplan", so Baller. "Ich gehe davon aus, dass die Arbeiten zur Sanierung des Dachstuhls Mitte des Monats fertig sind." Das allerdings ist nur das erste Etappenziel Richtung Winter, denn dann müssen die alten noch aus DDR-Zeiten stammenden Betonziegel durch die neuen Biberschwänze ersetzt werden. Die orientieren sich in Form und Farbe an denen, die auf der Straßenseite des Daches bereits aufgebracht wurden, stammen jedoch aus einer Produktionsreihe. "Sie sind preiswerter, weil sie nicht in Handarbeit hergestellt wurden. Doch der Unterschied wird mit bloßem Auge, wie jetzt bei den DDR-Ziegeln, nicht zu erkennen sein. Außerdem ist ihre Verwendung mit dem Denkmalschutz abgestimmt worden", erklärt der Pfarrer. Kommt nichts dazwischen, sollen die neuen Ziegel bis Ende Oktober liegen und damit das Dach geschlossen sein. Damit endet der zweite Abschnitt der Sanierung.

Weiter geht es im kommenden Jahr - und zwar im Inneren der Kirche. Die alten bei der Sanierung des Dachstuhls freigelegten Balken und Bretter mit ihrer barocken Bemalung sollen wieder zu neuen Ehren kommen.

Die waren bis zum Beginn der Sanierung gar nicht zu sehen, sondern lagen versteckt unter einer nachträglich eingezogenen Putzdecke. Diese wurde inzwischen komplett entfernt und ermöglicht nun den Blick auf die barocke Pracht. Sie soll auch nicht wieder hinter einer Verkleidung verschwinden, sonderen behutsam restauriert und damit als Blickfang für das ansonsten eher schmucklose Innere des Griebener Gotteshaus erhalten bleiben.

Die Sanierung der Kirchendecke ist dann der dritte Bauabschnitt, der im kommenden Jahr in Angriff genommen wird. Rund 60 000 Euro sind dafür veranschlagt, 7 000 Euro müssen die Griebener beisteuern, so Ulrich Baller.

Das größte Problem bei der Sanierung stellt die Entgiftung des Holzes dar. Das war zu DDR-Zeiten mit giftigen Mitteln behandelt worden, um einem Schädlingsbefall vorzubeugen.

Die Bemalung der Balken wird aufgefrischt. Wo Balkenstücke durch neue ausgetauscht werden mussten, soll die Bemalung nicht einfach ergänzt werden, sondern eine weiße Fläche anzeigen, dass hier Ersatzstücke eingearbeitet wurden. Auch ein Großteil der mit Himmel, Sonne, Mond, Sternen und Regenbogen bemalten Bretter ist noch erhalten. Insgesamt etwa 70 Prozent, schätzt der Pfarrer. Sie müssen nur neu sortiert und ihre Farbe aufgefrischt werden. Um Geld zusammenzubekommen, wirbt die Kirchengemeinde um Paten. Für 20 Euro sind ein Dachstein oder ein Stern am Kirchenhimmel zu haben. Die Patenschaft für eine Wolke kann für 100 Euro übernommen werden, die für einen bemalten Deckenbalken oder den Regenbogen für 200 Euro. 500 Euro muss berappen, wer sich die Sonne sichern will.

Spenden und Patenschaften können wie folgt gezahlt werden:

Evangelischer Kirchenkreisverband Eberswalde

Evangelische Bank eG, IBAN:

DE74 5206 0410 0503 9017 42

Verwendungszweck

Kirche Grieben, Spende
erstellt von Mathias Wolf am 07.09.2017, zuletzt bearbeitet am 12.09.2017
veröffentlicht unter: Neues aus dem Pfarrsprengel