Start Kirchengemeinden Liste der Pfarrsprengel Liebenwalde Aktuelles aus dem Pfarrsprengel Artikel: Rock im Gotteshaus
Rock im Gotteshaus
Foto: MAZ
Bildrechte: MAZ

Rock im Gotteshaus

Ein Bericht aus dem Neuen Granseer Tageblatt (MAZ) von Ulrike Gawande

Liebenwalde – „Es war für alle Neuland, sowohl für die Organisatoren, als auch für uns Musiker“, erklärt Karsten Jürs lachend. Er ist Sänger der Rockband „Horde“, die Samstagnacht in der Liebenwalder Stadtkirche bei der ersten „Nacht der offenen Kirche“ zwei fulminante und für eine Kirche ungewohnt laute Auftritte hatte.
Man will in Liebenwalde eben neue Wege gehen, die Türen der Kirche öffnen und möglichst viele Menschen erreichen. „In Berlin hat ´Die Lange Nacht der Kirchen´ schon Tradition und jetzt gibt es sie auch hier“, begrüßt Liebenwaldes Pfarrerin Barbara
Fülle die rund 150 Besucher, die zur Eröffnung der Kirchennacht um 18 Uhr den Weg in die klassizistische Pfarrkirche, 1833 von Karl Friedrich Schinkel entworfen, gefunden haben.
Begonnen wurde mit Chormusik und Instrumentalgruppen unter der Leitung von Ulrike Gartenschläger, gemeinsam gesungenen Liedern und einem bunten Kinderprogramm rund um die Kirche. „Sie können raus und reingehen, ganz wie sie wollen“, lautete das Credo des Abends. Es wurden Filme gezeigt, ein Quiz zu Sommer, Sonne und Kirche veranstaltet sowie Krimis vorgelesen.
Als Höhepunkt der Kirchennacht hatte das Organisationsteam des regionalen Kirchenkreises die ortsansässige Rockband „Horde“ mit ihren Hits von AC/DC, Elvis und Eigenkompositionen, gewinnen können. „Wir waren quasi die Katze im Sack, hatten
aber auch Bammel vor dem Auftritt“, so Sänger Karsten Jürs, der zu Weihnachten auch mal im Kirchenchor aushilft, „denn eine Kirche hat eine ganz eigene Akustik, und ob ´Highway to hell´ in ein Gotteshaus passt, waren wir uns auch nicht sicher.“ Aber die Liederliste wurde problemlos genehmigt, und mit passender Illumination (Ricardo Krippner), welche die ganze Kirche in
eindrucksvolles Licht tauchte, legten die sechs Rocker einen umjubelten Auftritt hin, bei dem auch ihre Version der „Biene Maja“
nicht fehlen durfte. „Cool“ und „Super!“ waren nur einige der Rückmeldungen, die während der langen Nacht zu hören waren. "Ich hätte nicht gedacht, dass das so schön werden würde“, begeistert sich Dietmar Salewski aus Liebenwalde, der zwar die Kirche gern unterstützt, aber sonst kein Kirchgänger ist. „Das war alles gut aufgezogen, und beim nächsten Event bin ich wieder dabei“, lautet auch das Fazit von Claudia Buchholz, die den gesamten Abend in oder vor der Kirche, wo mit Unterstützung der Feuerwehr für Speis´ und Trank gesorgt wurde, anzutreffen war. „Nur die Filme haben mir nicht so gefallen.“
Mit irischer Harfenmusik, eindringlich gespielt von Megan Kramer, und gesungenen Geschichten von Feen und unglücklicher Liebe kehrte dann weit nach Mitternacht wieder Ruhe in Liebenwalde ein. Rund 50 Besucher hatten bis zum Schluss durchgehalten und nahmen so die guten Wünschen für die Nacht, gesprochen von Zehdenicks Pfarrer Andreas Domke, mit nach Hause. Alle aber freuen sich auf ein Wiederholung der „Kirchennacht“ im kommenden Jahr.
erstellt von Mathias Wolf am 02.07.2014, zuletzt bearbeitet am 01.10.2017
veröffentlicht unter: Aktuelles aus dem Pfarrsprengel