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Auf den Spuren Luthers
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Auf den Spuren Luthers

Kirchenkreis und Diakonisches Werk feierten in Germendorf. Ein Artikel aus der MAZ von Ulrike Gawande

Germendorf. „Reformieren heißt, etwas wieder in Form bringen.“ Mit diesen Worten eröffnete Pfarrer Arndt Farack gestern den Festgottesdienst in der Germendorfer Dorfkirche. Man habe an diesem Sonntag der Diakonie, der traditionell gemeinsam vom Kirchenkreis Berlin Nord-Ost und dem Diakonischen Werk gefeiert wird, mehrere Gründe zu feiern, so der Pfarrer. Da seien zum einen die zu Ende gehenden Bauarbeiten an der Kirche, für deren Finanzierung er allen Beteiligten dankte, zum anderen das Reformationsjahr und schließlich und endlich der 20. Geburtstag des Diakonischen Werkes in Oberhavel.
Rund 150 Besucher und 30 Bläser des Posaunenchores füllten die Kirche und ließen stimmgewaltig die Musik erschallen, für die Reformator Martin Luther vor 500 Jahren die Texte geschrieben hatte. „Eine feste Burg ist unser Gott“ oder „Nun danket alle Gott“ sind bis heute aus den Liederbüchern nicht mehr weg zu denken. Und so stand der Tag passenderweise unter dem Motto „Auf den Spuren Luthers“.
Von Aufbrüchen predigte Uwe Simon, Superintendent des Kirchenkreises Oberes Havelland. Er erinnerte an die jungen Leute, die nach der Wende in den Westen aufgebrochen waren, um dort bessere Arbeitsplätze zu finden. Aber auch an die Flüchtlinge, die in den letzten Jahren nach Europa gekommen sind, weil sie vor Krieg und Verfolgung, aber auch vor Hungersnöten fliehen mussten. „Würde man das für seine Familie nicht vielleicht genauso machen?“, stellte er die Frage in den Raum und erinnerte an die große Auswanderungswelle Ende des 19. Jahrhunderts. „Der Mut aufzubrechen ist immer lohnenswert“, so Simon. Man solle ganz im Sinne des neuesten Liedes im Kirchengesangbuch, getextet 1989 von Klaus Hertzsch, handeln: „Vertraut den neuen Wegen“.
Luthers Satz „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“, hatten sich Kerstin Kausche (CDU) und 34 weitere Frauen zu Herzen genommen. Sie hatten jeweils 100 Euro gespendet, um im Reformationsjahr Apfelbäume zu pflanzen. 500 Euro kostet ein solcher Lutherapfelbaum, wobei das Geld an die Diakonie, die Einrichtungen für Kinder, Jugendliche, Senioren, Behinderte und Flüchtlinge betreibt, gespendet wird. Und so werden im Oktober sieben der bundesweit 95 Apfelbäume – passend zu den 95 Thesen Luthers – in Oranienburg gepflanzt werden. So viele wie in keiner anderen Stadt, ist Pfarrer Farack sichtlich stolz. Die Volkssolidarität spendierte dazu passend eine Bank, die am Nachmittag zur Bläsermusik eingeweiht wurde.
Abschluss des Germendorfer Luthertages war, nach gemütlichem Beisammensein bei Kaffee und Kuchen im Kirchgarten, die Theateraufführung von „Play Luther“. Mit spartanischem Bühnenbild, das lediglich aus Dreiecken bestand, die die Dreifaltigkeit symbolisieren sollten, näherten sich Till Beyerbach und Lukas Ullrich auf unkonventionelle Art dem Leben und Werk des Reformators.

erstellt von Mathias Wolf am 05.09.2017, zuletzt bearbeitet am 09.11.2017
veröffentlicht unter: Neues aus dem Pfarrsprengel