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Camping auf dem Kirchplatz
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Camping auf dem Kirchplatz

Ein Artikel aus dem Neuen Granseer Tageblatt von Cindy Lüderitz

Zehdenick– Von wegen Flachland: auf und ab ging es für 60 junge Pilger am Sonnabend auf der ersten Etappe
zwischen Fürstenberg und Zehdenick. Als „ziemlich hügelig“ beschreibt Elias die Strecke. Der junge Berliner fährt gerne Fahrrad, musste aber auch „erst mal wieder reinkommen“. Als er am frühen Abend mit seiner Gruppe auf dem Kirchplatz in der Havelstadt ankommt, hat sein Tacho 45 Kilometer gezählt. Zwei Badepausen in Havel und Tonstich sowie ein längerer Mittagsstopp lagen auf dem Weg. „Das war gut“, so Elias. Nur der Zeltaufbau bringt den einen oder anderen zur Verzweiflung. Die Heringe wollen nicht auf dem Kirchplatz ankern.
„Unterwegs zu Dir“ ist das Motto des diesjährigen Pilgercamps der evangelischen Jugend in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz. Mehrere hundert Teilnehmer sind am Wochenende mit dem Ziel Havelberg aufgebrochen, zu Fuß, im Boot oder auf dem Fahrrad. Für die Radler fiel der Startschuss am Sonnabend in Fürstenberg nach einer Andacht und mit den besten Segenswünschen der Wasserstadt. Die Kirchengemeinde Zehdenick bereitete den Pilgern am frühen Abend ein herzliches Willkommen. Für eine Nacht wurde neben der Kirche ein provisorisches Camp eingerichtet, mit Wasserstation, Info-Point, Andacht und Filmabend in der Kirche.
„Wir haben uns große Mühe gegeben“, sagt Kirchwart Bodo Potrawiak. Im Pfarrgarten wurde auf die Schnelle sogar noch eine Sanitärstation aufgebaut, Jungs und Mädchen getrennt. Um die Verpflegung kümmerte sich Gastwirt Heiko Schröder. Er hatte eine Gulaschkanone auf den Kirchplatz gefahren und Erbsensuppe ausgereicht. Für das Lunchpaket waren beim Bäcker mehr als 150 Brötchen geordert worden.
Die kleine Zeltstadt neben der Stadtkirche bot ein ungewöhnliches Bild. Aber immerhin standen die Iglus nach einem mühevollen Aufbau. Für Heringe ist der Kirchplatz nur bedingt geeignet. Das liegt an dem Schotter unter der Grasnarbe, sagt Potrawiak.
Zum Betreuerteam der Kirchengemeinde gehörten auch Asylbewerber der Stadt. Zaher Sabsabi und ein Freund halfen. „Es ist schön, eingebunden zu sein. Viel besser als nur im Wohnheim zu sitzen“, sagt der junge Syrer, der ganz erstaunlich findet, welche Strecken in Deutschland mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. „Das ist bei uns nicht üblich, aber wir haben auch nicht die Wege dafür“, sagt er. Am Sonntag radelten die Pilger weiter nach Hennigsdorf – gut 70 Kilometer.
erstellt von Mathias Wolf am 20.07.2015, zuletzt bearbeitet am 04.10.2017
veröffentlicht unter: Neues aus den Kirchengemeinden