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Ist das Glas halbvoll oder halbleer?
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Ist das Glas halbvoll oder halbleer?

Rückblick auf die Kreissynode am 5.11.2016 in Templin

Entweder ist das Glas halbvoll oder halbleer - an diese unterschiedliche Betrachtungsweise werde ich erinnert, wenn ich die Presseberichte über unsere vergangene Kreissynode lese. „Neue Pfarrer und Musiker für den Kirchenkreis“ (MAZ) oder „Die Kirche schrumpft“ (Nordkurier) lauten die Überschriften. Beide Überschriften sind sachgemäß – aber welche Botschaften werden vermittelt? Der eine Bericht spricht von Neueinstellungen im Kirchenkreis, der andere von „verfallenden Kirchengebäuden“ und „Dienern Gottes“, die „älter werden und in den Ruhestand gehen“. Was vermitteln solche Berichte?
Und welche Botschaften senden wir als Kirche aus?
Ich blicke zurück auf eine wichtige aber auch anstrengende Synode. Aber eine Synode, die für mich definitiv Hoffnungszeichen setzte und den Blick weitete auf die vielfältige Arbeit, die in unseren Kirchengemeinden Tag für Tag geschieht.
Nach einer Andacht von der Grüneberger Pfarrerin Ruth-Barbara Schlenker widmete sich die Synode der inhaltlichen Arbeit. Unter der Überschrift „Ein Leben bis zum Ende in Würde“ berichteten Vertreterinnen des stationären Hospizes Oberhavel sowie der ambulanten Hospizdienste „Uckermärkischer Hospizverein e.V.“ und „Oberhavel Hospiz e.V.“ von ihrer Arbeit. Es ist beeindruckend, mit welchem Engagement sowohl die hauptamtlichen als auch die ehrenamtlichen Mitarbeitenden dieser schweren Aufgabe nachgehen.
Im anschließenden Gespräch ging es um Fragen der Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden, um Betreuung und Supervision der Mitarbeiterinnen und auch um Fragen der Finanzierung und Unterstützung der Arbeit. Eine Kollekte wurde für diese Arbeit gesammelt und auch eine kreiskirchliche Kollekte dafür bestimmt.
Der Bericht des Superintendenten, der vor der Mittagspause erfolgte, ging unter anderem auf die Mitarbeitersituation ein: In Gransee wird mit Robert Bauer am 1. Dezember ein neuer Kirchenmusiker seinen Dienst aufnehmen. Auch die Oranienburger Kirchenmusikstelle wird neu ausgeschrieben, da Kantor Jack Day Oranienburg zum Jahresende verlässt.
In Velten wird zum Jahresbeginn Markus Schütte seinen Dienst als Pfarrer und damit die Nachfolge von Pfarrerin Ute Gniewoß, die nach Berlin wechselte, antreten. Auch für die Pfarrstelle in Liebenwalde gibt es mit Pfarrer Matthäus Monz einen Bewerber – im Kirchenkreis ist er schon bekannt, da er hier sein Vikariat absolviert hat.
Nicht wieder besetzt werden kann die Pfarrstelle in Tornow-Marienthal, wenn Pfarrer Christian Albroscheit zum Beginn des neuen Jahres in den Ruhestand tritt. Seine Arbeit wird im Pfarrsprengel Zehdenick-Mildenberg verteilt. Da Pfarrer Albroscheit auch zu 50% in Templin tätig war, ergab sich hier die Notwendigkeit zu handeln. Im Ergebnis wird in Templin die Stelle eines Religionslehrers ausgeschrieben, die auch 30% Dienstanteile in der Templiner Kirchengemeinde enthalten wird.
Superintendent Uwe Simon berichtete unter anderem auch von der Landessynode. Ein Erprobungsgesetz zur Wahl in die Gemeindekirchenräte tritt in Kraft: das passive Wahlrechtsoll auf 16 Jahre gesenkt werden.
Der Stellenplan für 2017/2018 wurde nach der Mittagspause vorgestellt und diskutiert. Zwar sind die Gemeindegliederzahlen weiterhin rückläufig, aber das Kirchensteueraufkommen ist immer noch sehr gut. Da aber diese Gemeindegliederzahlen Grundlage für die Planung bilden müssen, ist die Neuerrichtung von festen Stellen nicht möglich. Möglich ist aber die Einrichtung von befristeten Projektstellen. Kriterien dazu wurden erarbeitet.
Saskia Waurich berichtete im Anschluss von einem Aufenthalt in einem Flüchtlingsprojekt auf der griechischen Insel Lesbos. Die Verbindung dazu entstand durch Pfarrerin Ute Gniewoß und die Arbeit der AG „Flucht und Migration“ des Kirchenkreises. Für dieses Projekt wurden von der Synode die Bereitstellung von Mitteln aus dem 2%-Appell beschlossen. Mit der anderen Hälfte der Mittel aus diesem Kirchenkreisfonds soll die zivile Initiative „Sea Watch“ unterstützt werden. Einen entsprechenden Antrag stellte die Kirchengemeinde Gransee.
Über den Stand der Verhandlungen zur Geldanlage in ökologischen Projekten berichtete der Synodale Henning Schluss aus Oranienburg, auch die Arbeitsgruppe, die sich mit ökologischen Fragen der Landwirtschaft und entsprechenden Pachtverträgen der Kirchengemeinden an Pächter beschäftigt, gab einen kurzen Zwischenbericht. Weitere Berichte über die Simbabwe-Partnerschaft, die Landessynode uns andere wurden sehr gekürzt bzw. auf die nächste Synode verschoben.
Insgesamt: Es war anstrengend und spannend. Vielen Danke allen, die diese Synode vorbereitet haben, Danke an den Waldhof Templin für die Aufnahme und Versorgung – und ein besonderer Dank an alle Ehrenamtlichen Synodalen, die ihre Freizeit für diese wichtige Arbeit opfern.

Mathias Wolf, Pfarrer in Menz

Nebenbemerkung zur Berichterstattung:
Täglich finde ich zwei bis drei Seiten „Heimatsport“ in meiner Tageszeitung: Spielberichte, Bilder und Tabellen. Vom Bogenschießen bis zum Pferdesport, vom Hand- bis zum Fußball – von der E-Jugend bis zu den Altherrenteams ist alles vertreten. Ich weiß nicht, wieviel Mitglieder die Sportvereine in unserem Bereich haben, aber landesweit gehören 13,5 % der BrandenburgerInnen einem Sportverein an und immerhin 20% einer Kirche. Angesichts dieser Zahlen finde ich die Berichterstattung über kirchliche Themen und Veranstaltungen deutlich unterrepräsentiert.
erstellt von Mathias Wolf am 07.11.2016, zuletzt bearbeitet am 10.06.2017
veröffentlicht unter: Neuigkeiten aus dem Kirchenkreis