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Aus dem Partnerkirchenkreis Altenkirchen
Ein in Gransee gezüchteter Apfelbaum, ein roter Boskop, soll künftig im Kirchenkreis wachsen und gedeihen. Ebenso wie die jahrzehntelange Partnerschaft der beiden Kirchenkreise: Superintendent Uwe Simon aus Brandenburg brachte seiner Kollegin Andrea Aufderheide das Gastgeschenk in „lutherischem Optimismus“ zur Sommersynode nach Wissen mit.
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Aus dem Partnerkirchenkreis Altenkirchen

Superintendent Uwe Simon und Kreiskatechet Dirk Bock zu Gast im Partnerkirchenkreis

Synode tagte diesmal in Wissen

„Ich glaube an eine blühende Zukunft“, Superintendent Uwe Simon aus dem Partnerkirchenkreis „Oberes Havelland“ in Brandenburg hatte neben einem Apfelbaum in guter „Lutherscher Tradition“ auch viel Optimismus zur Sommersynode unseres Kirchenkreises in Wissen mitgebracht. Weniger Gemeindemitglieder, sich verändernde Aufgaben, zurückgehende Finanzen und immer stärker eingespannte Mitarbeitende: Was die ostdeutschen Kirchenleitenden schon vor Jahren bewältigen mussten, fordert die Handelnden in den heimischen Kirchen nun auch verstärkt.
So arbeitet der Kirchenkreis Altenkirchen seit mehreren Jahren bereits an zukunftsfähigen Strukturen. Bei der diesjährigen Sommersynode, zu der sich die rund 70 Synodalen aus den 16 evangelischen Kirchengemeinden in Wissen trafen, waren vor allem die Fachausschüsse und Synodalbeauftragungen im Blick.
Dass Veränderungen immer auch mit Ängsten einhergehen, kennt auch Superintendent Uwe Simon nur zu gut. Er hat nun seine dritte Superintendenten-Stelle – und dies ohne seinen Arbeitsplatz zu wechseln.
Schon seit Jahrzehnten – unbeeinflusst von der Trennung der beiden deutschen Staaten – gab es enge Verbindungen zwischen den Kirchenkreisen und den Gemeinden in den Kirchenkreisen Altenkirchen und Gransee. In den Nachwendezeiten fusionierte der Kirchenkreis Gransee mit den Nachbarn aus Templin und schließlich 2011 auch mit denen aus Oranienburg. So entstand der neue Partnerkreis „Oberes Havelland“. Uwe Simon wurde jeweils zum Superintendenten der neuen Kreise gewählt.
„Wir haben unterschiedliche Voraussetzungen, aber stehen vor gleichen Herausforderungen“, für den ostdeutschen Superintendenten ist ein permanenter Austausch in allen Veränderungsprozessen eine gute Basis für ein weiteres gutes Miteinander der beiden Partnerkirchenkreisen: „Wir können und müssen voneinander und miteinander lernen!“

Freude über den Besuch aus Brandenburg
Groß war die Freude im Kirchenkreis Altenkirchen, dass es wieder einmal gelungen war, dass die ostdeutschen Partner zu einer Kreissynode kommen konnten. Gemeinsam mit dem Superintendenten hatte sich Kreis-Katechet und Jugendmitarbeiter Dirk Bock auf den langen Weg von Brandenburg nach Wissen gemacht. Bock, der sich auf den bevorstehenden Jugendaustausch im Juli freut (die Jugendlichen aus den drei Kirchenkreisen Altenkirchen, Oberes Havelland und Codlea/Rumänien kommen zu ihrem dritten Austauschprogramm diesmal in den Westerwald und an die Sieg) wollte der Synode in Altenkirchen noch mal ein historisches „Danke“ sagen. Er erinnerte daran, wie 1986 die ersten vom Kirchenkreis Altenkirchen gesponserten „Trabbis“ das kirchliche Leben in Gransee mit seinen weiten Wegen erleichterten.

Alle sind vom Wandel gefordert
Dass man nur durch gemeinsame Anstrengungen und viel Miteinander auf die ständig wachsenden Herausforderungen einer sich stetig verändernden Welt reagieren kann, unterstrichen bei der Sommersynode alle Gäste aus verschiedensten Blickwinkeln. Demographischer Wandel, zurückgehende Finanzen und eine sich veränderte Gesellschaft fordern nicht nur die Protestanten im Westerwald und an der Sieg, sondern auch Landeskirche, heimische Kommunen, katholische Bistümer und die Freunde aus Ostdeutschland.
Um zukunftsfähige Organisationsstrukturen ging es schwerpunktmäßig in der Versammlung der rund 70 Abgeordneten aus den 16 evangelischen Kirchengemeinden im Kreis Altenkirchen, die mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Wissener Erlöserkirche mit Pfarrer Michael Seim/Daaden (Predigt), Posaunenchor Wissen und Kreiskantor Alexander Kuhlo (Orgel) begann.

Zukunftsfähig aufstellen
Schon seit mehreren Jahren arbeitet der Kirchenkreis bereits an seinen Strukturen. Diesmal waren vor allem die Fachausschüsse und Synodalbeauftragungen im Blick. Bündeln von Aufgaben, Verbessern von Kommunikationswegen, Vermeiden von Doppelstrukturen und stärkere Vernetzung sind einige der Ansätze, wie man sich zukunftsfähig aufstellen will. In fünf Arbeitsgruppen setzten sich die Synodalen im Wissener Gemeindehaus und Kindergarten zusammen und sammelten die bisherigen Arbeitsergebnisse. In einem Jahr will man die jetzigen Ergebnisse - nach einem erneuten Austausch mit allen Beteiligten - in Handlungsrichtlinien festschreiben.
Sparsam mit den anvertrauten Geldern umgehen und lebendiges, kirchliches Leben in möglichst vielen Bereichen umsetzen: Vor dieser Aufgabe steht auch die Landeskirche. Landeskirchenrätin Katja Wäller informierte die Synode über die Bilanz der „ersten 100 Tage“ der neuen Kirchenleitung und die Anforderungen an die Landessynode 2014, notwendige Sparziele, früher als ursprünglich angedacht, erreichen zu müssen.

„Wir sind anders geworden – älter!“
Dass gerade der demographische Wandel zu einem möglichst intensiven Miteinander aller Kräfte herausfordert, unterstrich auch Landrat Michael Lieber. Die neuesten Zahlen zeigten deutlich auf, wie sich die Bevölkerung wandelt. „Wir sind anders geworden - älter –, dem müssen wir uns stellen“, hob der Kreis-Chef hervor und mahnte an, gute Ideen, die sich anderswo bereits bewährt hätten, aufzugreifen und voneinander zu lernen. Sein Dank galt allen Ehrenamtlichen, die sich im kirchlichen und gesellschaftlichen Bereich für das „Miteinander der Generationen vor Ort“ engagierten.
Aufbauende Gemeinsamkeiten als unabdingbar für gelingende Zukunftsperspektiven zum Wohle der Menschen in der Region stellten auch Dechant Rudolf Reuschenbach (Dekanat Betzdorf/Kirchen) und Beigeordneter Horst Pinhammer (Wissen) heraus und ermunterten zur Fortführung der gemeinsamen Anstrengungen.

Renovierung und Umbau „Haus der Kirche“ startet
Bei „Aufbauendem“ konnte Superintendentin Andrea Aufderheide die Synode darüber informieren, dass in der kommenden Woche die Bauarbeiten am „Haus der Evangelischen Kirche“ im Altenkirchener Stadthallenweg starten. Erste Vorarbeiten beginnen und nach einer einwöchigen Umzugsphase werden ab 8. Juli die Arbeitsbereiche der Diakonie, Schul- und Jugendreferat, Superintendentur und Verwaltung an drei verschiedenen Standorten in und bei Altenkirchen für die kommenden 18 Monate ausgelagert. Notwendig geworden waren die Renovierungs- und Umbaumaßnahmen an dem in die Jahre gekommenen kirchlichen Gebäude vor allem wegen Brandschutzauflagen, ökologischen Zwängen und fehlender Barrierefreiheit. Über zwei Millionen Euro müssen investiert werden.

Vor 25 Jahren ordiniert
In der Kreissynode erinnerte Superintendentin Andrea Aufderheide auch an ein besonders Jubiläum: Pastor Michael Heerer, der auch an verschiedenen Stellen im Kirchenkreis aktiv war/ist, konnte sein 25. Ordinationsjubiläum feiern. Mit einem Buchgeschenk bedankte sich die Superintendentin für die Dienste Heeres und verband dies mit guten Wünschen für die Zukunft.

Bis 2015 Personalplanungskonzept erarbeiten
Die Dienste von Küstern, aber auch diakonische und gemeindepädagogischen Angebote in den Gemeinden, die Kirchenmusik und andere Arbeitsbereiche sind bei den nächsten Kreissynoden (bis 2015) jeweils in einzelnen Abschnitten im Blick. Der Strukturausschuss legte dazu eine Planung vor, die der Synode in Wissen vorgestellt wurde. Bei der Herbstsynode 2015 steht dann ein „Gesamtpaket Personalplanung“ zur Abstimmung, welches dann alle drei bis fünf Jahre erneut überdacht werden soll.

Wahlen
An verschiedenen Positionen innerhalb des Kirchenkreises waren Nachwahlen vonnöten, bzw. standen turnusmäßig an.
Einstimmig wurde Folgendes abgestimmt:
1. Diethild Nassauer, Betzdorf, gehört künftig dem Nominierungsausschuss des Kirchenkreises an.
2. Petra Stroh, Birnbach, als Vorsitzende und Dr. Peter Müller, Birnbach, als Stellvertreter, stehen künftig dem Fachausschuss „Umwelt, Mitwelt und Bewahrung der Schöpfung“ vor.
3. Wiederwahl von Superintendentin Andrea Aufderheide (Vorsitzende), Anneliese Heß, Daaden, Paul Seifen, Flammersfeld und Dieter Sonnentag, Almersbach, als Stiftungsrat der Kirchenkreis-Stiftung.
4. Bestätigung von Susanne Lützenkirchen, Hamm, für weitere zwei Jahre als Synodalbeauftragte für Büchereiwesen.
5. Neuwahl von Pfr. Steffen Sorgatz, Daaden, als Synodalbeauftragten für Datenschutz.

Kollekten für Haus Marienberge und Hochwasseropfer
Die Kollekte des Synodenauftaktgottesdienstes soll dem Aufbau des von einem Brand am 1. Mai schwer betroffenen Tagungshauses „Arche Noah – Haus Marienberge“ in Elkhausen/Katzwinkel unterstützen. Viele Gruppen und Chöre aus der Region sind hier gerne zu Gast und hoffen, dass die Tagungsstätte bald wieder hergerichtet und genutzt werden kann.
Superintendentin Andrea Aufderheide unterstützte den Aufruf von Präses Manfred Rekowski zur Hilfe der in vielen Bundesländern vom Hochwasser betroffenen Menschen. Sie appellierte an die Gemeinden, mögliche Klingelbeutel-Kollekten für diesen Zweck umzuwidmen. Bei der Synode selbst wurde eine Spendendose gefüllt und der KSV will aus seinem Nothilfe-Fonds Gelder an die notleidenden Menschen weiterleiten.

Nächste Tagung in Betzdorf
Am 8. und 9. November 2013 kommt die Kreissynode zu ihrer nächsten Tagung, diesmal in Betzdorf, zusammen.

Petra Stroh
Öffentlichkeitsarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen

erstellt von Mathias Wolf am 28.06.2013, zuletzt bearbeitet am 19.10.2017
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