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Herbstsynode bestätigt Sparmaßnahmen
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Herbstsynode bestätigt Sparmaßnahmen

Ein Artikel aus dem Oranienburger Generalanzeiger von Sabine Slatosch

Oberhavel (MZV) Zwei wegweisende Beschlüsse fasste die Herbstsynode des Kirchenkreises Oberes Havelland am Sonnabend in der evangelischen Kirche von Zehdenick: die Regionalisierung der Pfarrsprengel im Raum Lindow bis Liebenwalde sowie die Einrichtung einer Beratungsstelle für Flüchtlinge in Gransee.
"Die Zahlen sagen, dass deutlich weniger Gemeindeglieder in den einzelnen Orten eine Gemeinde bilden" bemerkte Superintendent Uwe Simon in seinem Bericht. Damit würden heute immer mehr Gemeinden erst zusammen die Zahl der Gemeindeglieder ergeben, die zu einer Pfarrstelle gehören - 800 bis 1000 rechne man zu einer Pfarrstelle. Um die Aufgaben dennoch zu bewältigen, beschlossen die Synodalen als Empfehlung an die Gemeinden, in den nächsten Jahren die Zahl der Pfarrsprengel vom Raum Lindow bis Liebenwalde von bisher zehn auf fünf zu reduzieren. Künftig soll es in der Mittelregion die Pfarrsprengel Gransee mit Menz und möglicherweise Meseberg und Baumgarten geben, den Sprengel Löwenberger Land mit Gutengermendorf, Löwenberg und Falkenthal, den Sprengel Zehdenick mit Tornow, Marienthal, Mildenberg, Bergsdorf und Klein-Mutz, den Sprengel Liebenwalde mit Neuholland sowie den Sprengel Lindow mit Herzberg.
Neu ist auch, dass für die Sprengel jeweils zwei Pfarrer zuständig sein werden, außer in Liebenwalde. Es werden also neun Pfarrstellen besetzt, bislang sind es zehn. Die Pfarrer Christian Albroscheit und Günther Schobert gehen 2017 und 2019 in den Ruhestand. Da sich in Gransee für die lange ausgeschriebene Stelle niemand beworben hat, wird nun ein junger Pfarrer, Christian Guth, entsandt und für zwei Jahre verpflichtet. Zudem soll die Stelle von Pfarrer Gerhard Gabriel in Grüneberg, der im Oktober 2015 aus dem Amt scheidet, ausgeschrieben werden.
Am Nachmittag wurde der Stellenplan, in dem auch die Neubesetzung der Zehdenicker Kantorenstelle enthalten ist, für 2015 beschlossen. Wenn der Kreiskirchenrat die Reform-Empfehlung bestätigt, könnte sie noch in diesem Jahr von den Gemeindekirchenräten beschlossen werden.
Die Reform sei ein Stück weit eine Annäherung an kommunale Strukturen, so der Superintendent. Die Oranienburger haben bereits eine eigene Struktur gefunden, die Templiner Region werde nachziehen. "Es ist eine Umstrukturierung, aber keine Erleichterung", das war Pfarrer Dr. Christoph Poldrack bewusst. Dennoch sehe er neue Möglichkeiten. So könnten sich zwei Pfarrer ihre Arbeit ganz anders teilen, nämlich nach ihren Begabungen und Neigungen. Als nächstes will der Strukturausschuss den Einsatz der anderen Mitarbeiter in Angriff nehmen.
Das Finanzvolumen für den Kirchenkreis Oberes Havelland wird 2015 insgesamt 3,742 Millionen Euro betragen. Darin enthalten sind die Gelder für Bauhilfen, die im vorgelegten Haushaltsplan auf 200.000 Euro erhöht wurden. Dazu gehören fortlaufende Sanierungsarbeiten in Meseberg, Vehlefanz und Großwoltersdorf.
Ein wichtiges Thema im ersten Teil der Versammlung war die Flüchtlingsarbeit des Kirchenkreises. Seit vielen Jahren ist der Kirchenkreis Träger der Flüchtlingsberatung in Hennigsdorf. "In Oranienburg und Gransee entstehen neue Unterkünfte, sind aber auch viele Vorbehalte in der Bevölkerung vorhanden", so Simon. Als Reaktion auf diese Problematik beschlossen die Synodalen, eine eigene Stelle zur Arbeit mit Flüchtlingen und zur Beratung der Gemeinden mit der Problematik Flucht und Migration zu schaffen. Dafür werden Räume in der Superintendentur in Gransee zur Verfügung gestellt. Die Stelle ist zunächst befristet für zwei Jahre und wird finanziert aus Personalkostenrücklagen des Kirchenkreises.
Die Zusammenarbeit mit der Granseer Willkommensinitiative, in der sich Pfarrer Mathias Wolf als Mitglied des "Synodalen Arbeitskreises Flucht und Migration" engagiert, soll erweitert werden. Bis zum Frühjahr soll eine Konzeption für die Beratungsstelle erarbeitet werden. "Versteckter und offener Rassismus und Antisemitismus steckt sicher auch in den Kirchengemeinden", so Simon, "wir müssen uns der Ausländerfeindlichkeit stellen. Das ist eine gesellschaftsdiakonische Aufgabe, bei der man nicht auf den Taufschein, sondern auf die Not sehen muss".
erstellt von Mathias Wolf am 10.11.2014, zuletzt bearbeitet am 08.11.2017
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