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Im Urlaub auf Kirchenschau
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Im Urlaub auf Kirchenschau

Ein Artikel aus der MAZ von Cindy Lüderitz

Beim Jahresempfang des Kirchenkreises Oberhavel in Kremmen ging es um die Rolle der Gotteshäuser für den Tourismus

Kremmen – Im Schnitt gibt es jedes Jahr 15 kirchliche Hochzeiten in Kremmen. Die wenigsten Paare kommen aus dem Ort selbst. Nicht mal aus der Umgebung. Norweger und Australier werden dieses Jahr in der Gemeinde heiraten. Und sie werden Gäste mitbringen, die in Hotels und Pensionen übernachten und in den Gaststätten essen werden. So gesehen, sagt Pfarrer Thomas Triebler, haben Kirche und Tourismus doch eine Verbindung.
Ob es noch mehr gibt als Hochzeiten oder das typische Zitat: „Im Urlaub gucken wir uns auch mal eine Kirche von innen an“, war Thema des Jahresempfangs des Kirchenkreises Oberes Havelland am Freitag auf dem Kremmener Spargel- und Erlebnishof. Geschäftsführer Malte-Sören Voigts ist Kirchenältester und Direktvermarkter, und damit auf beiden Gebieten unterwegs. „Das Thema des Empfangs ist sehr gelungen“, sagte er zur Begrüßung und betonte: „Wir brauchen Tourismus.“
Wie die Kirche helfen könne, das Gästeaufkommen noch zu stärken, dafür gab es an diesem Abend viele
Beispiele. Etwa die offenen Kirchen oder den Brandenburgischen Dorfkirchensommer. „Kirchenmitglieder
gewinnen wir dadurch nicht. Aber wir füllen Kirchen. Touristen spenden für Projekte und ohne sie könnten wir in vielen Gemeinden gar keine Konzerte geben“, sagte der Öffentlichkeitsbeauftragte des Kirchenkreises, Mathias Wolf aus Menz.
„Kirchen sind nicht nur Museen“, erklärte der Geschäftsführer der Tourismusmarketing Brandenburg GmbH (TMB), Dieter Hütte. Um die Vielfalt dessen, was in den Gotteshäusern geboten werde, touristisch zu vermarkten, brauche es vor allem die Vernetzung, die Informationen und idealerweise noch eine digitale Verknüpfung. „Kirchen sind Anziehungspunkte“, betonte der TMBChef. Sie stünden für die authentische Geschichte der Regionen. Die Brandenburgischen Sommerkonzerte bestehen in diesem Jahr 25 Jahre. Daneben gibt es im Kirchen-Tourismuskalender weitere herausragende Ereignisse, die auf einen Besucherstrom hoffen lassen. Etwa das Jubiläum des Doms zu Brandenburg.
Die kleinen Dorfkirchen bieten über Sommer nicht weniger Programm. Die Kirchengemeinde Menz etwa stemmt jedes Jahr eine mehrwöchige Konzertreihe. Auf den Kirchenbänken sitzen dann erfahrungsgemäß viele Urlauber. Und es gibt Ausstellungen. Anlässlich der 725-Jahrfeier des Stechliner Ortsteils wird am 7. Juni eine historische Bilderschau eröffnet. „Wir haben mehr als 600 Bilder zur Geschichte des Dorfes bekommen. Damit können
wir noch drei Ausstellungen machen“, erklärte Wolf. Im Gästebuch der Kirche gibt es Einträge von Urlaubern, die sich für die Kultur bedanken und für die Möglichkeit, der inneren Einkehr. Gerade die Pilgerwege in Brandenburg führten neue Gäste in die Gotteshäuser und in die Mark.
Was die Absprache neuer Angebote zwischen Kirche und Tourismus angeht, könnte vieles noch besser werden, sagte Mathias Wolf, der ein wenig enttäuscht war von der Resonanz auf den Austausch am Freitagabend. 40 touristische Verbände, Vereine und Institutionen seien zum Spargelabend eingeladen worden. Viele kamen nicht.


erstellt von Mathias Wolf am 01.06.2015, zuletzt bearbeitet am 22.06.2017
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