Start Willkommen im Kirchenkreis Presseberichte aus dem Kirchenkreis Artikel: Mogo auf dem Bauernmarkt
Mogo auf dem Bauernmarkt
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Mogo auf dem Bauernmarkt

In Oranienburg trafen sich Motorradfahrer zum Gottesdienst. Ein Artikel aus unserer Kirchenzeitung von Uli Schulte Döinghaus

Rund 70 Frauen und Männer nahmen am 21. Mai vor der Bühne auf dem Festgelände des „Bauernmarktes“ im Oranienburger Ortsteil Schmachtenhagen Platz, um sich zum diesjährigen, dem dritten „Motorradgottesdienst“ (Mogo) der Oranienburger Bikerfreunde zu versammeln. Im Kirchenkreis Oberes Havelland sind die Motarradfreunde gern unterwegs. Um den Himmelfahrstag herum fanden sich bereits etwa 2000 von ihnen zum Motorradgottesdienst in Friedrichswalde mit Pfarrer Ralf Schwieger zusammen. Sie erlebten lautstarke Heavy-Metal-Musiker mit Feuer­show vorm Altar.
Am 21. Mai feierten die Biker auf dem Bauernmarkt in Schmachtenhagen. Während die Gottesdienstteilnehmer den Gebeten für verstorbene Biker lauschten, ließen sich weniger andächtige Biker nebenan nicht dabei stören, fachzusimpeln, Bikes zu vergleichen, Geschichten von unterwegs zu erzählen und sich auf die Rundfahrt rund um Oranienburg vorzubereiten.
Organisiert vom „Gottesdienst-Organisationsteam der Oranienburger Bikerfreunde“ waren Gottesdienst und Rundfahrt dem Gedenken an die motorisierten Unfallopfer gewidmet. Die Statistik 2014 weist für Deutschland 675 Motor­radunfälle mit tödlichem Ausgang aus. Der Gottesdienst, musikalisch umrahmt vom Gospelchor „Amazing Voices“, wurde von zwei evangelischen Pfarrern geleitet, die selbst erklärte Motorradfreunde sind. Friedeman Humburg ist Pfarrer von St. Nicolai in Oranienburg und Bernd Schade ist Beauftragter der EKBO für die Arbeit mit Motorradfahrenden.
Bernd Schade, in Motorradkluft und Amtsstola, verlas den ersten Psalm, der für Biker geschrieben wurde: „Bewahre mich Herr, vor dem Tod auf der Straße. Dann, Herr, werde ich dich loben im frischem Fahrtwind der Straße, solange ich lebe.“ In seine nachdenklichen Worte flocht Friedemann Humburg Erinnerungen an die eigene Jugend in der DDR ein, als sein sehnlichster Wunsch nach einem Moped in Erfüllung ging. Wie so viele konnte auch Humburg von einer lebensgefährlichen Begegnung berichten. „Macht dabei mit,“ so ermunterte er seine Zuhörer, „ein bisschen mehr Menschlichkeit auf die Straßen zu bringen – dann wird es eine richtig tolle Motorradsaison.“
In Begleitung einer Motorrad­staffel der Polizei machten sich die Biker zu einem Gedenkkorso auf. Manche hatten ihre Kluft mit der fragwürdigen Aufschrift „Street Fighters“ verziert. Einer machte sich mit einer Lederjacke auf den Weg – mit der Aufschrift „He is Lord“.
erstellt von Mathias Wolf am 10.06.2016, zuletzt bearbeitet am 16.03.2017
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