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Freunde sein
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Freunde sein

Erstes Christenlehre-Camp des Kirchenkreises war ein Abenteuer. Ein Artikel aus unserer Kirchenzeitung von Constance Bürger

Die rechte Hand liegt auf der Schulter des Nachbarn, in der linken Hand flackert eine Kerze. Konzentriert stehen 73 Mädchen und Jungen nebeneinander, lauschen der lateinamerikanische Musik . Sie tanzen bedächtig im Takt. Schon bei der Abendandacht vorher waren die 8- bis 10-Jährigen ganz bei sich. „Es war mucksmäuschen still, man hätte eine Stecknadel fallen hören können“, sagt Ulrike Gartenschläger, seit acht Jahren Kreiskatechetin im Kirchenkreis Oberes Havelland.
Die Kinder kamen am vergangenen Wochenende zum ersten Christenlehre-Camp des Kirchenkreises Oberes Havelland im Freizeit- und Gästehaus am Wald in Neuendorf zusammen. In dem weitläufigen Gelände „roch es in einigen Ecken sehr nach Abenteuer“, sagt Gartenschläger. Und so überraschten das rhythmische Klopfen und die Klänge von raschelenden Fußkettchen nicht. „Wir hatten Spaß – und das ist Gottes Segen“, rappte da eine achtköpfige Gruppe in orangenen T-Shirts: die Hofmusici, Teil von König Sauls Hofvolk. Neben ihnen gab es noch weitere sieben Gruppen wie die Hofnarren und Hofmaler. Alle scharten sich um König Saul, gespielt von Dirk Bock, Gemeindepädagoge in Herzberg und Lindow. Denn sie wollten mehr erfahren über die Freundschaft zwischen dem Königssohn Jonathan und dem Hirtenjungen David. „Freunde fürs Leben“ war das Thema des Camps.
Aus dem gesamten Kirchenkreis, insbesondere aber aus kleineren Kirchengemeinden wie Zehlendorf, Menz und Marwitz, waren die Teilnehmenden angereist. „Wir wollten verstärkt diese Kinder einladen, um zu zeigen: Es gibt eine große Gemeinschaft von Christenlehrekindern“, sagt Gartenschläger. Im Kirchenkreis gibt es etwa 450 von ihnen. Die Kindergruppen sind offen für alle. Etwa die Hälfte von ihnen ist nicht getauft. Regelmäßige Treffen finden aber eher in Gemeinden mit Schulstandorten statt. Um die Kinder in kleineren Gemeinden auch zu erreichen, entstand die Idee zum Christenlehre-Camp.
Freunde auf Leben und Tod
Auf der Bühne stehen zwei Teamerinnen, die 15-jährige Paula-Marie als Königssohn Jonathan und die 14-jährige Marike als Hirtenjunge David. Obwohl die beiden Figuren aus ganz unterschiedlichen sozialen Verhältnissen stammen, wollen sie Freunde sein. Aber wie? König Saul in seinem weißen Gewand und mit goldener Krone, der strikt gegen die Freundschaft ist, verschläft das heimliche Gespräch der beiden. Die beiden Freunde wollen einander schützen, auf Leben und Tod.
„Uns ist es wichtig, dass alle Kinder Teil der Geschichte sind“, sagt Ulrike Gartenschläger. Die zum Hofvolk gehörenden Bauern, Berater, Bediensteten wie Köche und Bäcker und Soldaten präsentierten sich dann zum Abschlussgottesdienst am Sonntag den etwa 130 Gästen. Zum Agapemahl gab es von den Bediensteten selbstgebackenes Brotkonfekt. Die Soldaten sprachen ein Gebet für Gerechtigkeit, die Hofnarren am Ende den Segen.
Und was haben die Kinder über Freundschaft gelernt? In Gruppen spielten sie Alltagssituation nach: Ein Junge steht abseits von einer größeren Gruppe allein auf dem Schulhof. Er ist neu, schaut eingeschüchtert in die Gruppe, die miteinander Ball spielt. Sie muntern ihn auf, mitzuspielen, vielleicht werden sie Freunde.
erstellt von Mathias Wolf am 10.06.2016, zuletzt bearbeitet am 16.03.2017
veröffentlicht unter: Presseberichte aus dem Kirchenkreis