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Die Zahl der Pfarrsprengel im Norden schrumpft: aus elf werden fünf
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Die Zahl der Pfarrsprengel im Norden schrumpft: aus elf werden fünf

Die neuen und vergrößerten Sprengel sind: Gransee, Zehdenick, Löwenberger Land, Liebenwalde, Lindow-Herzberg - Ein Bericht aus der MAZ von Stefan Blumberg

Gransee. Die Anzahl der Pfarrsprengel im Norden des Kreises Oberhavel reduziert sich enorm. Aus elf Sprengeln in der sogenannten Mittelregion des Kirchenkreises Oberes Havelland werden fünf. Zum Teil hat die Reform schon gegriffen, in vier Sprengeln wird bereits in den veränderten Strukturen gearbeitet. „Es hat einige Verschiebungen gegeben“, sagt Mathias Wolf, im Kirchenkreis für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. So werden einige Kirchengemeinden von ihrem angestammten Pfarrsprengel zu einem anderen wechseln. Erfolgt ist die Einteilung nach territorialen Gesichtspunkten – dabei spielten aber auch die Voten aus den Kirchengemeinden, die im Vorfeld alle befragt wurden, eine wichtige Rolle.
Neu ist das „Löwenberger Land“, das sich aus den bisherigen Sprengeln Gutengermendorf und Grüneberg zusammensetzt; bis auf Meseberg und Baumgarten, die zum 1. März 2017 zum Pfarrsprengel Gransee gehören werden. Dafür finden sich nunmehr Falkenthal und Liebenberg im Löwenberger Land wieder (den bisherigen Sprengel Falkenthal gibt es nicht mehr). Die Kirchengemeinde Grüneberg hatte sich gegen dieses neue Konstrukt ausgesprochen, beugte sich aber der demokratischen Abstimmung.
Für Ruth-Barbara Schlenker, die neue Pastorin in Grüneberg ist die Reform auch eine Folge der sinkenden Mitgliederzahlen, sodass die Verwaltungsstrukturen zu groß geworden seien. So hätten sich Kirchengemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Löwenberger Land zu einem Sprengel zusammengeschlossen, um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden. In die Gemeinden soll in den kommenden Jahren erst einmal Sicherheit einkehren, damit nicht bei jedem Pfarrstellenwechsel wieder neue Fragen aufgeworfen werden. Einen Neubeginn feierten deshalb die neuen Kirchengemeinden zum Reformationsfest.
Ebenfalls zusammengelegt wurden die Sprengel Gransee und Menz zu „Gransee“. Der bisherige Granseer Bereich ist mit mehr als 1000 Kirchenmitgliedern so gut ausgestattet, dass die eine Pfarrstelle (Christian Guth) gerechtfertigt ist. In Menz sind es weniger Mitglieder. Dort teilen sich Mathias und Beate Wolf eine Pfarrstelle, wobei Mathias Wolf zusätzlich die Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis betreibt und seine Frau Beate als Gefängnisseelsorgerin tätig ist. „Wir arbeiten schon seit sechs Jahren intensiv mit dem Granseer Sprengel zusammen“, sagt Mathias Wolf. Das betrifft insbesondere die Konfirmanden- und Kinderarbeit. Mit der Fusion, die am 1. März 2017 in Kraft tritt, wird das Miteinander nahtlos fortgeführt. Gemeinsam hat der neue Pfarrsprengel „Gransee“ etwa 1800 Kirchenmitglieder. Die Standorte Menz und Gransee bleiben erhalten und heißen künftig Seelsorgebereich.
Auch die Sprengel Lindow und Herzberg bilden jetzt eine Einheit; dazu gehört unter anderem Vielitz-Glambeck und Grieben.
Um Neuholland gewachsen ist der Sprengel Liebenwalde. Auch die evangelische Familie des Sprengels Zehdenick gewann an Größe. Bergsdorf und Klein-Mutz sowie Tornow-Marienthal und Mildenberg-Altlüdersdorf gehören nun dazu. Durch diese neue Struktur konnten vorerst alle Stellen gesichert werden. Es sei schwer, aufzustocken.
Auf der Kreissynode am kommenden Wochenende in Templin wird der Stellenplan im Kirchenkreis eine Rolle spielen. Inwieweit es möglich sein wird, zum Beispiel befristete Projektstellen einzurichten, zeichnet sich dort womöglich ab.
Aber selbst wenn freie Dorfpfarrstellen zur Besetzung ausgeschrieben werden, sei es oft nicht so leicht, Dorfpfarrstellen wieder neu zu besetzen, so Mathias Wolf. Sie seien nicht sehr attraktiv, weil es relativ wenige Kirchenmitglieder gebe und die noch auf viele Dörfer verteilt seien. Der Aufwand, den Pfarrer im ländlichen Raum betreiben, sei, so Mathias Wolf, hoch. Ein wesentlicher Faktor sei die Verwaltungsarbeit. Dazu zählt er die Bauanträge, die ein Zeitklauer sind, „da sie in vielfacher Ausfertigung bei verschiedenen Institutionen zu stellen sind“ - diese Zeit fehle dann aber für Besuche und Gespräche. Es macht schon einen Unterschied, ob man eine Großstadtgemeinde betreut, wo es eine Kirche und mehrere Pfarrerinnen und Mitarbeitende gibt – oder mehr oder weniger allein mit Ehrenamtlichen sich um 10 Kirchen und entsprechend viele Friedhöfe zu kümmern hat.
Die Zahl der Kirchenmitglieder sind zwar leicht rückläufig, dies sei laut Mathias Wolf aber nicht in erster Linie der Grund für die neuen Strukturen, denn die Kirchsteuer sei gestiegen. Vielmehr geht es um die Schaffung von Strukturen, die mittelfristig Planungssicherheit geben, die eine Zusammenarbeit ermöglichen und andererseits trotzdem jeder Kirchengemeine weiterhin feste Ansprechpartner garantieren.

Die fünf Pfarrsprengel im Mittelbereich Gransee (bisher Gransee und Menz):
Mit den Kirchengemeinden Dollgow, Gransee, Großwoltersdorf, Menz, Neulögow, Rönnebeck, Schulzendorf, Schönermark, Sonnenberg, Wolfsruh, Zernikow, Baumgarten, Meseberg
Lindow-Herzberg (bisher Lindow und Herzberg): Mit den Kirchengemeinden Dierberg, Vielitz-Glambeck, Grieben, Herzberg, Lindow, Rüthnick, Schönberg
Löwenberger Land (bisher Grüneberg und Gutengermendorf): Mit den Kirchengemeinden Grüneberg, Linde, Löwenberg, Teschendorf, Großmutz, Gutengermendorf, Kraatz, Buberow, Falkenthal, Liebenberg
Liebenwalde: Mit den Kirchengemeinden Liebenwalde, Neuholland, Wensickendorf, Zehlendorf
Zehdenick (bisher die Pfarrsprengel Zehdenick, Tornow-Marienthal, Mildenberg-Altlüdersdorf): Mit den Kirchengemeinden Bergsdorf, Krewelin, Klein-Mutz, Zehdenick, Tornow-Marienthal, Altlüdersdorf, Badingen, Klein-Mutz, Mildenberg-Ribbeck, Zabelsdorf
erstellt von Mathias Wolf am 06.11.2016, zuletzt bearbeitet am 22.06.2017
veröffentlicht unter: Presseberichte aus dem Kirchenkreis

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