Start Willkommen im Kirchenkreis Presseberichte aus dem Kirchenkreis Artikel: Kirchenkreis vor dem Umbruch
Kirchenkreis vor dem Umbruch
Foto: MAZ
Bildrechte: MAZ

Kirchenkreis vor dem Umbruch

Ein Artikel aus der MAZ von Cindy Lüderitz

Zehdenick. Die Ruhestandswelle von Pfarrern im Kirchenkreis Oberes Havelland ist absehbar. In den nächsten fünf Jahren scheidet rund ein Drittel aus dem Berufsleben aus, sagt Superintendent Uwe Simon. In einigen Jahren, so seine Befürchtung, werde der Kirchenkreis solche Stellen womöglich nicht mehr oder nicht auf Anhieb besetzen können – nicht, weil es die Gelder dafür nicht gäbe, sondern weil die Bewerber fehlten.
Lange Prozedere bei der Nachbesetzung der Pfarrstellen beispielsweise in Gransee und Liebenwalde hätten deutlich gemacht, dass die Mehrheit der jungen Pfarrer lieber in die Großstadt möchte als in den ländlichen Raum. Dasselbe gelte für Kantoren oder auch Gemeindepädagogen. „Die Bewerber stehen hier nicht Schlange“, so Simon. Auch deshalb regte er vor der Kreissynode in Zehdenick an, darüber nachzudenken, welche Hausaufgaben die Gemeinden und der Kirchenkreis machen müssen und können, um Bewerber für das Obere Havelland zu gewinnen. „Wir können nicht alles beeinflussen, aber vielleicht ein bisschen“, so Simon. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie beziehungsweise Privatleben etwa. Auch mit einem attraktiven Wohnumfeld oder dem Engagement von Gemeindegliedern könne für den Kirchenkreis geworben werden.
Mit Christian Albroscheit wurde erst im Januar ein Pfarrer verabschiedet. Günter Schobert (Mildenberg), Holger Baum (Lindow), Ralf-Günther Schein (Templin), Dieter Rohde (Hammelspring) und der stellvertretende Superintendent Christoph Poldrack (Leegebruch) sind 60 Jahre und älter und werden in den nächsten Jahren ihren Ruhestand antreten. „Wir hatten jetzt noch Glück, dass wir alle offenen Stellen, wenn auch erst nach zwei oder drei Ausschreibungen, besetzen konnten“, so Simon.
Einen längeren Block widmeten die Synodalen der Partnerschaftsarbeit in Rumänien und Simbabwe. „Es tut gut, sich mal nicht nur mit sich selbst zu beschäftigen“, so Simon. Zumal gerade in Simbabwe mit Hungersnöten, fehlendem sauberen Wasser und gravierenden sozialen Problemen wirkliches Leid herrsche. Der Kirchenkreis strengt zur Unterstützung der Partnergemeinde dort eine Spendensammlung zu Ostern an.

erstellt von Mathias Wolf am 16.03.2017, zuletzt bearbeitet am 22.06.2017
veröffentlicht unter: Presseberichte aus dem Kirchenkreis

Diese Information ist auch in der Newsliste des Kirchenkreises zu sehen.