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Rüthnicker wollen Anschluss vermeiden

Rüthnicker wollen Anschluss vermeiden

Christian Schönberg im Ruppiner Anzeiger vom 12.11.2012

Herzberg (MZV) Dass der Kirchenkreis Oberes Havelland künftig Pfarrstellen eindampfen will, sorgt im Herzberger Sprengel bereits für großes Unverständnis - und auch Widerstand.

Einen konkreten Zeitplan gibt es zwar noch nicht. Der Herzberger Pfarrer Ulrich Baller wird weiterhin seinen Dienst für den Sprengel tun. Allerdings scheint absehbar, dass die Pfarrstelle bei Freiwerden nicht mehr neu besetzt wird.

Der Sprengel soll ersten Plänen zufolge sogar aufgesplittert werden. Nur ein Teil würde Lindow, Grieben aber beispielsweise dem Gutengermendorfer Sprengel zugeordnet werden. Und Rüthnick soll sich sogar der Kremmener Gemeinde anschließen.

"Wenn man sich hier umhört, gibt es keinen, der dafür Verständnis hat", sagte gestern Christa Maaß von der Rüthnicker Kirchengemeinde. Herzberg ist drei, die Oberhavelstadt fast 15 Kilometer entfernt. Was noch schwerer wiegt: "Es gibt für Rüthnick überhaupt keinen Bezug zu Kremmen, wir haben ihn auch nie gehabt", so Maaß.

Stattdessen ist Rüthnick Teil des Amtes Lindow. Dorthin besteht daher ein viel stärkerer Kontakt. Der dortige Pfarrer Holger Baum hat bislang auch Urlaubsvertretung - zuletzt Anfang November - für Ulrich Baller gemacht.

"Für die Griebener und Rüthnicker sind die Pläne eine Katastrophe", findet auch die stellvertretende Herzberger Gemeindekirchenrats-Vorsitzende Sabine Zellmer. Doch auch sie fühlt sich von den "Gedankenspielen sehr getroffen. "Wir haben ein sehr aktives Gemeindeleben", betont sie. Selbst unter denen, die nicht Mitglieder der Kirche sind, werde in Herzberg der Wegfall der Pfarrstelle als Verlust für das ganze Dorf angesehen. Schließlich initiiert die Kirche auch viel, woran auch Nichtgläubige sich aktiv einbringen wollen - so Frühjahrsputzaktionen oder den Ernteumzug vor einigen Wochen. "Den Wegfall der Pfarrstelle werden wir nicht kampflos hinnehmen", so Zellmer: "Aufgaben nur noch ehrenamtlich erledigen zu lassen, geht doch nicht"

Im Gemeindebrief wurde deutlich, dass sämtliche örtlichen Kirchenräte "keinesfalls eine Nicht-Wiederbesetzung - Wegfall - der Herzberger Pfarrstelle hinnehmen und einer Zerteilung des Pfarrsprengels unter keinen Umständen zustimmen" wollen. Herzberg ist nicht die einzige Pfarrstelle, die gestrichen werden soll. Im Einzugsbereich des Löwenberger Landes und Lindow sollen aus vier Pfarrstellen künftig zweieinhalb werden.

Wann die Pläne umgesetzt werden, was Herzberg betrifft, scheint unklar. Der 53-jährige Ulrich Baller ist seit 2002 Pfarrer in der Gemeinde, zu der acht Orte gehören.
erstellt von Mathias Wolf am 12.11.2012, zuletzt bearbeitet am 22.06.2017
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