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Unter dem Strich drei Stellen weniger

Unter dem Strich drei Stellen weniger

Gransee (mzv) Der Rahmenstellenplan des Kirchenkreises Oberes Havelland ist abgesegnet, nun nimmt die Diskussion um die Ausgestaltung der Zielvereinbarung an Fahrt auf. Klar ist: Eine Mitarbeiterschaft von aktuell mehr als 60 hauptberuflich Tätigen wird sich der Kirchenkreis im Jahr 2021 nicht mehr leisten können.

Das betonten Superintendent Uwe Simon und der Menzer Pfarrer Mathias Wolf, seit kurzem zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis, bei einem Pressegespräch im Nachklang zur jüngsten Synode Anfang November. Auf dieser hatten die Kirchenparlamentarier zum einen die Bildung von vier Regionen beschlossen; Zehdenick-Gransee-Lindow, Oranienburg, Velten-Leegebruch und Templin (GZ berichtete). Zum anderen votierten sie für eine an diese neue Struktur angepasste Rahmenstellenplanung, die vor dem Hintergrund sinkender Einnahmen perspektivisch Personalkürzungen vorsieht. "Wir haben optimistisch gerechnet und sind davon ausgegangen, dass die Einnahmen jedes Jahr um drei Prozent zurückgehen. Außerdem sind immer weniger unserer Mitglieder kirchensteuerpflichtig, aktuell nur noch 60 Prozent", so Simon. Diese Annahmen auf das Jahr 2021 hochgerechnet, ergeben einen deutlich abgespeckten finanziellen Rahmen und damit eben auch weniger Geld, das künftig für Personal zur Verfügung steht. In Zahlen ausgedrückt: 2,5 Millionen Euro gibt der Kirchenkreis derzeit für die Bezahlung seiner Mitarbeiter aus, 2021 sollen es nur noch rund zwei Millionen Euro sein."Daher müssen wir mittelfristig reduzieren", erklärte der Superintendent.

Allerdings solle der Personalabbau nicht auf Kosten der beruflichen Vielfalt vorangetrieben werden. Heißt: Es wird auch im Jahr 2021 neben Pfarrern weiter eine Vielzahl von Kirchenmusikern, Katecheten und Gemeindepädagogen geben. Darauf hatten sich die Synodalen in Neuglobsow verständigt.

Über die konkrete Ausgestaltung des Planes - welche und wie viele der zugewiesenen Stellen wo besetzt werden - entscheiden die vier neuen Regionen selbst. Derzeit werde darüber in den Gemeinden und Pfarrsprengeln intensiv diskutiert, so Pfarrer Wolf. Da wo es wirklich Sinn macht, sollen die Kräfte gebündelt und so langfristig Kosten eingespart werden. "Meine drei Konfirmanden muss ich nicht alleine unterrichten, das kann ich auch im Team machen", erläuterte der Öffentlichkeitbeauftragte Wolf. Über die Vorschläge stimmt die Frühjahrssynode 2013 ab.

Für die Region Zehdenick-Gransee-Lindow hat die Strukturkommission für das Jahr 2021 mit Personalkosten in Höhe von 740 000 Euro kalkuliert. Mit diesem Geld sollen rund 15 Stellenanteile ausfinanziert werden. Das macht unter dem Strich also drei volle Stellen weniger als bislang - darunter 2,5 Pfarrstellen. Um die viel diskutierte Zusammenlegung von Pfarrsprengeln wird die flächenmäßig größte Region des Kirchenkreises also nicht herum kommen, oder eben alternativ um die Reduzierung von Stellenanteilen.

Um seinen Job fürchten müsse jedoch weiterhin niemand. Der Rahmenplan diene lediglich als Orientierung bei Neueinstellungen, wenn sich zum Beispiel ein Mitarbeiter in den Ruhestand verabschiedet oder den Wohnort wechselt, betonte Uwe Simon. Dass sich angehende Theologen, Kirchenmusiker oder -pädagogen deshalb nun Sorgen machen müssen, künftig keine Anstellung mehr im Kirchenkreis zu finden, glaubt Simon nicht - in den nächsten zehn, zwölf Jahren werden allein sieben bis acht Pfarrer in Rente gehen.
erstellt von Mathias Wolf am 22.11.2012, zuletzt bearbeitet am 16.03.2017
veröffentlicht unter: Presseberichte aus dem Kirchenkreis