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Ostern soll es wieder läuten
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Ostern soll es wieder läuten

Ein Artikel aus der Gransee-Zeitung von Matthias Henke

Gransee (MOZ) Früh morgens in der Osternacht sollen die Glocken der St. Marienkirche wieder erklingen. Darauf hofft die evangelische Kirchengemeinde. Demnächst beginnt die lang erwartete Reparatur. Auch an der Fassade haben die Handwerker einiges zu tun. Am Mittwochvormittag wurden die ersten Gerüste aufgebaut.

Über die aktuellen Ereignisse informiert Pfarrer Christian Guth die Gemeindeglieder auch im neuen Gemeindebrief, der Anfang März erscheinen wird. Doch hinsichtlich des Baustarts müsse er sich korrigieren, sagte Guth. Doch dies habe einen erfreulichen Hintergrund, haben die Gerüstbauer doch bereits früher Zeit, womit nicht fest gerechnet werden konnte. Im Gemeindebrief, für den bereits Redaktionsschluss war, wird da noch etwas vage davon die Rede sein, dass „in diesen Tagen“ begonnen werde, die Gerüste aufzubauen.

Das Gesamtprojekt ist ambitioniert und umfasst nicht nur die Sanierung des Geläuts, das zum Teil von Rost befallen ist, dessen Klöppel abgenutzt sind und durch dessen hölzerner Aufhängung sich die Fäulnis frisst. Für letzteres ist nicht zuletzt ein undichtes Dach verantwortlich.

Mehr als vier Jahre sei es inzwischen her, dass die ersten Untersuchungen an den Türmen der Kirche erfolgten, blickt Pfarrer Guth zurück. Zu Beginn schien alles noch harmlos – ein paar bröckelnde Fugen an der Turmspitze und einige Steine im Turmraum, die wohl etwas Aufmerksamkeit bedurften. Noch bevor er Pfarrer von Sankt Marien geworden sei, begutachteten Fachleute die Schäden. Doch je genauer sie hinschauten, desto deutlicher wurde, dass viel mehr zu tun sein wird und auch finanziell einiges auf die Gemeinde zukommt.

Ende 2017 wurde dann auch für jene deutlich, dass etwas im Argen liegt, die der evangelischen Gemeinde nicht unbedingt nahe stehen. Die Glocken schwiegen – zunächst riefen sie nicht mehr zum Gottesdienst, dann versagte auch der Stundenschlag. Um Spenden wurde geworben, zunächst im Gemeindeblatt, dann auch in der Zeitung. Im Sommer wurde neben dem Haupteingang unter der Orgelempore eine Spendenwand aufgestellt. Beträge zwischen einem und 200 Euro wurden auf die dort angebrachten Umschläge geschrieben. Wer Spenden wollte, wählte den Umschlag mit der entsprechenden Summe, steckte das Geld hinein und warf ihn in den Spendenkasten. Ein Foto einer der Glocken durfte als Dankeschön mitgenommen werden. Aber so genau nahm es nicht jeder. Das Geld landete auch so in der Spendenbox.

Hinsichtlich der erfahrenen Unterstützung seien laut Guth alle Erwartungen übertroffen worden. Der Pfarrer zählt auf: Gemeindeglieder und Nicht-Gemeindeglieder, die Stadt, Vereine und Gewerbetreibende boten Hilfe an. Die Stadt habe überdies dafür gesorgt, dass auch Bund und Land sich beteiligen können, die Landeskirche und der Kirchenkreis stellen ebenfalls Geld zur Verfügung, auch Stiftungen und die Mittelbrandenburgischen Sparkasse sagten Unterstützung zu, „denn das Engagement hier am Ort beeindruckte“, so Guth. Immerhin deutlich über 400?000 Euro seien für das Gesamtvorhaben erforderlich, ein vielfaches dessen, was die Granseer jährlich für die gesamte gemeindliche Arbeit zur Verfügung haben. Bis auf rund 10 ?000 Euro kam das benötigte Geld zusammen.

Nun gehen bald Glockenbauer an die Arbeit, restaurieren die Joche beziehungsweise tauschen sie aus, bauen neue Klöppel ein. Innen und auch außen werden Tischler, Maurer und Dachdecker zerplatzte Steine, aufgeplatzte Fugen und zerbrochene Balken austauschen und das Dach reparieren.
erstellt von Mathias Wolf am 27.02.2019, zuletzt bearbeitet am 28.02.2019
veröffentlicht unter: Neues aus der Kirchengemeinde

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