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Warten auf das Glockengeläut
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Warten auf das Glockengeläut

Ein Artikel aus der MAZ von Martina Burghardt

Die Sanierungsarbeiten an der Marienkirche Gransee verzögern sich – das Gerüst ist noch nicht vollständig – unabhängig davon wird im Glockenstuhl gearbeitet


Gransee. Der eingerüstete Turm der Marienkirche in Gransee kündet seit gut drei Monaten von den schon lange geplanten Sanierungsarbeiten. Gleich mehrere Baustellen gibt es an und in der Kirche. Dazu der Schaden am Dach, verursacht durch den Herbststurm 2018. Doch der ist so gut wie beseitigt. Der First war abgekippt, die letzten Steine sollen in dieser Woche an ihren Platz kommen.
Im Mauerwerk des Turms, der das letzte Mal in den 1990er Jahren saniert wurde, platzt der damals verarbeitete Beton ab, Ziegel sind locker, Risse haben sich gebildet. Allerdings ist das Gerüst noch unvollständig, der Fluchtweg für die Bauarbeiter fehlt bislang. Seit dem Brand von Notre Dame sind alle Beteiligten in Sicherheitsfragen besonders sensibilisiert.
Bröckelnde Fugen in der Turmspitze und lose Steine im Turmraum stehen schon seit mehreren Jahren unter Beobachtung. „Die extremen Wetterumschwünge führen dazu, dass die Feuchtigkeit innen sehr hoch ist“, erklärt Pfarrer Christian Guth (33). „Es tropft aus der Spitze.“ Das wird sich auch in Zukunft nicht völlig vermeiden lassen, allerdings gilt es zu verhindern, dass die Glocken etwas abbekommen.
Im Zuge der Arbeiten werden auch der Bewuchs entfernt, das Ziffernblatt erneuert und die Schallluken repariert.
Christian Guth beschäftigt sich mit den Bauschäden, seit er 2015 die Pfarrstelle angetreten hat. Wie viel Bausachverstand er sich aneignen musste und Spendenaktionen zu organisieren hatte, darauf war er nur vage vorbereitet. Mittlerweile sind ihm die vielen Details, auf die es beim Kirchenbau ankommt, vertrauter.
Die zweite große Baustelle neben der Mauerwerkssanierung befindet sich ganz oben im Turm, im Glockenstuhl. Die beiden kleineren Glocken sind bereits wieder funktionstüchtig, an der Aufhängung der mittleren und der großen Glocke wird noch gearbeitet. Ein Sachverständiger hatte festgestellt, dass die Joche und die eisernen Klöppel erneuert werden müssen. Die nutzen sich nämlich im Laufe der Zeit ab. Der Klöppelballen wird dünner, der Schwungzapfen länger, wenn immer wieder etwas angefügt wird. Irgendwann klingt es nicht mehr. Neue Antriebsmotoren werden dafür sorgen, dass der Schwung dosiert wird. Sturmglocke, Ruferglocke, Totenglocke und Taufglocke stammen aus dem 18. Jahrhundert und sind zwischen 480 Kilogramm und 2,3 Tonnen schwer.
„Von 1725 stammt auch ein leichter Umbau des Glockenstuhls, damit die vierte Glocke dort neben der dritten hängen konnte“ so Christian Guth. „Zuvor hatte die St.-Marien-Kirche nur drei Glocken.“
Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten am Turm noch dauern. „Die konservatorischen Untersuchungen sind so gut wie abgeschlossen. Jetzt warten wir auf das Gerüst“, so Christian Guth. Währenddessen werden bereits die benötigten Ziegel gebrannt.
Parallel dazu ist die nächste Kirchen-Baustelle in Vorbereitung. Im Gemeindehaus sind unter anderem die Leitungen für Wasser, Abwasser und Strom zu erneuern. Außerdem wird ein neuer Heizkessel installiert. Nächsten Dienstag wird man die Aufträge vergeben.

erstellt von Mathias Wolf am 06.06.2019, zuletzt bearbeitet am 25.12.2020
veröffentlicht unter: Neues aus der Kirchengemeinde