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Nach dem Abschied wird gepilgert
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Nach dem Abschied wird gepilgert

Pfarrer Christoph Poldrack aus Leegebruch geht im April in den Ruhestand. Ein Artikel aus der MAZ von Ulrike Gawande

Christoph Poldrack, evangelischer Pfarrer der Kirchengemeinde in Leegebruch sowie Velten und Marwitz, geht nach zehn Jahren im Amt in Ruhestand. Am 22. April wird er feierlich verabschiedet. Dann will er pilgern, bis nach Santiago de Compostela.

Leegebruch. Eigentlich wollte Christoph Poldrack Astrophysiker oder Molekularbiologe werden, doch man verweigerte dem in Neustadt (Sachsen) aufgewachsenen heute 65-Jährigen den Zugang zur EOS. Auch der Umweg über eine Facharbeiterausbildung blieb ihm verschlossen, nachdem ihm dreimal ein Lehrvertrag wieder aufgekündigt worden war. „Da kam ich zu dem Ergebnis, Theologie zu machen“, so Poldrack, dessen Vater ebenfalls Pfarrer gewesen ist.
Pfarrer Christoph Poldrack aus Leegebruch geht im April in den Ruhestand

Vor zehn Jahren hatte Christoph Poldrack mit seiner Frau Nele die Pfarrstelle in Leegebruch übernommen und war auch für die Gemeinden in Velten und Marwitz zuständig. Am 22. April wird der beliebte Pfarrer nun in den Ruhestand verabschiedet. Er wolle anschließend pilgern, verriet er. Alleine. Von Leegebruch nach Santiago de Compostela, in vier bis fünf Monaten. „Ich probiere es einfach, ich muss ja niemandem etwas beweisen.“

Sein Studium absolvierte Poldrack in Greifswald, nachdem er auf dem Evangelischen Gymnasium in Hermannswerder ein kirchliches Abitur ablegen konnte. Es folgte die Promotionszeit an der Hochschule, später ein Job als wissenschaftlicher Sekretär und rechte Hand des Dekans im Fachbereich der Systematischen Theologie. Im Oktober 1989 gehörte Christoph Poldrack dann zu den Gründern des Neuen Forums in Greifswald und machte nach der Wende vier Jahre lang Politik, saß in der Greifswalder Bürgerschaft und im Landtag. Im Rahmen der Ehrenkommission für die Universität war er dann für die Überprüfung des Unipersonals zuständig. „3?500 Menschen habe ich durchleuchtet,. Das war wie ein Hauptberuf, von den anderen Aufgaben war ich freigestellt. Dabei hatte ich ursprünglich studiert, um Pfarrer zu werden“, so der sechsfache Vater und vierfache Großvater.
Pfarrer Christoph Poldrack aus Leegebruch geht im April in den Ruhestand

1995 besann er sich auf seine Wurzeln und übernahm eine Pfarrstelle in Anklam, die er sich mit seiner Frau Nele teilte. Parallel war Poldrack im Greifswalder Konsistorium für das Prüfungswesen und die Vikare und Kirchenmusiker zuständig. „Ich habe die Zeit genossen, weil die Arbeit auf zwei Ebenen neue Perspektiven bietet und für das gegenseitige Verständnis sehr hilfreich war. Wie ein Mediator.“

2008 ging es dann nach Leegebruch, dort gab es eine 60-Prozent-Stelle, weitere 40 Prozent gab es in Velten und Marwitz. Gemeinsam mit seiner Frau teilte er sich die Aufgaben und besetzte im Laufe der Jahre parallel mehrere Vakanzvertretungen im Landkreis, wie in Vehlefanz, Liebenwalde und Gransee oder aktuell in Gutengermendorf. „Ich habe den Kirchenkreis gut kennengelernt, man bekommt so einen anderen Blick auf die Gemeinden.“

Von Ulrike Gawande
erstellt von Mathias Wolf am 02.03.2018, zuletzt bearbeitet am 23.04.2018
veröffentlicht unter: Neues aus der Kirchengemeinde

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