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Andacht zum letzten Sonntag der Epiphaniaszeit, 31. Januar 2021

im Ev. Pfarrsprengel Sachsenhausen von Gemeindepädagoge Michael Wendt

Lied:
Morgenglanz der Ewigkeit (EG 450)
1) Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte,
schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte
und vertreib durch deine Macht unsre Nacht.

2) Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen;
lass die dürre Lebensau lauter süssen Trost genießen
und erquick uns, deine Schar, immerdar.

3) Gib, dass deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte,
und erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgenröte,
dass wir eh wir gar vergehn, recht aufstehn.

Psalm 27
Der HERR ist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist die Zuflucht meines Lebens:
Vor wem sollte mir bangen?
Eines habe ich vom HERRN erfragt, dieses erbitte ich:
im Haus des HERRN zu wohnen alle Tage meines Lebens;
die Freundlichkeit des HERRN zu schauen
und nachzusinnen in seinem Tempel.
Höre, HERR, meine Stimme, wenn ich rufe;
sei mir gnädig und gib mir Antwort!
Mein Herz denkt an dich: Suchet mein Angesicht!
Dein Angesicht, HERR, will ich suchen


Gedanken zum Predigttext 2. Petrus 1,16-19

Liebe Leserinnen und Leser!
Wir Christen haben viel zu erzählen. Unsere Bibel ist voll mit wunderbaren Erzählungen und schönen Geschichten. Geschichten von Rettung und Neuanfängen. Erzählungen voller Hoffnung, Liebe und Zuversicht. Wir finden in ihr Berichte von Wundern und Heilungen. Geschichten von einer Geburt im Stall. Von einem Stern im Osten und Menschen die ihm folgten. Erzählen können wir vom leeren Grab am Ostermorgen und der Erkenntnis: Der Herr ist nicht unter den Toten, der Herr lebt. Wir möchten sie nicht missen diese wunderbaren Geschichten, die Grund unseres Glaubens sind und Anlass für viele besondere Feste. Aber glauben wir noch an diese Geschichten? Warten wir tatsächlich noch darauf, dass der Herr wiederkommt und eine neue Zeit anfängt. Hoffen wir noch auf das Licht, dass das Dunkel erhellt, wie wir es an Weihnachten gefeiert haben. Oder haben die Zweifler dieser Welt vielleicht recht, wenn sie sagen: eure tollen Geschichten sind doch nichts weiter als schöne Märchen. Ist die Bibel nur eine Sammlung spannender Romane und Erzählungen?

Nein die Zweifler haben nicht Recht, schreibt Petrus in einem seiner Briefe um das Jahr 120 herum. Die Geschichten der Bibel sind keine schönen Erzählungen oder elegante Romane und schon gar keine Märchen. Die Geschichten sind Wort Gottes, festgehalten für alle Ewigkeit. Sie reden von dem was wirklich ist: Gott war da, Gott ist da und Gott wird da sein. Die biblischen Erzählungen sind eben keine erdachten Abenteuerromane. Es sind gelebte Glaubenserfahrungen. Menschen erzählen von dem, was sie mit Gott erlebt haben, wie Gott schafft, wie Gott befreit, wie Gott führt. Die Geschichte des Volkes Israel ist eine Geschichte purer Gotteserfahrung, die nicht nur auf einzelne Menschen beschränkt ist, sondern ein ganzes Volk mit all seinen nachfolgenden Generationen einschließt. Aber Gottes Handeln blieb nicht auf das Volk Israel begrenzt.

Die Weihnachtsgeschichte erzählt: Gott kommt selbst in die Welt zu allen Menschen durch die Geburt seines Sohnes Jesus Christus. Über Jesus weiß Petrus auch viel zu erzählen. Und er beteuert: Das Jesus Gottes Sohn ist, das haben wir uns nicht einfach so ausgedacht. Wir haben es mit unseren eigenen Augen gesehen wie Jesus verherrlicht wurde, oben auf dem heiligen Berg Tabor. Wir haben Gott mit unseren eigenen Ohren gehört als er über Jesus sprach: „Das ist mein geliebter Sohn, auf den sollt ihr hören.“ Sie wussten: Jesus war etwas Besonderes, einer der Propheten vielleicht. Aber dass er wirklich Gottes Sohn ist, mochten sie wohl nicht so recht glauben. Aber jetzt haben sie den Beweis. Jetzt sind sie Zeugen. Und sie erzählen davon. Wir brauchen manchmal diese kleinen Gottesbeweise, diese Zeugnisse für unseren Glauben, wir brauchen sie, diese Vergewisserung das Jesus Wirklichkeit ist; im Leben, Sterben und in der Auferstehung. In den Geschichten der Bibel finden wir diese Bestätigungen. Die Geschichten der Bibel erzählen aber nicht nur Vergangenes. Sie nehmen auch die Zukunft in den Blick. Denn die Worte der Bibel sind prophetische Worte. Sie reden von dem was kommen wird. Davon, dass Gottes Geschichte mit den Menschen weitergeht. Dass sein Reich wächst und groß wird. Davon, dass die Finsternis nicht bleibt. Dass ein Licht aufgeht am dunklen Ort.

Petrus schreibt: wir tun gut daran auf dieses Licht zu achten. Es geht schnell, dass die Dunkelheit über uns hereinbricht, dass Angst sich um uns breitet, wir die Hoffnung und den Glauben verlieren. Aber wir dürfen Gott vertrauen, das er sein Licht in die Nacht hinein sendet, einen Hoffnungsschimmer, dass den neuen Tag ankündigt. Als wir vor ein paar Wochen Weihnachten gefeiert haben, da haben wir uns an dieses kleine Licht erinnert. Ein kleines Kind schutzlos in einem Stall in Bethlehem wird zum Licht der Hoffnung für die Welt. Behalten wir dieses Licht der Hoffnung in unseren Herzen. Denn dieses Licht ist wie der Morgenstern. Der strahlt am dunklen Nachthimmel, kurz bevor der Tag anfängt. Wer den Morgenstern sieht, weiß: Die Nacht dauert nicht ewig. Bald kommt der Tag an dem der Herr wiederkommt und alles im neuen Glanz erstrahlt. Also: Haltet Ausschau nach dem Licht. In diesem Licht sehen wir Gottes Wirklichkeit, die er in Jesus gezeigt hat. Das erzählen die biblischen Geschichten und das können wir glauben.

Lied:
O König aller Ehren (EG 71)
1) O König aller Ehren, Herr Jesu Davids Sohn,
dein Reich soll ewig währen im Himmel ist dein Thron;
hilf, dass allhier auf Erden den Menschen weit und breit
dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit.

2) Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland,
die Knie sie vor dir beugen, weil du ihn´ bist bekannt.
Der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort.
Drum man zu recht dich preiset, dass du bist unser Hort

6) Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönen Stern,
dass falsche Lehr und Sünden sein meinem Herzen fern.
Hilf, dass ich mich erkenne und mit der Christenheit
Dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit

Gebet
Großer Gott, in allen Nationen leiden die Menschen, suchen Schutz vor Ansteckung, sehnen sich nach Heilung, trauern um ihre Toten. Du bist das Leben. Du kannst heilen und trösten.
Wir bitten dich: Bring Licht in unserer Dunkelheit und Hoffnung in unser Leben, dass wir bald wieder unbeschwert und unmaskiert aufeinander zugehen können.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit
Amen

Segen
Der Herr segne dich und behüte dich;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Amen
Andacht zum letzten Sonntag der Epiphaniaszeit von Gemeindepädagoge Michael Wendt für den Pfarrsprengel Sachsenhausen
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erstellt von Stefan Determann am 30.01.2021, zuletzt bearbeitet am 06.02.2021
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