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"Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht."

Andacht zum Sonntag Sexagesimae am 7. Februar 2021

"Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht."
(Hebr. 3,15)

Lied: Such wer da will, ein ander Ziel (EG 346)

1) Such wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden;
Mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christus mich zu gründen.
Sein Wort sind wahr, sein Werk sind klar,
sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden.

3) Ach sucht doch den, lasst alles stehn, die ihr das Heil begehret;
er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret.
Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein;
denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret.

4) Meins Herzens <kron, mein Freudensonn sollst du Herr Jesu bleiben;
Lass mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben;
Bleib du mein Preis, dein Wort mich speis, bleib du mein Ehr ,
dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu halten.
.

Psalm 119
Herr, dein Wort bleibt ewiglich so weit der Himmel reicht;
deine Wahrheit währet für und für.
Du hast die Erde dauerhaft gegründet.
Dein Wille hält bis heute alles aufrecht
und alle Dinge stehen dir zu Diensten.
Dein Wort ist meinem Munde süßer als Honig.
Dein Wort macht mich klug;
darum hasse ich alle falschen Wege.
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte
und ein Licht auf meinem Wege.
Erhalte mich nach deinem Wort, dass ich lebe,
und lass mich nicht zuschanden werden
in meiner Hoffnung.


Gedanken zum Predigttext LK 8, 4-8 (11-15)

Liebe Gemeinde,

„Das Gleichnis vom vierfachen Acker“, so sind in mancher Bibel die Verse des heutigen Predigttextes überschrieben. Das ist ein guter Name. Denn in der Tat, es muss ein vierfacher Acker gewesen sein, von dem Jesus sprach und nicht vier verschiedene Äcker. Jesus erzählt also von einem Sämann. Der verstreut Samen auf seinem Acker, dessen Bodenbeschaffenheit sehr unterschiedlich ist. Er hofft, dass der Samen trotz aller Umstände möglichst viel Frucht bringt. Er scheint sich bewusst zu sein, dass ein Teil des Samens nicht aufgehen wird. Aber er sät mit der Hoffnung, dass jeder noch so kleine Fleck fruchtbaren Bodens den Samen aufnimmt und ihn wachsen lässt. Das ist doch Verschwendung, das Saatgut so planlos auszubringen, mögen die Menschen gedacht haben?
Jesus geht es aber nicht um landwirtschaftliche Ökonomie, sondern um das Wort Gottes. Er holt seine Zuhörer in ihrer Lebenswirklichkeit ab. Von Landwirtschaft verstehen sie etwas, das ist ihre tägliche Arbeit und daraus erwächst ihr tägliches Brot. Ein gut bestellter Acker ist die Lebensgrundlage, sichert die Existenz und ein sorgenfreies Leben. Das wissen sie und danach leben sie. Und so ist es auch mit dem Wort Gottes, sagt Jesus zu ihnen. Das Wort Gottes ist der gute Samen der ausgesät wird. Er kann nur dort Wurzeln bilden und neues Leben schaffen, wo er auf fruchtbaren Boden fällt. So wird der vierfache Acker zum Sinnbild für die Menschheit. Und die Menschen begannen zu ahnen was er ihnen zu sagen hat. Das Wort Gottes, wird reichlich ausgesät. Bis in die letzte Ecke, dort wo ein Keimen oder Wachsen so gut wie nicht möglich ist. Es wird hinausgetragen auch an die unwirklichsten Orte. Aber damit das Wort Gottes wachsen und gedeihen kann und gute Frucht bringt, braucht es Menschen, die es in sich aufnehmen und in ihrem Herzen keimen lassen. Es gibt aber verschiedene Menschen und diese lassen sich mit der Beschaffenheit des Ackerbodens sehr gut vergleichen. Da sind die mit den ausgetretenen Pfaden. Zu ihnen dringt das Wort Gottes gar nicht so weit vor. Sie hören es zwar, aber es prallt an ihnen ab, wie das Korn auf einem festgetretenen Weg. Keine Chance, dass das Korn keimen und eine neue Ähre hervorbringen kann. Ich glaube, jeder von uns kennt solche Menschen. Sie wollen nichts von Gott wissen. Sie denken, sie können alles mit ihrem Verstand regeln und vertrauen nur dem, was sie mit eigenen Augen sehen und eigenen Ohren hören. Und dann gibt es noch die, bei denen das Wort Gottes zwar haften bleibt und keimt, aber nicht bis in die Tiefe des Herzens wurzeln kann. Sie hören zwar die Botschaft und sind ganz begeistert. Sie schweben für kurze Zeit auf Wolke Sieben und denken, das ist ja toll, was ihr in der Kirche alles so macht. Den Herausforderungen die der Glaube mit sich bringt, weichen sie aus. Den Durststrecken die es im Glauben gibt, den Anfechtungen, die uns zweifeln lassen, stellen sie sich nicht. Dadurch kommen sie ins Wanken und ihr Glaube schwindet oder geht ganz ein. Denn Glaube kann nur wachsen, wo er tief verwurzelt ist.
Und schließlich gibt es noch Menschen, bei denen ist es so wie beim Samen, der unter die Dornen fällt. Sie hören die gute Nachricht von Gott, der sie liebt und ihnen erfülltes, sinnvolles Leben schenkt. Aber vor lauter Sorgen und Problemen geht der Blick weg von der guten Nachricht. Die Sorgen und Ängste des Alltags halten sie gefangen. Sie können sich nicht frei entfalten. Die Luft zum Atmen und das Licht zum Leben werden ihnen genommen.
Zum guten Schluss erzählt Jesus von den Menschen, die einem guten fruchtbaren Boden gleichen. Es sind die Menschen, die ihr Herz für Gott öffnen. Die seine Größe erkennen, aber auch seine Barmherzigkeit und Liebe. Es sind die Menschen, die wissen, dass der Glauben an Jesus ein mit Leid und Entbehrung gepflasterter Weg ist, der an seinem Ende zum Licht führt. Nur dort, wo das Wort Gottes Wurzeln im Herzen schlagen kann, wir der Glaube wachsen und viel Frucht hervorbringen. Und dieser fruchtbare Boden kann überall sein. In der kleinsten Ritze des festgetretenen Weges, in der mit etwas Humus gefüllten Felsspalte oder an einer lichten Stelle im Dornengestrüpp. Deshalb wird das Wort Gottes, der Same des Glaubens, überallhin im Überfluss ausgebreitet, dass es auf jedem noch so kleinem fruchtbarem Boden gedeihen und wachsen kann.

Amen


Lied: Ich weiß woran ich glaube (EG 357)

1) Ich weiß, woran ich glaube, ich weiß, was fest besteht,
wenn alles hier im Staube wie Sand und Staub verweht;
ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt,
wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen prellt.

2) Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nimmer lässt,
mit Diamanten mauert mir´s Gott im Herzen fest.
Die Steine sind die Worte, die Worte hell und rein,
wodurch die schwächsten Orte gar feste können sein.


Gebet

Du Schöpfer, wunderbarer Gott,
dein Atem lässt uns Leben,
deine Liebe wachsen.
Dein Wort macht uns frei.

Wir bitten dich:
Belebe die, deren Atem schwach ist,
mache die Liebe Stark in unseren Worten und Taten
und befreie uns einander zu vergeben und deinem Wort zu vertrauen.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit
Amen


Segen

Der Herr segne dich und behüte dich;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Amen








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Andacht zum Sonntag Sexagesimae am 7. Februar 2021 von Gemeindepädagoge Michael Wendt für den Pfarrsprengel Sachsenhausen
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erstellt von Stefan Determann am 06.02.2021
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