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Erster Gottesdienst für Pfarrer Veit Böhnke in Gandenitz
Foto: KK-OHL / Stefan Determann

Erster Gottesdienst für Pfarrer Veit Böhnke in Gandenitz

Sonntagmorgen in der Peter-und-Paul-Kirche Gandenitz: Erster Gottesdienst für Pfarrer Veit Böhnke im Pfarrsprengel Templin. Eine erwartungsvoll freudige Gemeinde war in der mit rotfarbenen Dahlien geschmückten Feldsteinkirche zusammengekommen, um gemeinsam mit ihrem neuen Pfarrer Gottesdienst und Abendmahl zu feiern.

Der Predigttext aus der Apostelgeschichte Kapitel 9, war für die Gandenitzer quasi ein Heimspiel: Die Bekehrung des Saulus. Von Jesus wurde er auserwählt. Als Paulus gründete der Apostel zahlreiche Gemeinden. Ein Gemälde, das die Apostel Petrus und Paulus mit der Gandenitzer Kirche im Hintergrund darstellt, hängt gleich vis á vis der Eingangstür. Der Idee von Pfarrer Böhnke, den Predigttext gemeinsam laut zu lesen, folgte die Gemeinde gern.

Der Lebengeschichte des Paulus folgend, beginnt Pfarrer Böhnke auch seine Predigt mit der Frage, was uns im Leben und in der Arbeit antreibt, wenn man Erfolg hat und Freude verspürt, aber auch, wenn man Schiffbruch erleidet, sich vielleicht überfordert und das Leben in eine Sackgasse zu geraten scheint. Saulus war in einer solchen Sackgasse gelandet. In seinem Eifer der Christenverfolgung brach er zusammen, von Licht geblendet und den Ruf hörend: „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“, so erklingt die Stimme leise im Paulus-Oratorium von Felix Mendelssohn-Bartholdy, das Veit Böhnke gern aufgreift und damit schon einen Brückenbogen zum anschließenden Predigtlied aufspannt.

In seiner scheinbaren Ausweglosigkeit beginnt Paulus sich selbst und andere in einem anderen Licht zu sehen. Er ändert sich, er wandelt sich und wird von Saulus zu Paulus. Ein sicher schmerzhafter Prozess, aber das Wunderbare: Seine Wegbegleiter bleiben bei ihm und: Hannanias. Von Gott gesandt, geht er eigentlich widerstrebend zu Saulus, der ihn als Christ verfolgt. Hannanias geht zu seinem Feind Saulus und legt ihm durch Gottes Auftrag die Hand auf: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Wege hierher erschienen ist, dass du wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfüllt werdest. Und sogleich fiel es von seinen Augen wie Schuppen und er wurde wieder sehend; und er stand auf und ließ sich taufen und nahm Speise zu sich und stärkte sich. Saulus blieb aber einige Tage bei den Jüngern in Damaskus. Und alsbald predigte er in den Synagogen von Jesus, dass dieser Gottes Sohn sei.“

Eine Krise hat diesen Weg für Saulus geebnet, eine Lebenskrise, ein Unglück, ein plötzliches Ereignis. Er konnte sich vom Saulus zum Paulus wandeln und einen neuen Lebenssinn, eine neue Aufgabe entdecken, sich ihr zuwenden und einen Auftrag erfüllen. Im Rückblick lässt sich das leicht sagen. Aber wie groß sind die Zweifel, das Leid und das Ringen mit sich selbst in einer solchen Situation, die manchmal hoffnungslos erscheint. Wie gut ist es, wenn da jemand ist, die Hand auflegt und sagt, hier ist dein Auftrag. Geh deinen Weg und bringe Segen.

Und so brachte Pfarrer Böhnke am Ende seiner Predigt einen Toast auf alle aus, die scheitern und sich wecken lassen so wie Saulus, die sich aufrütteln und in ihrem Tun unterbrechen lassen. Und genauso für alle die, die diese Menschen in ihrem Wandel begleiten und die sie willkommen heißen. Ihnen allen sei zugerufen: „Ein Hoch auf euch, die ihr euch vom Leben wecken lasst!“

Diesen Weckruf nahm auch das anschließende Predigtlied auf: „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ (EG 147) sang die Gemeinde. Der Choral, den Mendelssohn-Bartholdy in seinem Paulus-Oratorium erklingen lässt, an der Orgel von Kantor Helge Pfläging begleitet, der den Gottesdienst mit vertraut virtuosen Klängen musikalisch gestaltete.Ein Genuss, den die Gemeinde gern mit einem Applaus quittierte.

Die offizielle Einführung für Pfarrer Böhnke wird am 18. September um 14 Uhr in der Templiner Maria-Magdalenen-Kirche gemeinsam mit den drei Dorfgemeinden Beutel, Gandenitz und Röddelin gefeiert.
erstellt von Stefan Determann am 06.09.2022, zuletzt bearbeitet am 22.09.2022
veröffentlicht unter: Neues aus der Kirchengemeinde

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