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Glaube und Evolution
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Glaube und Evolution

Lisa Glorius engagiert sich für Kirche und die Mixed Pickels Woche – ein Bericht aus der MAZ von Ulrike Gawande

Velten. „Toleranz ist wichtig, wenn man über Religion redet.“ Das ist der Leitsatz von Lisa Glorius, die überzeugt ist, dass sich Judentum, Christentum und der Islam viel ähnlicher seien als man glaubt. „Sie bauen aufeinander auf.“ Die 22-Jährige findet es unverzichtbar, anderen ihren Glauben zu lassen. Denn auch sie möchte, dass man ihren Glauben respektiert, aber gleichzeitig nicht alle Christen in einen Topf schmeißt. „Nicht alle Christen sind gleich.“
Lisa Glorius wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. Schon der Großvater arbeitete an einer evangelischen Schule in Berlin. Heute der Vater. „Bei uns gibt es innerhalb von zwei Generationen acht Lehrer. “ So besuchten Lisa und ihrer Schwestern Maria (24) und Lisa (14) den evangelischen Kindergarten und die Christenlehre. „Aber jeder in der Familie hat eine eigene Auffassung von Glauben.“ Gemein ist jedoch alle Angehörigen der Familie Glorius, die vor vielen Jahren von Berlin nach Velten gezogen ist, dass es selbstverständlich ist, sich zu engagieren und hilfsbereit zu sein.
So ist Handballfan Lisa nicht nur Teil der Jugendgruppe JEbdA, sondern betreut seit Abschluss der Teamerausbildung Konfirmandengruppen, ist Teil des Mixed-Pickels-Teams und vertritt die Gemeinde in der Kreissynode. „Da bin ich eher so reingerutscht, wurde gefragt, ob ich Lust hätte“, lacht die gelernte Erzieherin, die gerade ihre Ausbildung abgeschlossen hat. Und sie hatte Lust. „Es ist eine große Ehre und zeigt auch das Vertrauen, das man in mich setzt.“ Doch mittlerweile verschiebt sich Glorius Lebensmittelpunkt immer mehr nach Berlin. Gerade sang sie mit einer Musikgruppe beim Rockgottesdienst zum Kirchentag im Tempodrom.
In der Hauptstadt zieht sie mit ihrer Schwester in eine WG und ist auf der Suche nach einem Arbeitsplatz, wo sie mit Jugendlichen arbeiten kann. „Diese Altersklasse macht Spaß, weil man mit den Jugendlichen auch inhaltlich in den Diskurs gehen kann. Es ist eine anspruchsvolle Altersgruppe, die nicht immer konform geht mit dem, was man selber möchte. Sie fordern.“ So sei die Arbeit im Kindergarten die wichtige Basis, eine Tätigkeit im Jugendbereich bilde dann das Fine Tuning.
Nicht nur bei der Konfirmandenbetreuung, sondern auch bei der Mixed Pickels Woche, bei der Glorius seit rund 18 Jahren dabei ist, und als Trainerin bei der DLRG konnte die Veltenerin schon viel Erfahrung mit den Sorgen und Wünschen Pubertierender machen. So habe ihr diese Arbeit auch geholfen, sich mit den Zweifeln am Glauben, mit denen sie sich selbst nach der Konfirmation konfrontiert sah, ausein­anderzusetzen. „Man glaubt an etwas, was es nicht gibt.“ Ihr habe es geholfen, als Ältere und in vielen Gesprächen mit den Pfarrerinnen Ute Gniewoß und Nele Poldrack, auf Fragen aus der eigenen Konfirmandenzeit zurückzublicken.
So habe sie auch einen Weg gefunden, ihr Faible für Naturwissenschaften mit dem Glauben zu verbinden. „Evolution schließt Glauben nicht aus.“ Vielmehr müsse man Glauben im Kontext der Zeit sehen, so Glorius. Daher war die Gemeindereise 2016 nach Israel für sie eine prägende Erfahrung, an die Wurzeln des Glaubens zu reisen. Doch bei allem Streben in die Welt werde Velten immer eine wichtige Adresse in ihrem Leben bleiben, versichert Familienmensch Glorius.
erstellt von Mathias Wolf am 27.07.2017, zuletzt bearbeitet am 30.08.2020
veröffentlicht unter: Aktuelles aus der Kirchengemeinde