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Kirche warnt vor Abschottung und Ausgrenzung in Velten

Kirche warnt vor Abschottung und Ausgrenzung in Velten

Roland Becker / 02.03.2020

Velten (MOZ) Es ist höchst unüblich, dass sich ein Gemeindekirchenrat?(GKR) aktiv in die städtische Politik einmischt. In Velten aber sieht sich die evangelische Gemeinde jetzt dazu veranlasst. Unter der Überschrift "Abschottung und Ausgrenzung sind keine Lösungen" appelliert der GKR eindrücklich, niemanden aus Veltens Stadtgesellschaft auszugrenzen.

Vielfalt statt Abgrenzung

Damit reagieren die Mitglieder des Kirchenrats auf den von Pro Velten initiierten und von AfD, NPD und Marcel Ruffert?(CDU) unterstützten Beschluss, den Zuzug nach Velten durch ein Wohnungsbau-Moratorium zu begrenzen. "Die lebendige Gemeinschaft von Menschen, die schon immer vor Ort beheimatet waren, und solchen, die neu in eine Stadt ziehen, machen die Vielfältigkeit und Vitalität einer lebenswerten Stadt aus", heißt es in der Stellungnahme. Darüber hinaus warnen die Kirchenratsmitglieder samt Pfarrer Markus Schütte davor, dass sich Fraktionen, wie in diesem und anderen Fällen Pro Velten, politische Mehrheiten rechts außen suchen: "Hass und Hetze, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit widersprechen unserem christlichen Menschenbild. Parteien und Gruppierungen, die diese vertreten, wollen wir nicht die Gestaltung des Gemeinwesens überlassen."

Pfarrer bemerkt Rufschädigung

Laut Pfarrer Schütte seien er und Mitglieder des Gemeindekirchenrates in jüngster Zeit mehrfach auf die politische Entwicklung in der Ofenstadt angesprochen worden. "Das schlägt Wellen in Velten und weit über die Stadt hinaus", meint Schütte und fügt hinzu: "Die Rufschädigung für die Stadt ist bereits vorhanden." Er vertraue aber darauf, dass "innerhalb der Bevölkerung ein klärender Meinungsprozess stattfindet". Lokalpolitische Entscheidungen würden in Velten derzeit deutlich stärker diskutiert. "Das kann die politische Stimmung wesentlich beeinflussen", hofft er mit Blick auf künftige Entscheidungen des Stadtparlaments. Schütte selbst vermeidet es im Gespräch, die zerrüttete Stimmung in der Stadt mit dem Namen von Marcel Siegert, Vorsitzender von Pro Velten und Stadtverordnetenvorsteher, zu verbinden. Vor wenig mehr als einer Woche hatte er diesen im Berliner Tagesspiegel als "Volkstribun" bezeichnet, der einen populistischen Politikstil pflege. Das wollte er am Montag so nicht wiederholen. Wichtiger ist ihm, auf die Sorgen Einzelner Bezug zu nehmen. So habe ihm ein Veltener jüngst von einem jungen Kollegen aus Berlin erzählt, der gerade damit begonnen hat, in Velten ein Haus zu bauen. "Der fragt sich jetzt, ob das die richtige Entscheidung war."
erstellt von Stefan Determann am 15.04.2020, zuletzt bearbeitet am 30.08.2020
veröffentlicht unter: Aktuelles aus der Kirchengemeinde

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