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Alles Biker oder was?

Alles Biker oder was?
Foto: M. Wolf
Bildrechte: M. Wolf

Zur Eröffnung der Fotoausstelllung

Also eins mal vorweg: Ich bin kein Moped- oder Motorradfahrer, erst recht kein „Biker“. Meinen Mopedführerschein habe ich auf dem Mofa meiner Mutter gemacht. Ich zuckelte mit stolzen 25 km/h Höchstgeschwindigkeit der Fahrschulgruppe immer hinterher. Später dann fuhr ich Schwalbe und S 50, aber für mich waren das nur Fortbewegungsmittel, nie ein Weltgefühl.
Ich bin also in der Sprache der Bikerkultur nicht zu Hause, aber ich fühle mich mit jedem verbunden, der/die sich für etwas begeistern kann.
Zu den Schätzen meiner DDR-Jugend gehörte aber eine Reportage in irgendeiner bunten Westzeitschrift über Harley-Davidson-Fahrer in den USA. An den Titel der Zeitschrift und den Inhalt der Reportage kann ich mich nicht mehr erinnern, wohl aber an die Fotos. Die Bilder dieser riesigen Motorräder und der ebenso imposanten Fahrer derselben haben mich fasziniert. Irgendwie saßen die Herren doch etwas anders auf ihren Fahrzeugen als ich auf dem Mofa meiner Mutter…
Nun war ich neugierig auf die Ausstellungseröffnung im Vorfeld des 20. Motorradgottesdienstes in Friedrichswalde. 50 Fotos von BikerInnen und dazu 50 Sätze der Abgebildeten… - es hat mich neugierig gemacht. Was ich nicht erwartet hatte, war ein Gottesdienst in einer bis auf den letzten Platz besetzten Kirche zur Ausstellungseröffnung.
Ich habe es nicht bereut, dass ich gekommen war. Und bei der Begrüßung der Biker und Bikerinnen fühlte ich mich auch angesprochen. Denn mein Fahrrad hat auch zwei Räder und ist damit auch ein Bike, oder? Andererseits scheinen aber bestimmte Zweiräder kein „Bike“ zu sein. Wer bin ich? Zu welcher der erwähnten Randgruppen zähle ich mich?
Nun, viel Zeit konnte ich mit dem Grübeln nicht verbringen, dafür war der Gottesdienst zu mitnehmend. Er war liebevoll auf die Besucher ausgerichtet, stellenweise gab es bei mir Gänsehaut.
Danke an Ralf für die Worte und die umgedichteten Lieder. Danke dem Templiner Posaunenchor und Thomas Rommenhöller für die Musik.
Die nach und nach enthüllten Fotos machen Lust auf mehr. Manche regen zum Träumen an, manche zum Nachdenken – okay: manche sind auch einfach nur Fotos. Auch die Sätze der Fotografierten auf den Bildern sind so: manche regen zum Nachdenken an, manche lassen den Betrachter Lächeln – und manche klingen einfach nur wie Werbung für eine bestimmte Motorradmarke.
Vor der Kirche gab es bei Kaffee, Kuchen und Bier noch viele Gespräche, wie bestellt, schien auch wieder die Sonne.
Nochmal Danke. Es war schön.

Mathias Wolf
erstellt von Mathias Wolf am 27.04.2015, zuletzt bearbeitet am 19.09.2017
veröffentlicht unter: News-Archiv