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Bildrechte: M. Wolf

Da ist unserer

Konzert des Dresdner Kreuzchores in Grüneberg

Grüneberg. Montag, 2. Dezember
Man hat es ihnen angesehen, den älteren Damen im Publikum, dass es ihnen schwer fiel, den Jungs nicht übers Haar zu streicheln, als sie einzogen in die Grüneberger Kirche: Der Dresdner Kreuzchor, ca. 80 Sänger von überraschend groß bis sehr klein. Allein ihr Anblick zauberte ungläubiges Lächeln in viele Gesichter.
„Da ist unserer“ – hörte man ein Gastelternpaar beim Einzug der Jungs stolz flüstern.
Pfarrer Gerhard Gabriel kündigte dieses 8. Konzert des Kreuzchores in seiner Kirche an als ein Ereignis, das ihm immer noch unwirklich erscheint.
Und das ging auch den Zuhörern so: Für anderthalb Stunden verwandelte sich die kleine Kirche in eine große Kathedrale, wurde aus dem kleinen Grüneberg ein Ort der Weltklasse.
Kein Klatschen unterbrach das Hörerlebnis, keine Ankündigungen der Stücke, die für sich selbst sprachen, und wenn es möglich gewesen wäre, hätten die Zuhörer am liebsten anderthalb Stunden den Atem angehalten.
Man musste sich entscheiden: Sollte man die Augen schließen und den Himmel mit seinen Engelschören sehen oder sollte man auf das überwältigende Bild des Chores blicken, die selbst in ihren Bewegungen ein Stück Musik waren?
Zweimal löste der Oranienburger Kantor Jack Day den Chor mit einer modernen Improvisation und einer Fuge ab und vollendete damit diesen Abend zum Träumen.
Am Ende des Konzertes sang der Chor mit seinen Zuhörern gemeinsam das Lied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ für Gerhard Gabriel, der erst vor kurzen von einer schweren Krankheit genesen war.
Der Chor entließ seine überwältigten Zuhörer mit „Stille Nacht“: zart, leise und überirdisch schön.
In diesem Moment wurde klar: Wir haben gerade das weltweit berühmteste Weihnachtslied in seiner reinsten und klarsten Form gehört, selbst Präsidenten und Könige können es nicht besser haben als wir in dieser Dorfkirche.
Mit feuchten Augen und verzaubert verließen die Zuhörer die Kirche und eine alte Dame konnte nicht wiederstehen, einem kleinen Sänger doch noch übers Haar zu streicheln.

Beate und Mathias Wolf
erstellt von Mathias Wolf am 03.12.2013, zuletzt bearbeitet am 31.05.2019
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