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Rückblick unseres Reformationsjahres

Pastorin Ruth-Barbara Schlenker meinte es gut mit ihren Gemeinden, als sie am Anfang des Jahres Ideen für das Reformationsjubiläum 2017 entwarf. "Das ist ein Jahrtausendereignis, das können wir nicht einfach so vergehen lassen" meint sie. So begaben sich die Kirchenältesten aus Löwenberg, Linde, Grüneberg und Teschendorf gleich Anfang März nach Wittenberg, wo gerade das Lutherhaus seine Türen mit einer neuen Präsentation öffnete. Ein Gottesdienst in der Stadtkirche, eine Führung durchs Kloster und der Besuch der Schlosskirche stimmten ins Jubeljahr ein.

Pastorin Schlenker beschäftigte sich dann durch Studium des Pfarrarchivs mit der Einführung der Reformation im Löwenberger Land und teilte ihre Erkenntnisse in verschiedenen Gemeindekreisen mit einer Powerpoint mit, ebenso die über die Bedeutung der Frauen für Luthers Leben und Schaffen. Seine Haltung zu ihnen war sehr gegensätzlich. So sah er sie zum Beispiel gern ausschließlich in der Rolle der Hausfrau, andererseits stiftete er sie an, sich politisch für die Ziele der Reformation einzusetzen.
Die Junge Gemeinde war nicht nur auf dem Kirchentag in Berlin, sondern auch zum Abschlussgottesdienst bei über 30 Grad in Wittenberg auf der Festwiese. Später haben sie einen Gottesdienst gestaltet, in dem der „Spirit“ des Kirchentages zu uns kam.

In der Löwenberger Kirche stellte das Creativ Centrum Oranienburg e.V. kunstfertig applizierte Wandteppiche zum Thema aus. Jede der Frauen hatte ein anderes Thema für ihr Bild gewählt. Viele haben diese Arbeiten bewundert und die hohe Kunstfertigkeit gelobt.

Zur traditionellen "Fahrt ins Blaue" wurde im Sommer die Nikolaikirche Spandau angesteuert, in der der Brandenburgische Landesfürst Joachim II. von Bischof Jargow das Abendmahl in beiderlei Gestalt (Brot und Wein) erhielt. Das war von Bedeutung, denn dadurch wurde offiziell die Reformbewegung, die sich auf viele Gebiete des gesellschaftlichen Lebens weit über die Kirchen hinaus erstreckte, eingeführt. Unvergesslich, wie Manfred Schlenker während der Andacht in dem gotischen Hallenbau auf der großen Eule-Orgel den Lutherchoral "Ein feste Burg ist unser Gott" schmetterte.

Die Oranienburger Ausstellung "Here I stand" fand ebenfalls Interessierte, so machte sich eine kleine Gemeindegruppe auf den Weg. Dort waren viele Ausstattungsstücke aus dem Kirchenkreis zu bewundern, und es gab eine gewinnbringende Führung durch die Museumsleiterin Manuela Vehma.

Unter dem Motto "So kann es nicht bleiben, das muss anders werden" gab es ein Kinderfest rund um die Reformation vor den Ferien in der Grüneberger Kirche. Ortsorganist Jens Seidenfad pries den Großen und Kleinen eindrücklich Ablassbriefe für moderne Vergehen an. Gemeindepädagogin Ulrike Limbrecht entwickelte mit den Kindern eine eigene Thesentür.

Manfred Schlenker, 91-jähriger ehemaliger Kantor, hielt einen leidenschaftlichen Vortrag zum Thema „Luther und die Lieder“ und stellte dabei heraus, wie der Gemeindechoral durch den Reformator entstanden und befördert wurde.

Im August wurde im Amtsblatt ein Reformationsquiz mit 30 anspruchsvollen Fragen veröffentlich. Als erste Preise winkten jeweils 100 Euro. Die Auslosung fand in den Festveranstaltungen vor Ort statt.

Denkmalsteine wurden in unseren Orten enthüllt. Dazu wurden Spendenaktionen angestoßen, die die Aufwendungen finanzierten. „500 Jahre Reformation 2017“, so der Text der Tafeln. In Grüneberg wurde außerdem ein Apfelbaum gepflanzt und in Teschendorf eine Blutbuche.

Pastorin Schlenker und Pfarrer i.R. Gabriel hatten eine Aktion im Kirchenkreis angestoßen: „Glocken läuten zeitgleich“, damit auch im letzten Winkel des Kirchenkreises zu hören ist: Da wird groß gefeiert bei Kirchens! Deshalb erklangen am 31.10. um 10 Uhr überall die Glocken 15 Minuten lang,

Am Nachmittag fand dann der große Festgottesdienst in Gransee um 14 Uhr mit dem Festgottesdienst in einer übervollen Marienkirche statt, zu dem uns ein Bus gebracht hatte.

Es war ein überreiches Jahr mit vielen Anlässen zum Danken. Bewahren wir es in unseren Herzen auf.

„Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Christus!“
1. Korinther 3,11
erstellt von Ruth-Barbara Schlenker am 03.11.2017, zuletzt bearbeitet am 03.09.2019
veröffentlicht unter: Neues aus dem Pfarrsprengel