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Prozession zum Abschied

Prozession zum Abschied

Kapelle in Häsen wurde entwidmet. Ein Artikel aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung von Danilo Hafer

„Für manche ist das heute sicher ein schwerer Weg“, sagte Superintendent Uwe Simon zu Beginn des letzten Gottesdienstes in der Kapelle von Häsen. Das kleine baufällige Kirchenhaus wurde am Sonntag feierlich entwidmet.

Zum Abschied erinnerte Pfarrer Tobias Ziemann an die letzten 60 Jahre, in denen die Kapelle für die Gemeinde ein Ort der Freude war. Aber es verbinden sich mit dem Haus auch Trauer und Leid, sagte Superintendent Uwe Simon. Damit sprach er die wechselvolle Geschichte der Kapelle an. Einst war das Gebäude eine Baracke des KZ-Außenlagers Grüneberg. Dabei sei noch immer nicht bekannt, ob es eine Unterkunft für Häftlinge oder Aufseherinnen war, erklärte Sabine Arend von der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Nach 1945 fanden Siedler in der Baracke Unterschlupf.

Zur gestrigen Entwidmung kam auch Hilmar Baldin. Er war von 1968 bis 1986 Pfarrer in der Gemeinde Gutengermendorf. Er freute sich besonders darüber, ehemalige Konfirmanden und Brautpaare wiederzusehen, mit denen er gemeinsam in der Kapelle feierte. Er stellt auch die Frage, wie es mit dem Haus weitergehen soll. „Die Kapelle wird nicht einfach abgerissen“, sagte Pfarrer Ziemann. Aber was genau mit dem Ort geschehe, könne auch er nicht sagen.

Die Entwidmung wurde in Form einer Prozession begangen. Mit den kirchlichen Reliquien, wie Bibel und Altarkreuz, zog die Gemeinde von der Kapelle zu ihrem neuen Treffpunkt auf Zeit. Das Café im Häsener Kornspeicher wird vorerst zu ihrer Heimstatt.

Von Danilo Hafer
erstellt von Mathias Wolf am 11.09.2013, zuletzt bearbeitet am 11.03.2019
veröffentlicht unter: Neues aus dem Pfarrsprengel