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Bleiglasfenster sind bestellt
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Bleiglasfenster sind bestellt

Ein Artikel aus dem Oranienburger Generalanzeiger von Volkmar Ernst

Nassenheide (MOZ) Theoretisch könnte die Nassenheider Kirchengemeinde den Weihnachtsgottesdienst in der frisch sanierten Kirche feiern. Ganz fertig wäre das Gotteshaus dann allerdings noch nicht. "Deshalb werden wir vermutlich dieses Jahr noch einmal im Dorfgemeinschaftshaus zusammenkommen", stellt Pfarrer Peter Krause fest. "Wir müssen uns das nicht antun, das Kirchenschiff herzurichten, wenn im Anschluss dort noch weitergebaut wird", fügt Krause hinzu. Insofern habe der Gemeindekirchenrat beschlossen, dass die Kirche erst wieder genutzt wird, wenn alle Arbeiten erledigt sind. "Dann laden wir alle Einwohner zu einem Fest ein", so Krause weiter.

Wer so lange nicht warten mag, kann sich zur Wahl des Gemeindekirchenrates am 3. November schon einmal nach der Stimmabgabe auf der Baustelle umsehen. "Für die Wahl brauchen wir nur einen Tisch und eine Wahlurne, dafür reicht der Platz hier aus", erklärt Pfarrer Krause das Angebot. Er hofft, dass bis dahin das Gerüst im Kirchenschiff abgebaut werden kann, die ersten Kirchenfenster eingebaut sind und in der Winterkirche der neuen Ziegelfußboden liegt.

Seit knapp drei Jahren wird an der Nassenheider Kirche gearbeitet. Der erste und zweite Bauabschnitt waren die Sanierung des Dachstuhls und die Neueindeckung mit Ziegeln. Beides ist geschafft. Parallel zu den Dacharbeiten wurde im Inneren gearbeitet und Decke sowie Wände dort verputz, wo das neue Dach schon vorhanden war.

Die Außenhülle der Kirche erstrahlt inzwischen ebenfalls in einem neuen, hellen altrosa Glanz. Der ehemals vorhandene raue Fassadenputz wurde geglättet. Als Vorlage für die Farbgestaltung diente der Turm. Bis auf Reste des Sockels und Ausbesserungsarbeiten, wo das Gerüst an der Wand befestigt war, sind die Fassadenarbeiten damit abgeschlossen. Sie werden allerdings erst gemacht, wenn die neuen Bleiglasfenster eingebaut sind. Wie sie aussehen werden, davon konnten sich die Mitglieder des Gemeindekirchenrates am Donnerstag bei der Baubesprechung ein Bild machen.

Licht sorgt für Farbe

Die Oberfläche der Fenster ist kleinteilig, am Rand befindet sich ein rotes Glasband. Im oberen Bogen der Fenster werden sich später die blauen Sterne wiederfinden. "Das wird bestimmt gut aussehen, wenn sich das Licht in den Scheiben bricht und die Innenwände der Kirche dadurch belebt werden", stellt Pfarrer Peter Krause fest.

Das ist so auch gewollt, da der Innenraum des Kirchenschiffes eher schmucklos sein wird – wie er den meisten Nassenheidern sowieso nur bekannt ist. Denn die ehemals vorhandenen barocken Schmuckelemente wurden schon vor Jahrzehnten abgetragen, als der Innenraum neu gestaltet wurde. Auch die unter den Farbschichten gefundenen Grüntöne haben den Kirchenraum nie wirklich geschmückt. Dabei müsse es sich um Farbvorschläge für eine Ausmalung gehandelt haben, die jedoch nicht ausgeführt wurde, haben die Untersuchungen im Vorfeld der Sanierung ergeben.

Einzig im Bereich des Übergangs von der Kirchendecke zu den Wänden soll eine illusionierende Ausmalung ein nicht vorhandenes Gesims andeuten. "Dabei handelt es sich um etwa 25 Zentimeter lange Striche, die als Struktur wahrzunehmen sein sollen", so die Erklärung von Restaurator Jochen Hochsieder.

Um das Kirchenschiff wieder in Gänze erlebbar zu machen, wird die Trennwand zur Winterkirche bis auf den gemauerten Sockel abgetragen und darüber eine Glaswand aufgebaut. Der in der Winterkirche vorhandene Fußboden samt Linoleum ist längst entfernt und nur noch Erde zu sehen. Dort werden künftig wieder Ziegel liegen, wie sie auch im Kirchenschiff noch immer vorhanden sind. In Ermangelung einer Ziegelei in Deutschland, die solche Reichsformatsteine noch herstellt, wurden sie in Dänemark geordert. Parallel dazu lässt die Gemeinde gleich auch noch die Elektrik erneuern.

Der Wehrmutstropfen dabei ist, dass dafür die Restaurierungen von Kanzel und Altar verschoben wurden. "Dem Gemeindekirchenrat war wichtig, dass die Arbeiten an der Winterkirche gleich miterledigt werden. Das aber kostet eben auch zusätzlich Geld. Wichtig war ebenso, dass keine Abstriche an der Gemeindearbeit gemacht werden", erklärt Krause die Entscheidung.
erstellt von Mathias Wolf am 27.09.2019, zuletzt bearbeitet am 01.06.2020
veröffentlicht unter: Aktuelles aus dem Pfarrsprengel