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Andacht zum Sonntag Judika, 29.03.2020, Hebr 13, 12-14

Ev. Pfarrsprengel Sachsenhausen von Pfarrer Peter Krause

„Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ (Hebräerbrief 13,14)

Lied: EG 445, 1+5 Gott des Himmels und der Erde
1. Gott des Himmels und der Erden,
Vater, Sohn und Heilger Geist,
der es Tag und Nacht lässt werden,
Sonn und Mond uns scheinen heißt,
dessen starke Hand die Welt,
und was drinnen ist erhält:

5. Führe mich, o Herr, und leite
meinen Gang nach deinem Wort;
sei und bleibe du auch heute
mein Beschützer und mein Hort.
Nirgends als von dir allein
kann ich recht bewahret sein.

Psalm 43, 3-5
Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten
und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,
dass ich hineingehe zum Altar Gottes,
zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,
und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.
Was betrübst du dich, meine Seele,
und bist so unruhig in mir?
Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,
dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. Amen.

Gedanken zum Predigttext für den Sonntag Judika
Hebr 13, 12-14

Stellen Sie sich vor, Sie setzen sich an Ihren Tisch und malen ein Bild Ihrer Traumstadt. Noch vor ein paar Wochen hätte ich länger nachdenken müssen, was ich da wohl als erstes aufs Papier bringe. Wahrscheinlich hätte ich meine Stadt mit viel Grün verziert. Weniger Autos wären zu sehen. Die Stadt wäre eher parkähnlich. Vielleicht mit einem Spielplatz und gemütlichen Bänken, wo man sich an der frischen Luft erholen könnte. Male ich heute meine Traumstadt noch um einiges anders? Ja, rechts male ich eine Schule, in die Kinder mit ihren Rucksäcken und frohen Gesichtern hineinschlendern. Links steht eine Arztpraxis und dahinter ragt ein modernes Krankenhaus heraus. Ja, und Menschen gehören in diese Stadt hinein. Menschen, die sich angeregt unterhalten. Hinten auf dem Bild geht eine Familie mit ihren Großeltern spazieren. Und vorn vor dem Restaurant sind die Tische schon aufgebaut. Gleich wird hier fröhlich Kindergeburtstag gefeiert. Eine große Feiergesellschaft wird es sein. Ist das eine Traumstadt? Oder einfach ein ganz normales Leben in einer ganz normalen Stadt? In diesen Tagen erlebe ich, wie wenig wirklich selbstverständlich ist. Und ein Bild der Städte, wie sie sich derzeit darstellen, hätte ich mir vor wenigen Wochen noch gar nicht wirklich vorstellen können. Ich höre in diesen Tagen öfter die Frage: Wie lange wird unser Zusammenleben noch so eingeschränkt bleiben müssen? Und bisher will hier niemand so richtig eine Prognose wagen. Aber eines steht fest: Die Zeit wird kommen. Und wir alle werden dann unsere Gemeinschaft in Stadt und Land, in Sportvereinen und auf Konzerten, auf Feiern und bei Festen noch einmal ganz neu zu schätzen wissen. Und was jetzt ist, wird überwunden sein. „Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ (Hebräer 13,14) So endet der Predigttext zum Sonntag Judika, dem 29. März 2020. Der Schreiber des Hebräerbriefes der Bibel sah, wie es den Menschen um ihn herum gerade ging. Und es berührte ihn. Da waren Ängste und Sorgen und auch Leiden. Und das erinnert ihn daran, wie auch Jesus selbst gelitten hat. Jesus selbst hat gelitten draußen vor dem Tor der Stadt, so schreibt er. Vor Ostern, dem Freudenfest, das neues Leben verkündet, ein Leben, das sogar den Tod überwunden hat, steht das Leiden. Jesu Leiden. Es gibt Zeiten, die Menschen ganz viel abverlangen. Es gibt Zeiten, die sich keiner so freiwillig wählen würde. Jesus nimmt sein gegenwärtiges Leiden an, weil es nicht das Letzte ist. Es muss jetzt sein, um den Weg zum neuen ganz anderen Leben zu bereiten. Ja, es gibt Zeiten, die von der Hoffnung leben, dass derzeitige Entbehrungen den Weg hin zu neuem Leben frei machen. Und diese Hoffnung und dieses Ziel schenken die Kraft, das, was jetzt gerade ist und sein muss, auch für sich anzunehmen und zu tragen. Die Hoffnung und dieses Ziel schenken die Kraft, einander zu unterstützen, die besonderen Herausforderungen des Lebens zu bewältigen. Der Schreiber des Hebräerbriefes sieht eine Zukunft. Er sieht eine zukünftige Stadt in der Leben in Fülle ist. Und er ist sich sicher: Diese Stadt wird kommen! Denn es ist Gottes verheißene Zukunft mit uns Menschen. Es kann auch mir in diesen Tagen helfen, mit den Einschränkungen meines Alltags umzugehen, wenn auch ich mir bewusst mache: Der Verzicht heute hat darin seinen Sinn, den Weg für eine Zukunft zu bereiten. Jetzt gilt es auszuhalten. Aber das Ziel bestimmt diesen Weg. So wie die Passionszeit – die Zeit, wo Christen daran denken, wie Jesus leiden musste – erst von Ostern her dann ihren Sinn erfährt. Und da steht das Leben, die zukünftige Stadt, nach der wir jetzt schon Ausschau halten.

Lied: EG 97, 1-2 Holz auf Jesu Schulter
1. Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht,
ward zum Baum des Lebens und bringt gute Frucht.
Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn.
Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

2. Wollen wir Gott bitten, dass auf unsrer Fahrt
Friede unsre Herzen und die Welt bewahrt.
Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn.
Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

Gebet:
Barmherziger Gott, bei dir ist Zukunft.
Bei dir ist Hoffnung.
Bei dir ist Leben.
Jesus selbst ging seinen Weg durch Leid und Entbehrung, um gerade dadurch neues Leben zu ermöglichen – auch für uns alle.

Denen, die das Alleinsein und die Einsamkeit nur schwer aushalten können, schenke Kraft und Hoffnung.
Die, die die Last der Verantwortung tragen in den Kliniken, in der Politik, in der Wissenschaft, stärke für ihre Aufgaben.
Denen, die krank sind, schenke deine Nähe.
Lass die, die traurig sind, Trost finden.

Führe und begleite uns auf dem Weg hin zum Leben, das du uns verheißen hast durch Jesus Christus.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen:

Gott sei uns gnädig und segne uns. Er lasse über uns sein Angesicht leuchten, damit auf Erden sein Weg erkannt wird und unter allen Völkern sein Heil. (Ps 67,2-3)


Andacht Judika 29.03.2020, Hebr 13, 12-14
Ev. Pfarrsprengel Sachsenhausen von Pfarrer Peter Krause
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erstellt von Peter Krause am 28.03.2020, zuletzt bearbeitet am 26.09.2020
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