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Hausandacht Ostern 2020

Ev. Pfarrsprengel Sachsenhausen von Pfarrer Peter Krause

Votum
Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.
-Entzünden der Osterkerze-
Wir feiern und singen und tanzen heute ins Leben hinein, denn Christ ist erstanden:
Trost für uns und die ganze Schöpfung.
Rettung für die Welt und alle Menschen.
Österliche Freude für den ganzen Kosmos über alle Zeiten hinweg.

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. (Offb 1,18)




Lied: Wir stehen im Morgen SJ 21, 1-5
1. Wir stehen im Morgen. Aus Gott ein Schein durchblitzt alle Gräber. Es bricht ein Stein. Erstanden ist Christus. Ein Tanz setzt ein.
2. Ein Tanz, der um Erde und Sonne kreist, der Reigen des Christus, voll Kraft und Geist, der Tanz, der uns alle dem Tod entreißt.
3. An Ostern, o Tod, war das Weltgericht. Wir lachen dir frei in dein Angstgesicht. Wir lachen dich an, du bedrohst uns nicht.
4. Wir folgen dem Christus, der mit uns zieht, stehn auf, wo der Tod und sein Werk geschieht, im Aufstand erklingt unser Osterlied.
5. Am Ende durchziehn wir, von Angst befreit, die düstere Pforte, zum Tanz bereit. Du selbst gibst uns, Christus, das Festgeleit.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, es bricht ein Stein. Halleluja, Halleluja, Halleluja, ein Tanz setzt ein.
Text: Jörg Zink

Psalm 118
Der Herr ist meine Macht und mein Psalm
und ist mein Heil.
Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten:
Die Rechte des Herrn behält den Sieg!
Die Rechte des Herrn ist erhöht;
die Rechte des Herrn behält den Sieg!
Ich werde nicht sterben, sondern leben
und des Herrn Werke verkündigen.
Der Herr züchtigt mich schwer;
aber er gibt mich dem Tode nicht preis.
Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit,
dass ich durch sie einziehe und dem Herrn danke.
Das ist das Tor des Herrn;
die Gerechten werden dort einziehen.
Ich danke dir, dass du mich erhört hast
und hast mir geholfen.
Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
ist zum Eckstein geworden.
Das ist vom Herrn geschehen
und ist ein Wunder vor unsern Augen.
Dies ist der Tag, den der Herr macht;
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lied: Christ ist erstanden EG 99, 1-3
1. Christ ist erstanden von der Marter alle;
des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.
2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen;
seit dass er erstanden ist,
so lobn wir den Vater Jesu Christ’. Kyrieleis.
3. Halleluja, Halleluja, Halleluja!
Des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.
Text: Bayern; Österreich 12.bis 15.Jh.

Osterevangelium Mk 16, 1-8
Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.

Gedanken zum Osterfest
Liebe Gemeindeglieder,
vielleicht ging es Ihnen in den letzten Tagen und Wochen ähnlich wie mir. Da war alles fast fertig geplant. Die Musiken, die Andachten und Gottesdienste, die Festtage. Es macht mich traurig, wenn ich jetzt in den Gemeindebrief unseres Pfarrsprengels hineinschaue. Alles wird nun ganz anders sein als gedacht. Statt zusammen diese besondere Zeit des Kirchenjahres zu erleben, bleibt jede und jeder für sich selbst oder in der häuslichen Familie. Geht das überhaupt? Kann ich so wirklich Ostern feiern? Eines ist sicher, es ist ein besonderes Osterfest. Und deshalb erleben wir es bestimmt viel intensiver. Vielleicht spüren wir genauer, was uns an Ostern wirklich viel bedeutet. Entweder weil wir es trotz der Einschränkungen erlebbar machen können oder aber weil wir es in diesem Jahr vermissen und uns danach sehnen. Das Drumherum um Ostern ist eingeschränkt. Ob das auch eine Chance ist, sich mehr auf das zu konzentrieren, was der ursprüngliche Kern von Ostern ist? Vielleicht erleben wir, wie nicht wir mit unseren Traditionen das Osterfest machen und tragen, sondern wie wir selbst von den Wahrheiten der Osterfreude getragen werden und wir aus ihnen heraus leben und das Fest feiern?

Liebe Gemeindeglieder,
vieles ist in diesem Jahr anders als in zurückliegenden Jahren. Manches improvisierter und spontaner als sonst. Einiges macht traurig und anderes wird uns positiv überraschen. Das war doch schon beim allerersten Osterfest so. Wie erfüllt hatten sich die Jünger ihre Zukunft mit Jesus ausgemalt? Es würde sich lohnen, ihm zu folgen. Für Jesus gaben sie ihr altes Leben auf. Das war es wert. Und dann - von jetzt auf gleich - nahm alles eine für sie vorher unvorstellbare Wendung. Jesus wurde verhaftet, verurteilt und schließlich gekreuzigt. Ende und Aus! Alle tollen Pläne dahin! Was übrig blieb war Unsicherheit und Angst. Ein Rückzug in die eigenen vier Wände verschaffte etwas Zeit, sich selbst zu sortieren. Was ist das, was mein Leben tragen kann? Was hat wirklich bleibenden Wert? Was hält lebendig? Und was stärkt für die Zukunft? Was brauche ich wirklich im Leben? Und was ist nur Schall und Rauch? Ja, unsichere Zeiten schärfen den Blick für das wirklich Wesentliche. Die Jünger von Jesus blieben auch nach seinem Tod beieinander. Diese Gemeinschaft und der Zusammenhalt tat ihnen gut – auch ohne fertige Pläne für die Zukunft. Aber dabei blieb es nun nicht. Plötzlich wurde etwas ganz Neues unter ihnen laut: Das Grab Jesu ist leer! Wie kann das sein? Nicht nur mit ihren Ohren hörten sie von dem Neuen. Jede und jeder von ihnen für sich ganz persönlich begann es zu spüren: Der Gekreuzigte lebt! Und das nicht irgendwo fernab von ihrem Leben. Er ist erlebbar, begreifbar – ganz nah. Erst damit wird es tatsächlich Ostern. Dass das Grab leer war und dass Jesus lebt, das kann man für wahr halten. Aber da, wo er erlebbar und spürbar wird, da bricht wirklich Trauer auf. Da schlägt sie um in einen Lobgesang. Lebenshoffnung über den irdischen Tod hinaus ist nicht mehr nur ein intellektuelles Gedankenspiel. Sie wird zur eigenen ganz persönlichen Zukunftsperspektive. Von dort aus fällt ein neues anderes Licht auf das Leben mit allem Wertvollen aber auch mit dem Anstrengenden, mit allem Frohmachenden und auch den Enttäuschungen. Ostern öffnet die Fenster und Türen und lässt schon jetzt und hier das helle Sonnenlicht in unsere Häuser strahlen, dahin, wo sich unser Leben abspielt.

Liebe Gemeindeglieder,
das ist ein wirkliches Osterfest: Wenn dieses Licht der Hoffnung in unsere Stuben und Häuser mitten hineinstrahlt. Wenn bei uns etwas lebensfroh und lebendig in Bewegung kommt, wo sich vorher nur Stille und Alltag breitgemacht haben. Wenn die Hoffnung auf ein Leben, das selbst der Tod nicht schrecken kann, uns kräftigt und richtig Mut macht. Wenn Glauben wächst, wo Zweifel und Nüchternheit nur runtergezogen haben. „Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“ (1.Kor 15, 20) So schreibt der Apostel Paulus nach Korinth. Und das öffnet uns den Blick hin zum Leben – hier und bis in Ewigkeit. Amen.

Gebet
Gott, du hast Jesus auferweckt von den Toten.
Dich loben wir, du Macht des Lebens, du ewige lebendige Schöpfungskraft.
Wir bitten dich für die ganze Christenheit, für alle aus unseren Gemeinden und Orten, dass die Freude von Ostern uns erfüllt und stärkt in einer herausfordernden Zeit.
Wir bitten dich für die Menschen in unserer Nähe, die krank oder traurig sind. Schenke ihnen Kraft und Trost und lenke ihren Blick in eine gute Zukunft.
Wir bitten dich für die Menschen, die überall zum Wohl anderer arbeiten: Für die Rettungskräfte und Ärzte und Ärztinnen, die um das Leben von Menschen kämpfen. Für die Pflegekräfte, die von Haus zu Haus gehen oder in Pflegeheimen, in Krankenhäusern oder Hospizen arbeiten.
Wir bitten dich für die Angehörigen von Kranken und Sterbenden: Steh ihnen allen bei mit deiner Kraft und gib ihnen allen Wärme und Liebe für ihr Tun.
Wir bitten dich…
Wir loben dich, den lebendigen, dreieinigen Gott, den Durchbrecher aller Bande, den Sieger über den Tod.


Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.


Segen
Wie das Licht am Ostermorgen, so leuchte uns dein Segen. Christus ist auferstanden: Möge sein Friede uns begleiten, seine Liebe uns beflügeln und seine Freude uns anrühren. Christus ist auferstanden. In diesem Glauben bewahre uns der allmächtige Gott. Amen.

Lied: Die ganze Welt, Herr Jesu Christ EG 110, 1-5
1. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja.
2. Das himmlisch Heer im Himmel singt, die Christenheit auf Erden klingt. Halleluja.
3. Jetzt grünet, was nur grünen kann, die Bäum zu blühen fangen an.
Halleluja.
4. Es singen jetzt die Vögel all, jetzt singt und klingt die Nachtigall.
Halleluja.
5. Der Sonnenschein jetzt kommt herein, und gibt der Welt ein’ neuen Schein.
Halleluja.
Text: Friedrich Spee 1623

Hausandacht Ostern 2020
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erstellt von Peter Krause am 11.04.2020, zuletzt bearbeitet am 26.09.2020
veröffentlicht unter: Aktuelles aus dem Pfarrsprengel

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