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Kirchenfenster in Friedrichsthal
Foto: Peter Krause

Andacht zum Sonntag Jubilate, 3. Mai 2020, Joh 15,5b - Bleib' dran

Ev. Pfarrsprengel Sachsenhausen von Pfarrer Peter Krause

Christus spricht: „Wer in mir bleibt und ich in ihm,
der bringt viel Frucht.“ (Joh 15,5b)

Lied: SJ 110, 1-5 Ich sing dir mein Lied

1. Ich sing dir mein Lied – in ihm klingt mein Leben. Die Töne, den Klang hast du mir gegeben von Wachsen und Werden, von Himmel und Erde, du Quelle des Lebens. Dir sing ich mein Lied.
2. Ich sing dir mein Lied – in ihm klingt mein Leben. Den Rhythmus, den Schwung hast du mir gegeben von deiner Geschichte, in die du uns mitnimmst, du Hüter des Lebens. Dir sing ich mein Lied.
3. Ich sing dir mein Lied – in ihm klingt mein Leben. Die Tonart, den Takt hast du mir gegeben von Nähe, die heil macht – wir können dich finden, du Wunder des Lebens. Dir sing ich mein Lied.
4. Ich sing dir mein Lied – in ihm klingt mein Leben. Die Höhen, die Tiefen hast du mir gegeben. Du hältst uns zusammen trotz Streit und Verletzung, du Freundin des Lebens. Dir sing ich mein Lied.
5. Ich sing dir mein Lied – in ihm klingt mein Leben. Die Töne, den Klang hast du mir gegeben von Zeichen der Hoffnung auf steinigen Wegen, du Zukunft des Lebens. Dir sing ich mein Lied.
Text: (nach Psalm 98): Fritz Baltruweit, Barbara Hustedt 1994

Psalm 66

Jauchzet Gott, alle Lande!
Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich!
Er verwandelte das Meer in trockenes Land,
sie gingen zu Fuß durch den Strom; dort wollen wir uns seiner freuen.
Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich,
seine Augen schauen auf die Völker.
Lobet, ihr Völker, unsern Gott,
lasst seinen Ruhm weit erschallen,
der unsere Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten.
Amen.

Gedanken zum Predigttext für den Sonntag Jubilate
Joh 15, 5b – Bleib‘ dran!

Liebe Leserinnen und Leser,
„Bleib‘ dran!“ So wird der Läufer während des Wettbewerbs motiviert. Jetzt kommt es drauf an, ob das Ziel mit einer guten Platzierung erreicht wird, oder ob der Sportler auf der Strecke bleibt. Coronazeit – wir haben es hier nicht mit einem Kurzstreckenlauf sondern eher mit einem Marathon zu tun, so wird derzeit unsere Situation im Bild des Sports häufiger von Fachleuten beschrieben.
Ich gebe es offen zu. Ich konnte nur ganz schwer damit umgehen, von heute auf morgen durch politische Entscheidungen ausgebremst zu werden. Die eigenen Entscheidungen wurden mir abgenommen. Ich verbiete dir dies und das! Da fühlt man sich wie ein kleines Kind behandelt, dem nicht zugetraut wird, selbstständig verantwortlich Entscheidungen zu treffen. Das fühlt sich nicht gut an. Nun gehen wir Schritt für Schritt in eine etwas anders gestaltete Phase dieser besonderen Zeit. Immer mehr wird an die Eigenverantwortlichkeit jedes einzelnen appelliert. Rahmenrichtlinien helfen, eigene Entscheidungen zu treffen. Und es kommt auf jede und jeden einzelnen an, wie sich die Gesamtlage weiter entwickelt. Das heißt, jetzt können und müssen wir alle zeigen, wie und dass wir eben alle gemeinsam und jede und jeder für sich „systemrelevant“ sind. So verstehe ich Demokratie. „Bleib‘ dran!“ Ein derartiger Zuruf kann motivieren, auf der Strecke nun nicht die Puste zu verlieren.
Bleib‘ dran! Das ist auch Jesu Appell im Predigttext für den Sonntag Jubilate. Denn „wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.“ (Joh 15, 5) Dieses Bibelzitat schmückt ein Altarfenster in unserer Kirche in Friedrichsthal. Und bei jedem Gottesdienst in unserer Kirche werden wir so an diese Worte erinnert. Mir klingen heute diese Worte ganz ähnlich motivierend im Ohr wie die beim Sport. Eine Kraftquelle für einen langen Weg. Jesus benutzt das Bild vom Weinstock und den Reben, um das Verhältnis von uns und ihm selbst zu beschreiben. Woher bekommen die Reben die Kraft, um zu reifen und sich zu entwickeln? Woher bekommen wir Kraft, in holprigen Zeiten dennoch bedacht und verantwortlich Schritt für Schritt zu gehen? Wir in Christus und Christus in uns. So nah wird das Bild vom Weinstock und den Reben von Jesus gedeutet. Wir erhalten Halt, Festigkeit und Kraft. Dann können wir durch unser Reifen Frucht bringen und sein. Frucht, aus der köstlicher Wein werden kann. Frucht, die nicht nur für uns ist, sondern auch anderen schmeckt und sie stärkt. Ob diese Kraftquelle mir helfen kann, den Weg in unsicheren Zeiten zu gehen? Ob sie hilft, nicht zu schnell Verschwörungstheoretikern auf den Leim zu gehen? Ob sie mir hilft, dass der Unmut und die innere Wut über das ganze Anstrengende des Alltags mich nicht ganz bestimmen? Und ob sie mir auch hilft, jetzt nicht zu ungeduldig oder unkonzentriert neu gewonnene Freiheiten wieder zu gefährden? Jesus spricht: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.“ (Joh 15,5) Ja, mir hilft es, dieser Verbindung zu vertrauen. Denn ich konnte in meinem Leben davon schon etwas spüren. Das macht mir Mut. In und mit ihm hält mein Atem einfach länger, bleibt mein Blick schärfer, reifen meine Gedanken und ich erhalte Kraft für meinen Weg.
Liebe Leserinnen und Leser,
auf denn, laufen wir weiter auf unserem „Corona-Marathon“. Bleiben wir nicht einfach am Wegrand stehen und sagen: Mir reicht’s jetzt, ich steige aus. Ob alle Bemühungen Frucht tragen, hängt gerade jetzt von uns allen ab. Jetzt erst, wo uns in Freiheit Verantwortung in die Hände gegeben wird, können wir zeigen, wie wir alle gemeinsam zusammenhalten. Unsere Verbindung zum Weinstock möge uns dabei Halt, Vertrauen und Zuversicht schenken. Und stärken wir einander auf unserem Weg und machen wir Mut dazu: „Du, bleib‘ dran!“ Wir stehen zusammen!


Lied: Leben aus der Quelle (Das Liederbuch, Nr. 195)

1. Leben aus der Quelle, Leben nur aus dir, Leben aus der Quelle des Lebens. Und du erforschst mich, veränderst mein Denken, nur noch aus dir will ich leben, o Herr.
2. Leben aus der Quelle, Leben nur aus dir, Leben aus der Quelle des Lebens. Hilfst mir zu schweigen und auf dich zu warten, nur noch aus dir will ich leben, o Herr.
3. Leben aus der Quelle, Leben nur aus dir, Leben aus der Quelle des Lebens. Willst mich gebrauchen als Salz für die Erde, nur noch aus dir will ich leben, o Herr. Leben aus der Quelle, Leben nur aus dir, Leben aus der Quelle des Lebens. (Text: Lukas Di Nunzio)

Gebet:

Ich brauche einen, der mir zur Seite steht, wenn mir die Kraft ausgeht. Einen, der mir auf die Beine hilft und mich wieder aufrichtet. In dir, Gott, finde ich neue Lebenskraft. Bei dir finde ich Halt und einen, dem ich vertrauen kann. Sei du Quelle meines Lebens, der es nie an Wasser fehlt. Sei du mein Blick, der das Ziel nie aus den Augen verliert. Sei du der Weinstock, aus dem gute Entscheidungen reifen können in mir, bei anderen, in der Politik, Wissenschaft, in der Gesellschaft. Guter Gott, wie gut tut es, dich zu haben. Ja, dir will ich deshalb auch in anstrengender Zeit singen und dich loben.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen:

Paulus schreibt: „Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“ (Phil 1,6)

So segne und bewahre uns der dreieinige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

Andacht Jubilate 2020, Joh 15,5b
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erstellt von Peter Krause am 01.05.2020, zuletzt bearbeitet am 01.06.2020
veröffentlicht unter: Aktuelles aus dem Pfarrsprengel

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