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Der Mildenberger Turmknopf: Was mag wohl drin sein?
Restaurator Jochen Hochsieder nimmt nach Öffnung der Turmkugel den Inhalt in Augenschein.
Foto: KK-OHL / Stefan Determann

Der Mildenberger Turmknopf: Was mag wohl drin sein?

Ein spannender Moment war das, als am Mittwochnachmittag der Mildenberger Turmknopf geöffnet wurde. Pfarrerin Anne Lauschus und die Kirchengemeinde hatten aus Anlass der fertiggestellten Zimmererarbeiten am Kirchturm zum „kleinen Richtfest“ geladen.

Rund 25 Dorfbewohner und einige Gäste hatten sich vor der Kirche versammelt, um dem Schauspiel beizuwohnen. Dabei waren unter anderem auch Restaurator Jochen Hochsieder, der die Bauarbeiten fachkundig für die Denkmalpflege begleitet, und Bauleiter Jupp Haupt vom Ingenieurbüro ibs aus Hoppegarten.

Die Öffnung war handwerklich gut vorbereitet und verlief routiniert nach Plan. Was dann zum Vorschein kam, ernüchterte zunächst: ein Klumpen Lehm. Der sollte den Inhalt abdichten. Doch so richtig dicht ist die Kugel über die Jahre leider nicht geblieben. Der Lehm war durchfeuchtet. So konnte im ersten Moment lediglich der Münzfund in Augenschein genommen werden, der sich aus dem Lehm herausschälen ließ. Restaurator Jochen Hochsieder übernahm fachkundig diese Arbeit und konnte die Mehrzahl der Fundstücke auch gleich zuordnen. Neben einigen DDR-Geldstücken, die von der letzten Öffnung 1980 stammten, fanden sich dem ersten Anschein nach auch Münzen aus frühen Bauzeiten des Turmes. Nach Säuberung mit Wasser und Pinsel kamen weitere Details zum Vorschein. Der Brandenburg-Preußen Sieges-Thaler von 1871 mit König Wilhelm I zum Beispiel.

Die durchweichten Dokumente müssen vor einer weiteren Begutachtung erst einmal getrocknet werden. Im derzeitigen Zustand würde die Papierrolle bei der Öffnung zerstört werden.

Der Mildenberger Turmknopf wird nun in eine Werkstatt zur Restaurierung verbracht und dort mit neuem Inhalt versehen. Mit hinein kommt dann neben einem Satz Euromünzen auch ein Dokument zur Orts- und Zeitgeschichte, dessen Inhalt Pfarrer Anne Lauschus für alle in der Kirche verlas.

Bauleiter Jupp Haupt vom Ingenieurbüro ibs erläuterte anschließend bauliche Details der Sanierung und zeigte auch die beiden Kapseln, in die der neue Inhalt für Turmknopf eingepresst wird und meint dazu, dass diese mit Sicherheit wasserdicht sein werden.

Was nun am Turmdach noch fehlt sind die Verschieferung und die Kupferblecharbeiten, die in den kommenden Wochen fertiggestellt werden sollen – sofern es keine weiteren Verzögerungen durch Lieferengpässe gibt. Mit Abschluss der Arbeiten am Turm im ersten Bauabschnitt soll der Knopf samt Wetterfahne noch in diesem Jahr wieder aufgesetzt werden.
erstellt von Stefan Determann am 28.09.2022, zuletzt bearbeitet am 02.12.2022
veröffentlicht unter: Neues aus dem Pfarrbereich

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