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Arndt Farack, Pfarrer in Oranienburg

Mehr Licht!

07.02.2021 | Sonntag Sexagesimae | Gedanken zum Wochenende von Pfarrer Arndt Farack aus Oranienburg

„Wenn es zu Lichtmess stürmt und schneit, dann ist der Frühling nicht mehr weit.“
Dieses Jahr hat es zu Lichtmess nicht gestürmt, aber geschneit. So können wir die Hoffnung haben, dass der Frühling bald schon kommt. Zumindest sagt das diese alte Bauernregel. Aber wann ist Lichtmess ? 40 Tage nach Weihnachten, also am 2. Februar. In einigen Gegenden wie im Erzgebirge endet mit Lichtmess die Weihnachtszeit. Dann werden die Krippen und Pyramiden weggepackt.

Sehnsucht nach mehr Licht – das haben wir nicht nur heute in diesen Corona-Wintertagen. Auch in den vergangenen Jahrhunderten war es Anfang Februar nicht viel anders. Da gingen die Menschen mit ihren neuen Kerzen in das Gotteshaus zur Heiligen Messe. Sie wollten Gott um den Segen bitten, dass das Licht dieser Kerzen leuchte im neuen Jahr zu Hochzeiten, zu Geburten und Taufen, am Krankenbett und beim Sterben. Was auch immer in unserem Leben geschehen mag, Gott möge uns begleiten. Dieser Wunsch war mit der Segnung der Kerzen verbunden. Und so nannte man den Tag nach der Segnung der Kerzen in der Heiligen Messe - Lichtmess.

Traditionell wird am 2. Februar im Gottesdienst die Geschichte von Maria und Josef verlesen, wie sie mit dem neugeborenen Jesus in den Tempel gehen. Dort wollen sie Gott danken für die Geburt ihres Kindes. Im Tempel begegnen sie einem alten Mann namens Simeon.

Als Simeon das Jesus-Kind sieht, lobt er Gott und sagt: Dieses Kind ist das Licht, das die Völker erleuchten wird.
Kinder können für Eltern zu Licht- und Hoffnungszeichen werden. Aber auch wir Eltern sind für unsere Kinder wichtige Licht- und Hoffnungsträger. Mehr Licht – das wünschen wir uns in diesen Corona-Tagen. Dazu müssen wir nicht auf den Frühling warten. Durch Achtsamkeit und Nächstenliebe ist heute schon mehr Licht unter uns möglich.
veröffentlicht unter: Andachten-2021