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So viel du brauchst….

So viel du brauchst….

14.02.2021 | Sonntag Estomihi | Gedanken zum Wochenende von Gemeindepädagogin Ulrike Gartenschläger aus Oranienburg

Eigentlich wären wir jetzt mitten in der Karnevalszeit. Und wahrscheinlich hätte es in dieser oder nächster Woche so manche fröhliche Feier gegeben. Hier bei uns vielleicht nicht ganz so wie im Rheinland, wie in Köln oder Mainz. Aber auch hier hätten wir Anteil genommen an all den Umzügen, Maskeraden, Musik und Tanz. „Carne levare“ : übersetzt heißt das „Fleisch wegnehmen“ und erinnert daran, dass in früheren Zeiten mit Beginn der christlichen Fastenzeit ab Aschermittwoch kein Fleisch mehr gegessen wurde. Aber vorher sollte noch einmal kräftig das Leben gefeiert werden mit allem, was dazu gehört.

Fast alle Religionen kennen solche Fastenzeiten. Und sie werden heute auf verschiedene Weise auch von nicht-religiösen Menschen praktiziert: Als Heil-Fasten zum Entgiften des Körpers oder um frei zu werden für ganz neue Erfahrungen. Von Jesus wird erzählt, dass er sich 40 Tage lang in die Wüste zurückzog, bevor er durch das Land wanderte, Jünger um sich sammelte, predigte und vor allem vielen Menschen half, an Körper und Seele gesund zu werden.

Unfreiwillig müssen wir nun seit beinahe einem Jahr fasten. Sicher nicht vom Genuss eines Bratens oder einer Flasche Wein. Aber wir müssen verzichten auf die Geburtstagsfeier, den Besuch im Kino, auf das Singen im Chor, auf die gewohnte Arbeit, den Urlaub, sogar auf KiTa und Schule. Manche leiden unter Einsamkeit, andere müssen sich in ihrem Leben ganz neu orientieren, weil sie ihre wirtschaftliche Existenz verloren haben. Was soll eine Fastenzeit, in der wir uns so sehnlich das Ende dieses auferlegten Verzichtes herbeiwünschen?

Das diesjährige Motto unserer Kirche für die Fastenzeit heißt: „Soviel Du brauchst“. In den gut 40 Tagen bis zum Osterfest sind wir eingeladen, über den Tellerrand unseres persönlichen Lebens hinauszuschauen. Was brauchen wir, um miteinander in unserer Gesellschaft gut leben zu können? Was brauchen wir, um unsere Erde als Lebensraum zu erhalten? Was brauchst Du für ein glückliches, erfülltes Leben? Susanne Niemeyer zählt in ihrem gleichnamigen Buch „Soviel du brauchst“ sieben Dinge auf: Heimat und Freiheit, Freunde und Liebe, Arbeit, Gerechtigkeit und Vertrauen. Was brauchen Sie für ein glückliches Leben? Welche sieben Wörter würden auf Ihrem Zettel stehen? Was ist für Sie wirklich wichtig- und worauf könnten Sie getrost verzichten?

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Wochenende und vielleicht trotz allem am Rosenmontag einen leckeren Pfannkuchen. Und dann wünsche ich Ihnen spannende Entdeckungen in der diesjährigen Fastenzeit. Bleiben Sie behütet!
Andacht zum Hören und Sehen
erstellt von Stefan Determann am 12.02.2021, zuletzt bearbeitet am 14.01.2022
veröffentlicht unter: Andachten-2021