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Ostern 2021 / Superintendent Uwe Simon
Foto: Determann / KK-OHL

Ostern 2021

04.04.2021 | Gedanken zum Osterfest von Superintendent Uwe Simon aus Gransee

Die Sonne blinzelt frühmorgens ins Zimmer, ich wache auf, ausgeschlafen und neugierig: ein neuer Tag beginnt, ich strecke mich und stehe auf.

<b>Das ist Ostern: mit neuer Kraft, nach der Ruhe und Dunkelheit der Nacht das Leben und seine Aufgaben anpacken.</b>

Ungeduld im Kampf gegen das Virus macht sich breit, das Impfen kommt nur zaghaft voran. Jetzt gibt es wieder nächtlichen Ausgangsbeschränkungen, kaum Kontakte und immer noch schwierige Rahmenbedingungen in Schulen und Kindergärten. Einzelhändler, Gastronomen, auch Künstler wissen bald nicht mehr, wie es weitergehen soll. Eine große Müdigkeit drückt nieder.

<b>Das ist Ostern: aus vielen offenen Kirchen erklingen Melodien und Choräle, die von Hoffnung auf bessere Zeiten erzählen, die das Leben besingen, wo gerade noch Mutlosigkeit herrschte, die das Herz berühren, wo sonst Traurigkeit den Ton angibt. Ich richte mich auf, singe im Stillen mit, weil es laut nicht möglich ist. Ich schaue nach vor und spüre neue Kraft, das Leben und seine Aufgaben anzupacken.</b>

Ungerechte Verhältnisse zeigen sich deutlich. Über mein Leben und meine Chancen, mich zu entwickeln, entscheidet auch, wo ich geboren und aufgewachsen bin, welchem Geschlecht ich angehöre, welche Hautfarbe ich habe. Nicht nur „Persons of Colour“, wollen sich damit nicht abfinden. Sie stehen auf und fordern Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Ein friedlicher Aufstand des Lebens.

<b>Das ist Ostern: Herrschaftsgewalt und Verfolgung gegen Einsatz für Menschenwürde und Lebensrecht, die Jesus, den Mann aus Nazareth ans Kreuz gebracht haben, behalten nicht das letzte Wort. Mit dem Auferstandenen stehen Menschen auf und wagen den Aufstand der Gottes- und Nächstenliebe.</b>

Der Weg ans Grab ist schwer. Die Erinnerungen und die Trauer werden wieder lebendig. Es tut weh. Es sieht so endgültig aus. Der Tod scheint übermächtig und allgegenwärtig.

<b>Das ist Ostern: Die trauernden Frauen finden am Morgen das Grab leer. Stattdessen hören sie: was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Gott hat seinen Lebenswillen und seine Lebensliebe erwiesen. Der Tod hat Jesus nicht halten können. Er ist auferstanden.</b>

<b>Ostern ist Auferstehung zum Leben, das keine Grenzen mehr kennt, auch nicht den Tod, und deswegen auch Aufstand und Aufstehen für das Leben.</b>

Ich wünsche Ihnen hoffnungs- und lebensvolle Ostertage!

(Superintendent Uwe Simon, Gransee)
erstellt von Stefan Determann am 03.04.2021, zuletzt bearbeitet am 14.01.2022
veröffentlicht unter: Andachten-2021