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Ich wünsche mir ein hörendes Herz

Ich wünsche mir ein hörendes Herz

25.07.2021 | 8. Sonntag nach Trinitatis | Gedanken zum Wochenende von Michael Wendt, Gemeindepädagoge aus Oranienburg-Sachsenhausen

Mir gehen die Bilder nicht aus dem Kopf. Hochwasserkatastrophen in mehreren Teilen Deutschlands. Kleine Flussläufe wurden zu gewaltigen Strömen, die alles mit sich rissen. Es gibt Vermisste, Verletzte und sogar Tote. Häuser, die zerstört und unbewohnbar wurden. Ich habe die Menschen vor Augen, die schockiert vor den Trümmern ihrer Lebensträume standen. Ein dumpfes Gefühl breitet sich in mir aus: Wie konnte dies nur alles passieren?

Aber da sind auch Lichtblicke der Hoffnung. Da sind Menschen, die sich vom Leid der anderen bewegen lassen. Die mit tatkräftiger Nähe, mit tröstenden Worten oder Spenden den Opfern zur Seite stehen. Ich wünsche mir, das wäre immer so, dass Menschen Anteil an den Sorgen anderer nehmen. Ich wünsche mir, dass wir nachdenken über Leid und Ungerechtigkeit und über die Verantwortung, die ein jeder einzelne für diese Welt trägt. Deshalb wünsche ich uns allen ein hörendes Herz. Denn das Herz im biblischen Sinne ist nicht nur der Ort der Gefühle sondern auch der Sitz des Verstandes und des Willens. Mit dem Herzen können wir erkennen, was gut und was böse ist und dann die richtigen Entscheidungen treffen. Deshalb brauchen wir hörende Herzen. Sie helfen uns zu entdecken, was in unserer Verantwortung liegt, wo wir gefordert sind zu handeln. Auch Gott hat im Herzen seinen Platz. An ihn können wir uns wenden, wenn wir mit unserer Weisheit am Ende sind. Er hört uns und macht uns stark. So sollen wir hinhören und verantwortungsvoll handeln, wo unsere Welt aus den Fugen gerät. Warten wir nicht bis zur nächsten Katastrophe.
erstellt von Stefan Determann am 23.07.2021, zuletzt bearbeitet am 14.01.2022
veröffentlicht unter: Andachten-2021