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Reformationsfest: Leben neu denken – mit Luther

Reformationsfest: Leben neu denken – mit Luther

31.10.2021 | Reformationstag | Gedanken zum Reformationstag von Pfarrer i.R. Dr. Christoph Poldrack

Am Sonntag feiern wir Reformationsfest. Ein Medienhype fegte damals im Spätherbst 1517 durch Europa. Innerhalb weniger Wochen wurden durch Raubdrucke Luthers 95 Thesen zum Ablasswesen in vielen Ländern verbreitet. „Als unser Herr Jesus Christus sagte ,Tut Buße!‘, wollte er, dass das gesamte Leben der Gläubigen Buße sei.“ – so lautet die berühmt gewordene Eingangsthese. Ein uns fremd und lebensfern erscheinender Satz.

Wenn man weiß, dass „Buße tun“ meint: Umdenken, Umkehren, sein Leben ändern und sich auf das Wesentliche besinnen, finden wir wohl leichter Zugang zu diesem Satz. Luther wollte, dass gläubige Menschen Gottes Liebe neu entdecken; dass sie – so wie er selbst – an einen gnädigen Gott glauben können.

Umkehren, Umdenken, das Leben neu gestalten ist für uns heute in anderer Hinsicht nötig. Wir wissen alle: Unser ökologischer Fußabdruck ist viel zu groß, die Erde erträgt unseren Lebensstil nicht. Können wir eine radikale Kehrtwendung schaffen? Können wir mit der Natur leben, statt gegen sie? Vielleicht hilft uns die ursprünglich ganz anders ausgerichtete Einsicht Luthers zu erkennen, welche Konsequenzen für heutige Herausforderungen zu ziehen sind und wie wir unsere Lebensziele neu definieren sollten.

Luthers Ausgangsfrage hieß: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ Wir sollten uns fragen „Wie kann ich gnädig mit unserer Erde umgehen?“ Überlegen Sie doch mit! Denken wir gemeinsam neu!
erstellt von Stefan Determann am 29.10.2021, zuletzt bearbeitet am 14.01.2022
veröffentlicht unter: Andachten-2021