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Gemeindepädagogin Susanne Meißner

Mit Rückenwind gemeinsam auf dem Weg

19.12.2021 | 4. Advent | Gedanken zum Wochenende von Susanne Meißner, Gemeindepädagogin aus Gransee

Wir sind mit dem Fahrrad unterwegs auf dem Deich. Der Wind bläst unerbittlich. Vor uns fährt eine Familie. Der Jüngste biegt plötzlich ab, um im Schutz der Deichkrone auf einem Grasweg weiterzufahren. Er muss viel öfter treten mit seinem kleinen Kinderrad und ohne Elektroantrieb. Da steht eine Bank. Der Junge fährt mit voller Wucht dagegen. Schnell rappelt er sich auf und lässt sich mit verschränkten Armen und gesenkten Kopf auf der Bank nieder. Die Mutter steigt sichtlich wütend von ihrem Elektrorad. Der Bruder ruft kreischend dem Papa hinterher, aber der ist schon weit voraus. Nur der Opa eilt zu dem Kind. Er setzt sich zu ihm und nimmt es in den Arm.

Wir alle haben das gleiche Ziel, aber sind nicht auf dem gemeinsamen Weg. Jeder hat mit sich zu tun. Jeder gibt seinem Ärger, seiner Unzufriedenheit seinen Ausdruck. Das nimmt uns die Freude auf das, was uns am Ende erwartet. Das lässt andere zurück, die uns jetzt brauchen und doch das gleiche Ziel verfolgen.

Auf der Rücktour trafen wir die Familie wieder. Alle standen fröhlich und lachend am Wegesrand. Im Vorbeifahren rief ich ihnen zu: „Ab jetzt gibt es nur noch Rückenwind!“ Der Opa rief zurück: „Gott sei Dank!“

Im Tagesspruch für den 4. Advent steht: „Freut euch! Lasst euch erneuern! Nehmt euch meine Ermahnungen zu Herzen! Seid auf Einigkeit aus und lebt in Frieden miteinander. Dann wird der Gott, der Liebe und Frieden schenkt, mit euch sein.“ (2. Kor. 13,11)

Einen gesegneten 4. Advent wünscht Ihnen Susanne Meißner.
erstellt von Stefan Determann am 17.12.2021, zuletzt bearbeitet am 14.01.2022
veröffentlicht unter: Andachten-2021