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Die Weisen sind gegangen
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Die Weisen sind gegangen

Andacht von Susanne Meißner, Katechetin in Gransee

Der Weihnachtsfestkreis neigt sich seinem Ende. Am 2. Februar (Maria Lichtmess) werden auch die letzten Herrnhuter Sterne von den Häusern und aus den Fenstern genommen.
Mir fällt ein Lied in die Hände, das sich in meiner Weihnachtspost befand. „Die Weisen sind gegangen“, von Gerhard Valentin, 1965. Auch er schreibt fast schon etwas wehmütig vom „Alltag, der in allen Dingen wieder angefangen hat“. Die Weisen und die Hirten sind wieder fort. Die, die sich leiten ließen von Stern und Engel und die, die Größe und Güte Gottes in diesem Kind erkannten. Auch die beiden mit dem Kind blieben nicht. Sie gingen aber nicht nach Hause, sondern musste fliehen. „Ob sie schon an der Grenze sind, geflüchtet und vertrieben“?
Die Weisen sahen den Stern und die Hirten hörten die Verheißung des Engels. Sie wurden neugierig und machten sich auf den Weg. Sie ließen nicht locker auf ihrer Suche und fanden ihr Ziel. Sie waren nicht enttäuscht, dass sie da nur ein ärmlich im Stall liegendes Kind fanden, sondern erwiesen ihm die Ehre und beteten es an. Sie machten sich wieder auf den Heimweg oder an ihre alltägliche Arbeit und die einfachen Hirten erzählten, dass was sie gesehen hatten, weiter. Vielleicht war es wie ein wunderbares Geschenk für sie, für das sie keine Zeit und Mühen gescheut haben es zu finden?
Welche Zeichen nehmen wir wahr und machen uns auf die Suche nach dem wahren Geschenk? Sorgen und Unzufriedenheit führen zu Frust und schnell findet man auch noch „Mitmeckerer“. Quälende schlaflose Nächte machen das Komplettpaket fertig und man ist kraftlos und krank. Aber müssen wir tatsächlich erst krank werden, um das wahre Geschenk annehmen zu können? Auch Jesus hat nicht einfach so drauf los geheilt. Die Menschen kamen in ihrer Not, er kam mit ihnen ins Gespräch, indem er nach ihrem Kummer fragte.
„Not lehrt beten“, haben die vom Krieg gebeutelten Menschen früher gesagt. Das größte Geschenk für sie war die Zuwendung anderer. Eine offene Tür. Das Gefühl zu haben, ein Mensch zu sein. Natürlich ist dann nicht gleich alles in Ordnung, aber ich kann neu beginnen. Meine Suche war nur ein vorrübergehendes Ziel mit der Gewissheit, da ist jemand der mich auf meinem Weg begleitet. Gebete mit Demut und Dankbarkeit im Herzen können viel bewirken. Dann erlebt man die Nacht vielleicht als ein Licht, das auch an vielen Tagen sichtbar wird.
Warten sie nicht bis Weihnachten, sondern beginnen sie gleich heute mit der Suche und nicht verzagen, wenn es nicht gleich klapp. Manchmal sind die Wege sehr lang.
Fühlen sie sich begleitet, das wünscht ihnen
Susanne Meißner
erstellt von Mathias Wolf am 30.01.2016, zuletzt bearbeitet am 14.02.2019
veröffentlicht unter: Andachtsarchiv