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Die Farben des Himmels
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Die Farben des Himmels

Andacht von Ulrich Baller, Pfarrer des evangelischen Pfarrsprengels Herzberg

Ein einziger Blick nach oben reicht manchmal schon. Er ordnet die Gedanken und lässt das Herz ruhiger sein. Himmel, so weit das Auge reicht. Weit, groß und herrlich.
Vielleicht fühlen wir uns in diesen Momenten kleiner, aber auch geerdeter.

Ein Blick zum Himmel kann reichen, und wir ahnen etwas von der Größe Gottes. Weiter, größer und herrlicher als wir. Am Himmelfahrtsfest bekommen unser Herz und Glaube Weite. Und es zieht jeden nach draußen – nicht nur die Männer. Sein und Sonnenschein unter Gottes weiten Himmel. Den Frühling genießen mit seinem Licht und seinem Blühen. Wir blühen selber auf – und mit uns unsere Hoffnungen, unsere Dankbarkeit und Möglichkeiten. Das Aufblühen unter Gottes Liebe ist eine Wohltat an Körper und Seele.

„Herrentag“ nennen die einen das Datum des Himmelfahrtstages. „Tag des Herrn“ die anderen. Tag des Herrn Jesus Christus. Er, der unser Leben heilsam lenkt und begleitet. Himmelfahrt feiert die Regentschaft Christi – und damit seine wahre Größe. Er ist der Größere. Er ist der Höchste im Himmel wie auf Erden.

Christi Himmelfahrt bedeutet: Es wird regiert. Nicht den Kopf hängenlassen an Tagen, an denen nicht der Himmel auf Erden ist. Es wird regiert. Nicht nur in Berlin oder Brüssel, sondern überall auf der Welt. Und zwar von ganz oben. Vom Himmel her. Diese Hoffnung dürfen wir für alle Menschen und alle Völker haben.

Ikonen zeigen uns Christus oft als den himmlischen Herrscher. Farben, Fingerhaltung oder Buchstaben – alles hat seine besondere Bedeutung. Die abgespreizten zwei Finger stehen beispielsweise dafür, dass Jesus Gott und Mensch war. Rot – die Farbe des Lebens und der Liebe – wird mit braun vermischt zur Farbe der göttlichen Würde. Grün – die Farbe der Hoffnung – spüren wir jetzt so intensiv: Das Leben, Wachsen und Gedeihen. Und Gold – die Farbe der himmlischen Herrlichkeit – ist Symbolfarbe für die Anwesenheit Gottes ringsherum.

Das sagen auch die griechischen Buchstaben im Heiligenschein: Der, der ist. Der, der segensreich für uns da ist. Als Christus in den Himmel auffuhr, segnete er die Menschen. Wie eine Blüte sich zum Licht und der Weite des Himmels öffnet, so mögen auch wir uns öffnen für das Leben und die Farben des Himmels.

Ulrich Baller,
Pfarrer des evangelischen Pfarrsprengels Herzberg
erstellt von Mathias Wolf am 04.05.2016, zuletzt bearbeitet am 14.02.2019
veröffentlicht unter: Andachtsarchiv