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Advent
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Advent

Andacht von Susanne Meißner, Katechetin in Gransee

„Advent, Advent ein Lichtlein brennt.“
Eines? Nur gut, das die zum Teil in Lichttempel verwandelten Häuser nicht schon mit dem Einzug des Weihnachtsgebäcks in den Supermärkten beginnt.
Advent (lateinisch: adventus) heißt Ankunft. Einst war die Adventszeit von Umkehr, Gebet und innerer Einkehr geprägt. Freudenfeste, wie Hochzeiten oder Tanzvergnügen tabu. Die Menschen warteten darauf, dass Jesus das zweite Mal erscheint, am Ende der Tage, zum Jüngsten Gericht. Was scheinbar aus dieser Zeit blieb, das sind die guten Werke; heute die Spendenaktionen. Ja, sie sind gut und wichtig, sie beruhigen aber auch unser schlechtes Gewissen.
In unserer Zeit ist die Adventszeit die Zeit des Wartens und der Vorbereitung auf die erste Ankunft des Gottessohnes Jesus Christus. Die Erinnerung an seine Geburt. Jede Mutti und jeder Papi wartet im Normalfall neun Monate auf die Ankunft ihres Babys. Sie bereiten sich vor, um das kleine Menschlein mit Liebe zu begrüßen. Oft ist es auch die Zeit, um sein Leben auf einen neuen Rhythmus umzustellen. Auf liebgewordene Dinge muss man erst einmal verzichten. Fragen wie: „Werde ich meinen Arbeitsplatz behalten?“ bewegen uns. Bleiben alte Freundschaften bestehen? Vielleicht ist es aber auch die Chance endlich ein Laster los zu werden. Die Gedanken und Geschehnisse kreisen immer mehr um den ersehnten Tag. Und dann erst erblickt ein Baby das Licht der Welt. Der Tag der übergroßen Freude.
Ich freue mich auch eher auf die Vorbereitung eines fröhlichen „Geburtstagsfestes“. Und nicht jeder wird es wirklich fröhlich feiern können. Traurig finde ich dann, wenn die Adventszeit nur noch mit der Erfüllung der Geschenkelisten zu tun hat. Von Weihnachtsfeiern hört, die im Saufgelage enden. Ist das heute Advent?
Wie haben sich Maria und Josef wohl auf die Geburt des Gottessohnes vorbereitet? Sie hatten es beide nicht leicht. Misstrauen, Angst, vielleicht Häme und Spott. Wie wohl muss Maria die Zeit bei ihrer Cousine Elisabeth getan haben. Und dann noch die körperliche Anstrengung, von Nazareth nach Bethlehem zu ziehen.
Sollte nicht Advent auch bei uns ein neues aufeinander zugehen sein? Ein sich gegenseitiges Zuhören und Tragen? Und erst wenn es mit ehrlicher Liebe geschieht, dann ist es wohl nicht mehr weit bis zum großen Tag.
Ich wünsche ihnen eine besinnliche Adventszeit, in der es langsam immer heller wird.
erstellt von Mathias Wolf am 28.11.2016, zuletzt bearbeitet am 31.10.2019
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