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Quasimodogeniti
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Quasimodogeniti

Andacht von Susi Meißner, Katechetin in Gransee

Quasimodogeniti, so heißt der Sonntag nach Ostern. „Wie die neugeborenen Kinder“, frei übersetzt.

Er hat geschrien. Er lag noch im Wärmekasten auf der Frühgeborenenstation. Endlich kam die Mutter. Das erste Mal kam sie am 12. Tag nach dem Kaiserschnitt. „Das wird wahrscheinlich nichts, sie müssen wohl die Milch abpumpen.“ meinte eine Schwester. Nein, musste sie nicht! Der kleine trank und trank. Mehr als er musste. Dann schlief er ein. Geborgen lag das winzige, zarte Köpfchen auf der wärmenden Haut der Mutter, die es sanft streichelte.
Der Satz: „Komm an meine Mutterbrust“ wird leider immer wieder belächelt oder sogar sexistisch gedeutet. Dabei ist es ganz und gar nicht komisch, wenn jemand Geborgenheit und Vertrauen sucht und findet. Es ist ein schönes Gefühl, denn die Mutterbrust steht für Nahrung, Quelle, alles Lebensnotwendige in einer hilflosen Zeit. In die Arme genommen zu werden, sich anlehnen zu können ist doch etwas Schönes und so wertvoll. Ein Zeichen für Freude, aber auch Trost und für Versöhnung und damit für einen Neuanfang. Ein Zeichen der Liebe.
Vielleicht sollte dieser Sonntag ein Sonntag sein, den wir wie „Neujahr“ hören. Nur ehrlicher und mit ernst und ohne Knallerei. Gerade jetzt nach Ostern neu beginnen.
„Hört auf mit aller Bosheit und allem Betrug! Heuchelei, Neid und Verleumdung darf es bei euch nicht länger geben. Wie ein neugeborenes Kind nach Milch schreit, so sollt ihr nach der unverfälschten Lehre unseres Glaubens verlangen. Dann werdet ihr im Glauben wachsen und das Ziel, eure endgültige Rettung, erreichen.“(aus „Hoffnung für alle“ 1. Petrus 1u.2)

Ihre Susi Meißner
erstellt von Mathias Wolf am 21.04.2017, zuletzt bearbeitet am 14.02.2019
veröffentlicht unter: Andachtsarchiv