Start Willkommen im Kirchenkreis Archiv Andachtsarchiv Artikel: Johannistag
Johannistag
Foto: privat
Bildrechte: privat

Johannistag

Gedanken zum Wochenende von Pfarrer Arndt Farack, Oranienburg

Ich liebe den Mitsommer. Die Nächte sind kurz. Die Tage sind lang. Die ersten Sonnenstrahlen wecken mich am Morgen. Wenn der Tag zu Ende geht, verzaubert das letzte Licht den Abend. Dann setze ich mich gern ans Fenster. Ein gutes Buch führt meine Gedanken in weite Ferne.
An einem Tag im Mitsommer bin ich aber immer unterwegs. Es ist der 24. Juni – der Johannistag. Von Alters her wird an diesem Tag an Johannes den Täufer erinnert. Das war ein außergewöhnlicher Mensch. Er lebte in Israel am Rande der Wüste. Seine Nahrung bestand aus Heuschrecken und wildem Honig. Mit einem Kamelfell hatte er sich bekleidet. Noch auffälliger als sein Äußeres war seine Botschaft, die er verkündete. „Kehrt um! Bedenkt euer Leben vor Gott! Werdet ihr einmal mit dem, was ihr jetzt tut, vor Gott bestehen können?
Das Erstaunliche war: viele Menschen kamen, um Johannes zu hören. Johannes predigte am Jordan. Dort in diesem Fluß taufte er all die Menschen, die seine Botschaft annahmen und nun bereit waren, im Vertrauen auf Gott zu leben. Unter ihnen war auch Jesus. Über Jesus sagte Johannes:
Dieser wird an Bedeutung zunehmen, ich aber werde an Bedeutung abnehmen. Denn dieser Jesus ist der von Gott gesandte Retter.
Für alle, die Johannes, Hannes, Hans oder Jan heißen, ist der Johannistag ihr Namenstag. In früheren Jahren konnte ich mit meinem Freund Jan aus Polen in seiner Heimat erleben, wie dort dieser Tag begangen wird. Bei gutem Essen und Trinken am Feuer mit Musik und Tanz. Junge Frauen trugen selbst geflochtene Blumenkränze auf ihren Köpfen. Zur Mitternacht traf man sich am nahe gelegenen See. Dort wurden die Blumenkränze beleuchtet von brennenden Kerzen auf schwimmenden Unterlagen in die Nacht geschickt. Welch wunderbare Nacht! Die Johannisnacht!
Vielleicht sollten wir in Deutschland dieses Fest auch noch mehr feiern!

Ihr Pfarrer Arndt Farack

erstellt von Mathias Wolf am 25.06.2017, zuletzt bearbeitet am 14.02.2019
veröffentlicht unter: Andachtsarchiv