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Herbstferien!
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Herbstferien!

Andacht von Pfarrerin Ruth-Barbara Schlenker aus Grüneberg

Herbstferien! Mal ausspannen! Jedenfalls unsere Kinder. Ausschlafen nach Herzenslust, dafür abends mal ein bisschen länger aufbleiben. Genießen, dass nicht immerzu einer was von mir will. Ach, ist das herrlich!
Vielleicht haben auch Sie es möglich machen können und dürfen freie Zeit genießen? Manchmal brauchts drei Tage, ehe man überhaupt abschalten kann, immer noch denkt man an berufliche oder organisatorische Dinge. Statt dessen mal alle Fünfe gerade sein lassen, zwei Stunden in der Zeitung lesen, eine gute Musik auflegen, die Natur wahrnehmen: Spazieren gehen, durch buntes raschelndes Laub die Schritte bewegen, zum herbstlichen Himmel aufschauen, sich an Kindertage erinnern, als man noch aus Holzleisten und Packpapier Drachen baute für die Lüfte ...
In den Ferien tickt die Uhr anders, milder, gnädiger, ruhiger eben. Was man tut, macht man freiwillig. Ob ich mich auf die Socken mache und etwas unternehme, hängt von mir ab, nicht davon, ob das jemand von mir fordert. Das ist wohl das Schönste im Urlaub, dieses Gefühl: Ich kann, aber ich muss nicht.
Und nach dem Urlaub? „Na, dann will ich mich mal wieder in die Riemen legen und den Acker bestellen“ – so kann man das sagen, ein anderer sagt vielleicht: „Ich komme mir immer nur so vor, als würde ich im Tretrad laufen“ ... Und Sie? Welches Gefühl haben Sie? Laufen Sie im Rad oder beackern Sie Ihr Feld?
In den Ferien habe ich einmal Zeit, darüber nachzudenken, wie ich mein Leben gestalte, welchen Stellenwert die bezahlte Arbeit einnimmt, welchen Stellenwert anderes wie Familie, Freundschaften, Müßiggang, Kunst, Religion. Diese Bereiche hängen oft hinten an, dabei spielt sich gerade dort das Leben ab, erfahre ich Bestätigung und Freude, werde ich beschenkt, komme ich dem Glück nahe.
Manchmal verliert man sich in den Anspannungen des Alltags, da weiß man dann gar nicht mehr, ob man noch ackert oder tatsächlich schon ins Tretrad verbannt ist. In solchem Fall tut es vielleicht gut, wenn mich jemand an die Hand nimmt und mir zeigt, wie es weiter geht: „Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.“ (Prophet Jeremia 17,14) Wie wärs, überlegen Sie mal, welchem Kind Sie heute Ihre Zeit schenken und mit ihm einen Drachen steigen lassen? Das wäre schon ein guter Anfang!
Ich wünsche Ihnen und besonders unseren Kindern zwei gesegnete Ferienwochen!
Pastorin Ruth-Barbara Schlenker aus Grüneberg
erstellt von Mathias Wolf am 22.10.2017, zuletzt bearbeitet am 14.02.2019
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