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Mut zur Verantwortung
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Mut zur Verantwortung

Andacht von Matthäus Monz, Pfarrer in Liebenwalde

Jetzt ist Ruhe eingetreten. Sieben Tage lang wurde gefeiert, für manche auch zuviel. Von Tag zu Tag steigerte sich die Begeisterungskurve, ehe sie am Rosenmontag ihren Höhepunkt erreichte. In Mainz, Köln, Düsseldorf und anderen Städten im Rheinland ebenso wie in den beiden Lausitzorten Wittichenau und Cottbus zogen die Karnevalsumzüge durch die Straßen und nahmen die gesellschaftlichen Ereignisse und Entwicklungen aufs Korn, und die Narrinnen und Narren standen am Straßenrand.
Wie gesagt, jetzt ist Ruhe eingetreten, seit Aschermittwoch ist alles vorbei, denn die Passionszeit hat begonnen. In den Kirchen dominiert die Farbe violett, mancherorts wird sogar das Kreuz verhüllt, und in den Gottesdiensten wird auf Teile der Liturgie verzichtet – so wird erfahrbar, dass die Passionszeit etwas anders ist.
„Sieben Wochen ohne“, so ist der Name einer Aktion. Sieben Wochen lang, die gesamte Passionszeit über wird dazu ermutigt, auf etwas zu verzichten. Die diesjährige Aktion steht unter dem Motto „Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen“: 49 Tage lang hinsehen, wo andere wegsehen; 49 Tage lang Mut haben, wo man lieber feige wäre; 49 Tage lang man selbst sein, obwohl man doch so gerne anders wäre.
Ganz schön hart. Da gibt es keine falschen Sicherheiten mehr, hinter denen man sich verstecken kann. In einer Besprechung den Chef auf einen kapitalen Fehler hinweisen, der das Überleben der Firma gefährdet – um diese Verantwortung zu übernehmen, braucht es Mut und die Bereitschaft, die Konsequenzen zu tragen. Doch es lohnt sich, diesen Mut aufzubringen, und wer weiß: vielleicht kommt man ja auf den Geschmack und kneift auch in der Zeit nach Ostern nicht.
Bleiben Sie Gott befohlen!

Ihr Matthäus Monz
erstellt von Mathias Wolf am 16.02.2018, zuletzt bearbeitet am 14.02.2019
veröffentlicht unter: Andachtsarchiv