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Niemand interessiert sich für Fußball
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Niemand interessiert sich für Fußball

In den Medien wird manchmal über Fußballstadien berichtet - aber nur über deren Restaurierungen. Denn die meisten Stadien sind sehr alt. Das interessiert die Leute, heißt es. Schließlich gehören Fußballplätze und Fußballstadien "irgendwie" zu unseren Dörfern und Städten.

Bisweilen taucht in den Medien Fußball auch auf, wenn ein Trainer etwas zum Thema „Ausländer“ oder „Armut“ sagt. Oder wenn ein prominenter Spieler aus dem Verein austritt und den Chef des Fußballbundes verantwortlich macht. Über die Fußballspiele selbst aber schweigen die Medien größtenteils. Man erfährt nichts über die Mannschaften und über die Trainer, schon gar nichts über Regeln und Inhalte. Oder über die Zuschauer, die die Fußballspiele erleben.

Ja, es ist schwer, in Deutschland Fußballer zu sein. Aber wir lieben unseren Sport. Wir wollen, dass auch Kinder Fußball spielen. Und wir wollen nicht, dass unsere Stadien nur Museen oder Konzerthallen sind. Wir denken, dass Fußball Spaß macht, gesund ist und Menschen verbindet! Aber man muss selbst hingehen, um zu erfahren und zu erleben, was auf den Fußballplätzen passiert.

Liebe Leserinnen und Leser, kommt Ihnen der Text seltsam vor? Wir erleben doch jede Woche ausführliche Berichterstattung in den Medien. Haben grade eine Weltmeisterschaft vergeigt. Aber ersetzen Sie „Fußballstadien“ durch „Kirchen“ und „Fußballspiel“ durch „Gottesdienst“ und lesen Sie dann den Text noch einmal.

Der Deutsche Fußballbund vertritt 24?958 Vereine und 7?043?964 Mitglieder (Stand 2017). Die römisch-katholische Kirche in Deutschland hatte 2016 insgesamt 23?581?549 Mitglieder, die Evangelische Kirche in Deutschland zählte 21?922?187 Mitglieder.

Wie und was wird in den Medien über Kirche berichtet und was über Fußball?

Ihr
Mathias Wolf, Pfarrer in Menz
erstellt von Mathias Wolf am 29.07.2018, zuletzt bearbeitet am 14.02.2019
veröffentlicht unter: Andachtsarchiv