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Hoffnungsträger
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Hoffnungsträger

Andacht von Pfarrer Arndt Farack, Oranienburg

Kann ich Hoffnung haben?
So fragt im Krankenhaus der Kranke den Arzt. Im Hospiz verbindet der Sterbende mit dieser Frage den Wunsch, in liebevoller Begleitung und schmerzfrei seinen letzten Weg gehen zu dürfen. Diese Frage stellt sich Eltern, wenn sie ihre Kinder zum Kindergarten oder zur Schule bringen. Werden unsere Kinder an diesen Orten gut umsorgt heranwachsen können?
Vor genau einem Jahr wurden an 7 Tagen 7 Apfelbäume in Oranienburg gepflanzt. 35 Frauen hatten diese Aktion durch ihre großzügige Spende ermöglicht. Anlass war das 500. Reformationsjubiläum mit der Erinnerung an den Ausspruch Martin Luthers: „Wenn morgen die Welt untergänge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Bei jeder Baumpflanzaktion wurde das Lied angestimmt: „Pflanzt den Baum der Hoffnung in unser Land!“ Seitdem stehen diese Bäume an 7 unterschiedlichen Orten in unserer Stadt: vor der Germendorfer Kirche, auf dem Gelände des Kindergartens in der Martin-Luther Straße, vor der Förderschule der Caritas im Johannesberg, auf dem Campus des Mosaik-Gymnasiums, im Schloßpark, vor dem Krankenhaus und vor dem Hospiz.
Was ist aus diesen Bäumen geworden? Haben sie als Symbole der Hoffnung Wurzeln geschlagen in unserer Stadt oder etwa nicht? Die große Trockenheit in diesem Frühjahr und Sommer setzte den jungen Bäumen sehr zu. Daher sagte ein alter Oranienburger zu mir, als ich ihn besuchte: „Diese Apfelbäume werden sicher vertrocknet sein.“ Doch es fanden sich hilfsbereite Menschen. Selbstlos engagierten sie sich dafür, dass diese Bäume an jenen heißen Sommertagen Wasser bekamen. Ihr Einsatz steht beispielhaft für all die, die sich für andere einsetzen in unserer Stadt: bei der Feuerwehr und der Polizei, in Vereinen und Kirchengemeinden, im Krankenhaus und im Hospiz sowie in Kindergärten und in Schulen. So wurden auch diese Wassergeber durch ihr ehrenamtliches Engagement zu Hoffnungsträgern. Und dafür sage ich von ganzem Herzen: Danke!
erstellt von Mathias Wolf am 27.10.2018, zuletzt bearbeitet am 14.02.2019
veröffentlicht unter: Andachtsarchiv