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Fiete jagt den Frieden
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Fiete jagt den Frieden

Andacht von Pfr. Matthäus Monz, Liebenwalde

Aus, Ende, vorbei. Nur noch wenig ist übrig von diesem Jahr 2018, und Fiete schaut auf die Uhr. War kein dolles Jahr, Stress auf der Arbeit, Krach mit den Nachbarn... Hätte er ja gern anders gehabt, sollte aber nicht sein. Fietes norddeutscher Dickschädel hat sich in den meisten Fällen durchgesetzt, und das bedeutete dann Ruhe für ihn, weil keiner mehr was mit ihm zu tun haben wollte.
Meistens waren ihm die Konsequenzen egal, doch in diesem Jahr gab es einen Streit, den er im Nachgang bereute – und wenn Fiete etwas bereut, dann heißt das was. Was der Grund für den Zoff mit seinem Bruder war, das wusste er schon nicht mehr. War wohl was Unbedeutendes, aber das Ergebnis war umso größer: seit März haben sie kein Wort mehr miteinander gesprochen, und das, obwohl sie im selben norddeutschen Dorf wohnten, keine dreißig Meter voneinander entfernt. „Da muss sich doch was ändern lassen“, grummelt Fiete vor sich hin, trinkt etwas Tee und geht schließlich in die Küche. Irgendwo hier musste sie sein, irgendwo hier hatte er die Kiste hingestellt – und schließlich wird er fündig.
Hinnerk wundert sich, als ausgerechnet sein Bruder Fiete am Neujahrstag vor der Tür steht. Eigentlich will er ihn gar nicht reinlassen, deshalb bleibt die untere Hälfte der Klöntür zu. „Moin. Frohes Neues“, sagt Fiete und stellt einen Korb auf die untere Türhälfte. „Hab Rullerkes aus Mutters Waffeleisen dabei. Zeit zum Reden?“ Hinnerk ist perplex, damit hat er nicht gerechnet, doch bei dem anschließenden Tee und diesem ostfriesischen Neujahrsgebäck kommt alles wieder ins Lot.
„Suche Frieden und jage ihm nach!“ Es braucht nicht viel, um die Jahreslosung aus dem 34. Psalm in die Tat umzusetzen. Haben Sie auch 2019 Mut dazu, wann immer es geht. Wie Fiete.
Bleiben Sie Gott befohlen!

Pfr. Matthäus Monz, Liebenwalde
erstellt von Mathias Wolf am 01.01.2019, zuletzt bearbeitet am 14.02.2019
veröffentlicht unter: Andachtsarchiv